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Aktuelles

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24.05.2017   hr2-Hörbuchbestenliste

»Es ist schon ein selbstmörderisches Gewerbe«. Arno Schmidt und Hans Wollschläger wurde auf Platz 2 der hr2-Hörbuchbestenliste 6/2017 gesetzt.
Aus dem Kommentar der Jury:
[...] Zusammengestellt von Walter Gödden, zeigt sie einen wunderbaren Weg der Literaturvermittlung.

 

24.05.2017   200. Geburtstag von Georg Herwegh

Am 31. Mai 1817 kam in Stuttgart der große Lyriker der Freiheit Georg Herwegh zur Welt, an den in diesen Tagen im SPIEGEL (20.5.) und in DIE ZEIT (24.5.) in ausführlichen Artikeln erinnert wird. Seit 2005 erscheint im Aisthesis Verlag die auf sechs Bände angelegte Historisch-Kritische Gesamtausgabe der Werke und Briefe Herweghs, herausgegeben von Inge Pepperle. Der letzte Band soll noch in diesem Jahr erscheinen.

 

24.05.2017   Rezension zu Georg Herwegh: Gesamtausgabe

[...] Wer sich in die große, großartige Herwegh-Gesamtausgabe versenkt, welche die Berliner Literaturhistorikerin Ingrid Pepperle im Aisthesis Verlag herausgibt - und man kann sich darin verlieren! -, der gerät mitten hinein in die politischen Kämpfe Europas, die bis heute nachwirken. [...]
Benedikt Erenz in „DIE ZEIT“ (24.5.2017)

 

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23.05.2017   Rezension zu »Es ist schon ein selbstmörderisches Gewerbe«. Arno Schmidt und Hans Wollschläger

Nach dem Vorbild der Radioessays Arno Schmidts hat der Literaturwissenschaftler Walter Gödden ein Gespräch über die Gespräche zwischen Mentor und Schüler inszeniert. Thomas Thieme spricht Arno Schmidt mit liebevoller Strenge, Carsten Bender trifft den Ton des bewundernden, aber auch um Bewunderung werbenden Hans Wollschläger. [...] [Man hört] ihnen begeistert zu, als berichteten sie über ferne Länder, von Reisen durchs wilde Literatistan.
Jens Bisky in „Süddeutsche Zeitung“ (19. Mai 2015. Nr. 115)

 

23.05.2017   Rezension zu Delabar, Walter / Kocher, Ursula / Schulz, Isabel (Hgg.): Transgression und Intermedialität

All these essays reveal Schwitters’ literary heritage in a new light, especially in context of the forthcoming new edition of his texts. [...] The diversity of perspectives, fresh new discoveries and research methods in this anthology is remarkable and it is doubtless the most significant recent publication on the subject of Schwitters' literary oeuvre. [...]
Vladimir Alexeev in „The Kurt Schwitters Society Newsletter“ (No. 25, 2017)

 

23.05.2017   Rezension zu Kalnačs, Benedikts: 20th Century Baltic Drama

[...] Benedikts Kalnačs’ impressive research into the social milieus and aesthetic contexts of the twentieth century Baltic states, along with an organized rendition of essential information with respect to the overtly stated aim of the volume, allow for a thorough analysis of the region’s rich history of ideological and cultural foreign occupation, as well as the long lasting consequences it entails.
Andreea Paris-Popa in „University of Bucharest Review“ (Vol. V/2015, no 1)

 

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21.04.2017   Rezension zu Riedel, Christian: Peter Kurzecks Erzählkosmos

Riedels Analyse überzeugt durch einen großen Beobachtungs- und Detailreichtum, der vielfältige Anschlussmöglichkeiten eröffnet. [...] Die stellenweise sehr feingliedrige Analyse verbindet die drei einzelnen Hauptaspekte [Idylle, Romantik, Blues] zu einer ersten Gesamtschau von Kurzecks Autorenpoetik. [...] eine gut informierte und präzise formulierte Argumentation [...]
Carina Berg in „literaturkritik.de“ (17.04.2017)
Die ganze Rezension hier: http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=23214

 

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12.04.2017   Rezension zu Achelpöhler, Fritz: Mädchen. Schule. Zeitgeschichte.

Die Schulgeschichte ist als „Zeitreise“ konzipiert, jedoch ist es keine lineare Reise, sondern die einzelnen Kapitel sind je für sich kleine und interessante „Ausflüge“. Sie behandeln unter anderem das Schicksal der jüdischen Schülerinnen, die Stellung der Einrichtung in der Bielefelder Schullandschaft, Schule und Berufsalltag. Durch alle Einzelschilderungen hindurch zieht sich aber Achelpöhlers aufklärerischer Ansatz, zeithistorische Erkenntnis mit politischer Bildung zu verbinden.
Ingo Stucke in „Jahrbuch für Westfälische Kirchengeschichte“ (Band 111/2015)

 

12.04.2017   Rezension zu Gödden, Walter / Heßelmann, Peter / Stückemann, Frank (Hgg.): »Er war ein Licht in Westphalen«

Der Aufsatzband repräsentiert [...] zum ersten Mal umfangreich den gegenwärtigen Stand der Schwagerforschung. Der Leser wird in den vielen Anmerkungen reichlich mit Quellen- und Literaturverweisen bedient.
Christof Windhorst in „Jahrbuch für Westfälische Kirchengeschichte“ (Band 111/2015)

 

12.04.2017   Rezension zu Schwager, Johann Moritz: Sämtliche Romane und eine Reisebeschreibung

Die Romane, im Modus der Satire mit Ironie und Spott, lassen Menschen auf der bunten Bühne des Lebens ihre Verhältnisse darstellen, um Aberglauben, Obskurantismus, Heuchelei, Dummheit, Bigotterie, falsche Frömmigkeit und Schwärmerei zu benennen und eklatante Missstände im Schul- und Bildungswesen sowie in der Kirche, um Bildungsignoranz, Korruption und Pfarrschacher zu bekämpfen. [...] Schwager ging es positiv um die Befreiung der menschlichen Vernunft von falschen Vorstellungen und Bindungen, um Aufklärung und Bildung des Volkes und ihrer Lehrer und Prediger, um eine philanthropische Gesinnung, das Leben in Nächstenliebe zum Nutzen des Gemeinwohls zu führen. [...] Wer sich über diese Zeit humorvoll und gebildet, mit Wissen und Witz aus der Sicht eines spätaufklärerischen, mit reichen Kenntnissen in vielen Fachgebieten seiner Zeit ausgestatteten Pfarrers orientieren will, findet hier reichlich Stoff direkt aus den Quellen jener Zeit.
Christof Windhorst in „Jahrbuch für Westfälische Kirchengeschichte“ (Band 111/2015)

 

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11.04.2017   Rezension zu Elsaghe, Yahya: Max Frisch und das zweite Gebot

Dass der frühe Frisch eher rechtskonservativ einzuordnen war, wusste man, [...], dass aber nun mit den Ansätzen postkolonialer Studien sozusagen schweres Geschütz aufgefahren wird, [...], führt im ersten Moment zumindest zu einer automatischen Abwehrreaktion. Aber wenn dann die ausführlichen Belege geliefert werden, schwindet mehr und mehr die Skepsis. Elsaghe hat mit seiner material- und argumentationsreichen Studie eine neue, ideologiekritische notwendige Sicht auf das Werk möglich gemacht. Und diese Sicht überzeugt. [...] Elsaghes Buch [...] hat der Frisch-Forschung einen neuen Ansatz geschaffen. Seine Erkenntnisse sind schwerwiegend und müssten nun am Gesamtwerk auf die Probe gestellt werden. Er hat Frisch dabei keineswegs „abgewickelt“, sondern zu weiterer Auseinandersetzung eingeladen, die am Ende zu einer Positionsbestimmung seines Werks in der europäischen Literatur des 20. Jahrhunderts führen wird. Als Ikone der engagierten deutschsprachigen Literatur wird er dann allerdings nicht mehr gelten können. Das Buch [...] besticht auch durch seine Sprache und den bei aller methodischen Klarheit unkonventionellen Zugriff auf den Gegenstand.
Michael Dallapiazza in „Comparatio“ (Band 8; Heft 2; 2016)

 

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06.04.2017   Rezension zu Battenfeld, Katja; Bogen, Cornelia; Uhlig, Ingo; Wulfleff, Patrick (Hgg.): Gefühllose Aufklärung

Gefühllose Aufklärung is a provocative collection of well-researched essays that elucidate a wide variety of aspects of Anaisthesis and its relation to sentimentalism in eighteenth-century literature and culture. This welcome contribution on Empfindsamkeit will be of interest to scholars in eighteenth-century literary and cultural studies, history, and philosophy.
Edward T. Potter in „German Studies Review“ (40/1 2017)

 

06.04.2017   Rezension zu Lukács, Georg: Die Verdinglichung und das Bewußtsein des Proletariats

Seit 1989 gilt das Buch wieder als Geheimtipp, eine Art „ungelesener Klassiker“, gleichwohl respektiert als authentisches Zeugnis einer theoretischen Reaktion auf eine revolutionäre Epoche zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
In „Information Philosophie“ (April 2017)

 

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03.04.2017   Rezension zu Wetterau, Karin: 68

[D]ie Autorin [hängt] nicht starr an ihrem Konzept, sondern erzählt zuweilen lebendig und spannend ganz ohne neurotisierende Absichten von den Sit Ins und Flügelkämpfen, vom Alltag der Avantgarde, aus der Kinderstube der Republik.
„Wing“ in „ultimo“ (8/17)
Auf Seite 24 in: http://www.ultimo-bielefeld.de/media/ultimo.pdf

 

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01.04.2017   Rezension zu Lukács, Georg: Werke Band 1 (1902-1918) - Teilband 1 (1902-1913)

[…] Es muss dem Bielefelder Aisthesis-Verlag […] als großes Verdienst angerechnet werden, der Werkausgabe ein neues Zuhause gegeben zu haben. [...] Viele der in dem Band versammelten Texte erscheinen hier zum ersten Mal in deutscher Übersetzung, womit für die deutschsprachigen Leser das Bild des […] frühen Lukács komplettiert wird. [...]
Daniel Göcht in „Junge Welt“ (23. März 2017)

 

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21.03.2017   Rezension zu Roßbach, Nikola: Lust und Nutz

[...] Was das Korpus [...] untersuchenswert macht, sind die spannungsvollen produktions- und rezeptionsästhetischen Aspekte, die diese Werke gemeinsam haben, und die von der Autorin in close readings – teilweise kaum erforschter Texte – anschaulich dargestellt werden. [...] Alles in allem ist dies ein äußerst ertragreiches, bei aller Sprödigkeit der Materie mit viel Esprit geschriebenes Buch [...].
Jörg Löffler in „Zeitschrift für Germanistik“ (2-2017)

 

21.03.2017   Rezension zu Ananieva, Anna; Böck, Dorothea; Pompe, Hedwig: Auf der Schwelle zur Moderne

2011 hatten die drei Autorinnen einen sehr lesenswerten und neue Forschungsfelder eröffnenden Sammelband mit dem Thema Geselliges Vergnügen. Kulturelle Praktiken von Unterhaltung im langen 19. Jahrhundert herausgegeben, der in 15 Beiträgen aus literatur- wie kulturwissenschaftlicher Sicht Formen, Räume und Szenarien von literarischen und nichtliterarischen Unterhaltungskonzepten und -praktiken nachging. Nun folgen in zwei opulenten Bänden vier ausführliche Fallstudien zur Herausbildung medien- und konsumbasierter Zerstreuung im Übergang von der Spätaufklärung zur Moderne. Die Studien stellen die Ergebnisse des DFG-Projekts Von der Aufklärung zur Unterhaltung: Literarische und mediale Transformationen in Deutschland zwischen 1780 und 1840 dar. [...] Im Zusammenklang der vier voneinander unabhängigen, erfreulich materialreichen Studien, die durchaus auch Widersprüchliches zu Tage fördern, ist das Ziel der Autorinnen, die Vorgeschichte der Massenunterhaltung zu klären, erreicht. Es handelt sich um einen erfrischend neuen Blick auf bekannte Protagonisten der Aufklärung wie auch des Vormärz und der Romantik. Die tiefen Schichten der publizistisch-literarischen Unterhaltung, auf denen später die kommerzielle Konsumindustrie aufbaut, werden stark quellenorientiert freigelegt.
Ute Schneider in „Zeitschrift für Germanistik“ (2-2017)

 

21.03.2017   Rezension zu Weibisch, frankophil und (nicht nur) von Männern gemacht - JUNI. Heft 51/52

[...] auch die aktuelle Doppelnummer des JUNI [macht] ihrer Selbstbezeichnung als „Magazin“ wieder alle Ehre: Bisweilen nahe am Sammelsurium, ohne diese Nähe in einen Nachteil ausschlagen zu lassen (im Gegenteil), speichert es buchstäblich einen reichhaltigen Vorrat an Lesefrüchten und Miszellen, Ausgrabungen und Wiederentdeckungen aus dem weiten Feld der Journalliteratur und benachbarter Gebiete vorwiegend aus der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg. „Randständiges“ und „Hauptsächliches“ wohnt hier ebenso nahe beieinander wie der wissenschaftliche Fachbeitrag und die essayistische Plauderei über philologische Entdeckerfahrten. [...] Eine Besprechung des aktuellen JUNI-Magazins wäre unvollständig, würde sie auf die Widmung vergessen, die der Nummer vorangestellt ist: „Für Gregor Ackermann zum 65. Geburtstag“. Der Band präsentiert sich damit auch als eine Art Festschrift für einen bibliographischen Schatzgräber (und Mitherausgebers des JUNI-Magazins), dem sich ein wesentlicher Teil der Beiträger dankbar verpflichtet weiß: Nicht wenige haben von den ebenso beharrlichen wie findefreudigen Grabungsarbeiten des Geehrten in der unübersichtlichen Presselandschaft des frühen 20. Jahrhunderts profitiert. Wer sich mit Literatur und Publizistik dieses Zeitabschnitts editorisch und/oder bibliographisch befasst, wird Gregor Ackermann zweifellos kennen – ihn an dieser Stelle vorzustellen, hieße mithin Eulen nach Athen tragen. Zumal auch der Rezensent zu den dankbaren Nutznießern der wiederholt angesprochenen Uneigennützigkeit des Jubilars zählt (im Rahmen seiner personalphilologischen Beschäftigung mit Ernst Toller), darf er sich gleichwohl mit gehöriger Verspätung seinerseits in den Chor der Gratulanten einreihen – und im Übrigen auf die beiden Würdigungsartikel der Herausgeber verweisen, die den Band beschließen.
Michael Pilz in „Zeitschrift für Germanistik“ (2-2017)

 

21.03.2017   Rezension zu Hinrichs, Ernst: Staat ohne Nation

[...] [Es] handelt [...] sich um eine sehr lesenswerte Darstellung eines Altmeisters der Zunft, der mit profundem Wissen, Urteilsfreude und stilistischer Eleganz ein Buch vorgelegt hat, das seinen ihm gebührenden Platz unter den großen Erzählungen der preußischen Geschichte einnehmen wird.
Frank Göse in „Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte“ (2016)

 

21.03.2017   Rezension zu Wagner, Meike (Hg.): Agenten der Öffentlichkeit

Der Band bietet die Resultate einer disziplinenübergreifenden Diskussion über die Phase des politischen und gesellschaftlichen Umbruchs, von dem auch die künstlerischen und publizistischen Medien nicht unberührt blieben. Aufgezeigt werden die Veränderungen vom aufklärerischen zum modernen Kommunikationssystem. Meike Wagner bezieht diese auf zwei spezifische Momente: ,,Zum einen die Genese des modernen Subjekts als Abstraktum [ . . . ] zum anderen die expansive Medienentwicklung“ (7), die Theater und Presse als politische Foren etabliert und die Öffentlichkeit neu definiert. Der Band belegt, wie die Medien an der Abstraktion des Menschen mitwirken, was einerseits zum Kontrollverlust und zur Abstrahierung des Menschen führt, zugleich aber eine Chance für mediale Neuimplementierungen bietet. [...] Die Analysen bieten [...] interessante Aspekte, Gedankenanstöße und Vergleichsansätze für die Analyse der digitalen Medienentwicklung im 21. Jahrhundert und der damit verbundenen neuen Phase der Abstrahierung des Menschen und menschlicher Kommunikation, wobei im Gegensatz zum 19. Jahrhundert Intellektuelle und Zeitungen nur mehr eine untergeordnete Rolle spielen.
Brigitte E. Jirku in „Monatshefte“ (1-2017)

 

21.03.2017   Besprechnung des Bandes Bonanno, George A.: Die andere Seite der Trauer

Trauer aus einem anderen Blickwinkel
Der Psychologieprofessor und langjährige Trauerforscher George A. Bonanno wagt in seinem Buch „Die andere Seite der Trauer“ einen differenzierten und deutlich weniger pathologisch anmutenden Blick auf den Trauerprozess. Ein Plädoyer für innere Kraft.
Der Tod ist schrecklich und bringt uns aus der Fassung, daran besteht kein Zweifel. Die Trauer einheitlich als langwieriges Drama für alle Menschen darzustellen, wäre jedoch falsch. Zu diesem Schluss kommt George A. Bonanno, einer der erfahrensten modernen Trauerforscher und Professor für Klinische Psychologie an der Columbia Universität in New York, in seinem viel beachteten Werk „Die andere Seite der Trauer“. Darin stellt er zahlreiche seiner Forschungsergebnisse vor und wirft dabei einen ungewohnten, durchaus auch positiven Blick auf Trauerprozesse.
Zunächst übt er berechtigte Kritik an den gängigen Phasenmodellen zur Trauerverarbeitung. Zum Beispiel am Modell der Trauerphasen nach Elisabeth Kübler-Ross, nach dem auf die Phase des Nichtwahrhabenwollens zunächst Zorn, dann Verhandeln, Depression und schließlich Akzeptanz folgen. Hier fehlten zum einen empirische Studien, außerdem würden darin die von Kübler-Ross gesammelten Beobachtungen an Sterbenden auf Hinterbliebene übertragen. Zu Recht merkt Bonanno an, dass die Konfrontation mit dem eignen Tod sicher andere Gefühle hervorruft als der Verlust einer geliebten Person. Grundsätzlich bestehe bei den Phasenmodellen die Annahme, Trauernde müssten jede einzelne Phase durchlaufen, um in die nächste zu gelangen. Bonannos Forschungen ergaben jedoch, dass Trauer in Wellenbewegungen verläuft, bei denen die negativen Phasen mit der Zeit immer kürzer und weniger intensiv werden. Dazwischen sind auch positive und sogar fröhliche Momente möglich. Und das ist gut so, denn permanente Trauer wäre gar nicht auszuhalten.
Nach Bonannos Meinung unterliegt die Art und Intensität von Trauer generell so unterschiedlichen Einflüssen, dass eine normative Bewertung des Trauerprozesses wenig sinnvoll erscheint. So gibt es etwa sehr starke kulturelle Unterschiede, die er am Beispiel chinesischer Trauerrituale belegt (vgl. Bonanno, Seite 181 ff.). Auch ganz individuelle Faktoren wie die persönliche Einstellung zum Tod, die Vorstellung vom Jenseits oder die Beziehung zum Verstorbenen spielen eine entscheidende Rolle dabei, wie ein Mensch sich im Trauerfall fühlt und verhält. Die Umstände des Todes sind ebenfalls ausschlaggebend: So wird etwa der plötzliche, unerwartete Tod vollkommen anders wahrgenommen als das Sterben nach langem, schwerem Leiden. Im letzteren Fall ist nach Bonannos Beobachtungen bei vielen Angehörigen das Gefühl von Erleichterung vorherrschend, weil die Qual des geliebten Menschen ein Ende hat, aber auch weil die eigenen Kraftreserven erschöpft sind. Er führt auch das Argument an, dass der Tod eines Menschen oft das weitere Leben seiner Angehörigen maßgeblich verändert, und dass diese Auswirkungen langfristig durchaus positiv sein können.

Die meisten Menschen sind der Trauer gewachsen
Das wichtigste Kriterium für die Trauerverarbeitung sieht Bonanno in der Resilienz, der inneren Kraft des Menschen, die ihm bei der Überwindung von Krisen hilft. Inwieweit diese innere Kraft ausgeprägt ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist nur zum Teil genetisch bedingt. So spielt nach Bonannos Meinung Optimismus eine große Rolle dabei, wie wir mit schwierigen Situationen generell und eben auch mit dem Abschiedsschmerz im Trauerfall umgehen. Resiliente Menschen sind offenbar besser in der Lage, aus ihrer Trauer Trost zu schöpfen:
„In diesem Zusammenhang ist nicht überraschend, dass Hinterbliebene, die mit dem Tod eines Menschen fertig werden oder die Endgültigkeit eines Verlustes akzeptieren können, auch imstande sind, sich mit Erinnerungen an die betreffende Person zu trösten. Sie wissen, dass ihre Angehörigen nicht mehr leben, doch beim Reden und Nachdenken über die Verstorbenen entdecken sie, dass nicht alles verloren ist. Die Beziehung ist nicht vollständig abgebrochen. Sie können sich weiterhin gemeinsame positive Erinnerungen ins Gedächtnis rufen und sich daran erfreuen. Es ist, als wäre ein Teil der Beziehung nach wie vor intakt. Andere Hinterbliebene hingegen, die ein Verlust härter trifft, haben größere Schwierigkeiten, sich an positive Erinnerungen zu halten, als könnten sie den Verstorbenen nicht mehr wiederfinden, als würden die Erinnerungen sich ihnen entziehen. Der Trauerschmerz kann anscheinend alle Erinnerungen an das Gute blockieren.“ (Bonanno, Seite 84/85)
Für Bonanno erfüllt Trauer die Funktion, sich auf ein Leben ohne den Verstorbenen einzustellen, er bezweifelt aber nicht, dass Trauer tatsächlich ungemein wehtun kann. Natürlich erkennt er auch an, dass es bei etwa 10 bis 15 Prozent aller Todesfälle bei den Angehörigen durchaus schwierige stagnierende Trauerprozesse gibt, die die Betroffenen auch noch nach Jahren blockieren und nur durch Unterstützung von außen gelöst werden können (vgl. Bonanno, Seite 108). In den meisten Fällen jedoch wandelt sich der Schmerz des Verlustes in eine anhaltende Beziehung zum Verstorbenen und eine tröstliche Erinnerung, und das ganz ohne Mitwirkung von außen.
Für diejenigen, die mit Trauernden zu tun haben, ist vor allem wichtig, dass ein schnelles Zurückfinden in das Weiterleben oder sogar ein scheinbares Fehlen extremer Trauerreaktionen kein Zeichen für Verdrängung sein müssen, sondern einfach die Folge gesunder innerer Stärke sein können. Für Trauernde selbst zeigt Bonanno in seinem Buch an vielfältigen Beispielen, dass im Grunde jede Reaktion im Trauerfall ihre Berechtigung hat, weil es hier keine Norm gibt. Allein das kann sicher eine große Entlastung sein, wenn man Abschied nehmen muss.
Cathrin Gawlista / Rapid Data - Unternehmensberatung für Bestatter

 

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17.03.2017   Rezension zu Scheithauer, Jan: „Land der Philister“ - „Land der Freiheit“

[...] Scheithauers kohärente Ausführungen [muten] stets plausibel an. [...] [Er] gewinnt dem Heine'schen Identitätsproblem durchaus neue Facetten ab [...]. [Seine] Ausführungen [erscheinen] überzeugend und [stellen] eine Bereicherung innerhalb der Identitätsdebatte [dar].
Jan van Holtum in „Heine-Jahrbuch 2016“

 

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05.03.2017   Rezensionen zu Wetterau, Karin: 68

Für den Großteil ihrer Interviewpartner sei die Frage nach ihrer Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit Deutschlands und ihrer Familien „überraschend“ gewesen. Die linke Identität [...] sei „für viele eine Art der Verdrängung“ gewesen. [...] Karin Wetterau „wünscht sich, dass ihr Buch dazu beiträgt, dass nachvollziehbar bleibt, warum ihre Generation sich „geschämt hat, Deutsche zu sein“.
Burgit Hörttrich in „Westfalen-Blatt“ (1.03.2017)

Karin Wetteraus „Buch ist lebendiges Zeugnis einer Generation auf der Suche nach sich selbst und vielleicht auch nach einem besseren Deutschland“.
Eike Birk in „Bielefelder“ (März 2017)
Auf Seite 79 in: http://www.der-bielefelder.de/download/magazin/magazin_95_1.pdf

 

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27.02.2017   Rezension zu Gödden, Walter / Kienecker, Michael / Knüppel, Christoph: Welt und Ich

[...] Ein Band wie der vorliegende [...] ist für die Erweiterung dieses besonderen, nicht geschlossen konzipierten Werks bereits per se bedeutsam. [...] Grundsätzlich überzeugt die individuelle Bedeutung der einzelnen Funde fast immer ebenso wie ihre Einbettung in den Werkkontext. [...] der Band versteht sich weniger als Edition denn als Präsentation neuer Materialien [...]. Dies gelingt auch ganz eindeutig - und das nicht zuletzt aufgrund des sorgsamen, von großer Kennerschaft der Herausgeber zeugenden Kommentars.
Hannah Markus in „Weimarer Beiträge“ (1, 2017)

 

27.02.2017   Rezension zu Holz, Hans Heinz: Freiheit und Vernunft

Die beste Einführung in Leben und Werk von Hans Heinz Holz stammt von ihm selbst: Freiheit und Vernunft. Mein philosophischer Weg nach 1945. Mit einem Vorwort v. J. Zimmer, Bielefeld: Aisthesis Verlag 2015.
In „Junge Welt“ (aus Anlass des 90.Geburtstags von Hans Heinz Holz am 25.02.2017)

 

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26.01.2017   Rezension zu Poetini, Christian (Hg.): Gender im Gedächtnis

[Sämtliche] Beiträge betrachten die Erinnerungsthematik auf unerwartete Weise aus der Genderperspektive und führen so zu neuen Erkenntnissen [...]
Grazia Berger in „Germanistische Mitteilungen“ (2016)

 

26.01.2017   Rezension zu Poetini, Christian: WEITERÜBERLEBEN

Die leicht überarbeiteten Fassung von Poetinis [...] Dissertation bietet einen sehr guten Einblick in die Thematisierung des Überlebens in den Werken von Jean Améry und Imre Kertész, wobei er die spezifische Perspektive beider Autoren hinsichtlich deren eigenen Überlebenserfahrung und der Problematik des Weiterlebens rekonstruiert. [...] Poetini [liefert] eine detaillierte Studie der autobiographischen Elemente ihrer Werke. Insbesondere die ausführliche Analyse des Romans Liquidation füllt ein Desiderat in der literaturwissenschaftlichen Forschung zu Kertész.[...] Die zahlreichen intertextuellen Verweise in Kombination mit den Kontextualisierungen, biographischen Daten und zusätzlichen inhaltlichen Informationen bilden die Grundpfeiler dieser lesenswerten und soliden Studie. [...] Die gründliche Analyse des Überlebenstopos leistet einen wertvollen Beitrag zur literaturwissenschaftlichen Holocaustforschung. Zugleich nimmt die Studie selbst eine Stelle im von Poetini geschilderten Prozess des Weiterüberlebens ein, indem die Werke von Améry und Kertész auch in dieser Arbeit und so in der Erinnerung fortleben.
Anneleen Van Hertbruggen in „Germanistische Mitteilungen“ (2016)

 

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25.01.2017   Rezension zu Kebir, Sabine: Frauen ohne Männer? Selbstverwirklichung im Alltag. Elfriede Brüning (1910-2014)

[D]as Buch nimmt gefangen, wo immer man es aufschlägt. Das kommt, weil sich Lebensbeschreibung stets die Waage hält mit wissenschaftlicher Analyse.
W.K. in „Ossietzky. Zweiwochenschrift für Politik \ Kultur \ Wirtschaft“ (21.01.2017)

 

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18.01.2017   Rezension zu Schönherr, Ulrich: Klang - Bild - Sprache

[...] Lobenswert an der Publikation ist neben der gewählten Thematik außerdem die ausgeglichene Gewichtung jeder Einzelanalyse. In sehr klaren Ausführungen wird auf unterhaltsame Weise in eine sehr komplexe Materie eingeführt. Schönherr versucht gar nicht erst, 3.000 Jahre Musikgeschichte aufzuarbeiten. Der Autor will nicht sein umfängliches Wissen unter Beweis stellen oder wie gut sich unterschiedliche musikästhetische Modelle mit etlichen Werken der Literatur- und Filmgeschichte verknüpfen lassen, sondern erreicht mit seinen leicht verständlichen Erläuterungen eine schrittweise Heranführung der Lesenden. Von dem schmalen Buch kann kein Überblick erwartet werden, umso anschaulicher und gut verständlich ist Schönherrs Rekonstruktion der verschiedenen Repräsentationsmodi. Wer nicht jedes Buch oder Hörspiel kennt, von dem der Germanist und Philosoph spricht, wird spätestens nach der Lektüre des Bands auf die jeweils erwähnte Aura und Erzählbewegung der einzelnen Werke gespannt sein. Interessant wäre noch die Frage gewesen, was Schönherr zu Atonalität, serieller und elektronischer Musik, Aleatorik oder Minimal Music und deren Auftauchen in diversen Medien zu sagen hätte – vielleicht folgt das ja in einer weiteren Publikation. [...]
Daphne Tokas in „literaturkritik.de“ (01-2017
Zur vollständigen Sammelrezension: http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=22830

 

18.01.2017   Rezension zu Prutti, Brigitte: Unglück und Zerstreuung

Brigitte Prutti hat einen Essay von 93 Seiten Umfang verfasst, der einerseits streckenweise die stilistische Leichtigkeit der Gattung aufweist, andererseits aber auch den Ansprüchen an wissenschaftliche Genauigkeit gerecht wird und damit einen Beitrag zur Grillparzerforschung leistet.
Karin S. Wozonig in „literaturkritik.de“ (2/2017)
Zur vollständigen Rezension: http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=22895

 

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16.01.2017   Trauer um den Aisthesis-Autor Roy C. Cowen

Der verdiente amerikanische Literaturhistoriker Roy C. Cowen ist zu Beginn des Jahres 2017 gestorben. Der 1930 geborene Cowen lehrte von 1960 bis 2001 als Professor an der University of Ann Arbor/Michigan. Er war Autor zahlreicher Standardwerke u.a. zum Drama des 19. Jahrhunderts, Poetischen Realismus und Naturalismus sowie zu Christian Dietrich Grabbe und Gerhart Hauptmann. Seine zuerst 1998 und 2010 in 2. Auflage im Aisthesis Verlag erschienene Grabbe-Monographie Christian Dietrich Grabbe – Dramatiker ungelöster Widersprüche ist derzeit die einzige im Buchhandel erhältliche Gesamtdarstellung von Leben und Werk dieses großen Dramatikers, dessen Werk Cowen 1977 in einer bei Hanser erschienenen Ausgabe auch ediert hat. Bereits 1972 hatte er diesem Autor mit seiner bei Twayne in New York erschienenen Monographie „Christian Dietrich Grabbe“ in den U.S.A. zu größerer Aufmerksamkeit verholfen. Bis ihn sein Gesundheitszustand daran hinderte, hat Roy C. Cowen den Aisthesis Verlag alljährlich mit seinen Besuchen beehrt, die wir in bester Erinnerung behalten werden. Er war ein äußerst angenehmer, humorvoller Gesprächspartner, der in seinen letzten Lebensjahren immer davon geträumt hat, noch einen richtig guten Kriminalroman zu schreiben. Ob es ihm gelungen ist, ist mir leider nicht bekannt. In großer Trauer über den Verlust dieses alten Freundes, Detlev Kopp.

 

16.01.2017   Rezension zu Thielking, Sigrid / Vogt, Jochen (Hgg.): ‚Beinahekrimis‘ - Beinahe Krimis !?

[...] Thielking and Vogt’s volume can thus be viewed as an updated supplement to Jochen Vogt’s bynow-classic anthology of crime fiction scholarship, Der Kriminalroman: Poetik – Theorie – Geschichte (Fink, 1998). Beinahekrimis not only brings us into the twentyfirst century, but broadens the perspective to include the fecund margins of genre. While the Germanist will delight in the volume’s innovative insights on Weimar court reports, adaptations of Bu¨chner’s Woyzeck, and Du¨rrenmatt’s novels, the comparativist will appreciate the international scope and historical range of this anthology.
Faye Stewart in „Monatshefte“ (4-2016)

 

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11.01.2017   Rezension zu Gieseler,Theodor (als Theodor Friedberg): Der Religionszwist zu Bacherau

Frank Stückemann [...] erfreut jetzt seine Leserschaft mit einer Neuausgabe eines weithin vergessenen, aber auch den heutigen Leser faszinierenden Romans aus der Zeit des sogenannten Vormärz. Es ist eine 1838 anonym veröffentlichte Erzählung, die kritisch, ironisch und insbesondere psychologisch die möglichen fragwürdigen Motive pietistischer Gemeindebildung aufdeckt und religionsphilosophisch über die Bedeutung des menschlichen Bewusstseins und der kritischen Vernunft für den Glauben reflektiert. [...]
Stefan Bitter in „Jahrbuch für Evangelische Kirchengeschichte des Rheinlandes“ (64-2015)

 

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08.01.2017   Rezension zu Gieseler,Theodor (als Theodor Friedberg): Der Religionszwist zu Bacherau

Der Religionszwist zu Bacherau Diese Satire auf den Pietismus und die Erweckungsbewegung liegt hier in einer vorbildlichen Edition vor, die den Leser auch mit den Entstehungsbedingungen des Romans und seine Rezeption vertraut macht. Theodor Gieseler (1805–1888) entstammte einer bedeutenden Theologendynastie Westfalens und erlebte als Pfarrer in Hüllhorst bei Lübbecke das Aufkommen der Erweckung in Minden- Ravensberg, deren Vernunfthass ihn zur satirischen Notwehr trieb, wie der Herausgeber verrät. Gieseler reagierte 1838 mit dem hier vorgelegten Roman, in dem der Erweckungsprediger Johann Heinrich Volkening (1796– 1877) als »Magister Dünkelbock« ein satirisches Denkmal erhält. Zu Recht weist Stückemann darauf hin, dass der Roman ein zuverlässigeres Sittenbild der Erweckung bietet als sämtliche Hagiographien und deren kirchenhistorische Kolportage; es sei mit Abstand das Beste, was Minden-Ravensberg zur Literatur des Vormärzes beizusteuern habe und halte den Vergleich mit Grabbe, Weerth und Freiligrath stand.
Holger Böning in „Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte“ (18. Jahrgang, 2016)

 

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03.01.2017   Rezension zu Gödden, Walter / Kienecker, Michael / Knüppel, Christoph: Welt und Ich

Die Veröffentlichung bisher unbekannter oder in anderer Fassung bereits vorliegender Texte bietet demjenigen, der sich mit dem Dichter und seinem Werk beschäftigt, neue Anregungen, [...] Für den Fachmann ist die Publikation ein Gewinn, die für weitere Forschungen einige spezifische Aufgaben signalisiert wie Hilles Beziehung und Verständnis für den Jugendstil, seine Haltung zu Juden und Antisemitismus und seine Beziehung zu Künstlerkolonien.
Rüdiger Bernhardt in „Jahrbuch für Internationale Germanistik“ (Jahrgang XLVIII – 2/2016)

 

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22.12.2016   Rezension zu Lewald / Stahr. Ein Leben auf dem Papier. Der Briefwechsel 1846 bis 1852. Bd. 2

Der zweite Band der Lewald-Stahr-Briefausgabe besticht wieder durch eine überbordende Quellenfülle, die jene des ersten opulenten Bandes sogar übersteigt. […] Hervorzuheben ist erneut die kenntnisreiche und prägnante Einzelkommentierung, die sich auch auf Personen aus der Peripherie erstreckt, wo keine Wikipedia-Recherche weiterführen würde. […] Der Briefwechsel der Jahre 1848 und 1849 vermittelt in seiner Komplexität sehr viele neue Erkenntnisse, zunächst natürlich in biografischer Hinsicht. […] Mit einer besonderen Erwartungshaltung liest man die Reisebriefe aus dem revolutionären Paris […] In einer die disparatesten Eindrücke amalgamierenden Atemlosigkeit vorgetragen, wird das begierige Aufsaugen aller verfügbaren Informationen verdeutlicht, das Eintauchen in eine einzigartige Aufbruchsstimmung, das hautnahe Miterleben von revolutionären Aktionen, auch im Bereich der Kultur, und die Begeisterung für die sozialrevolutionäre Dynamik der Umwälzungen. […]
[D]ie nun zugänglichen brieflichen Tagesberichte aus Frankfurt und der Nationalversammlung in der Paulskirche [vermitteln] noch ungefilterte, aber von analytischer Schärfe bestimmte Einblicke in den politischen Gärungsprozess nach den September-Unruhen und in die Konfrontation der Fraktionen. […] Von besonderer Dichte und Eindringlichkeit sind dann die Briefe aus den verschiedenen Phasen der Gegenrevolution, des Zusammenbruchs der im Zuge der Märzrevolution errungenen freiheitlichen Strukturen. […] Die Auswahl der Briefe von Adolf Stahr verhilft in diesem Band zu einer deutlicheren Konturierung seines politischen Profils. Ihm gelingen immer wieder brillante aktuelle Analysen […]
Als Medium des Austauschs zu grundlegenden ästhetischen Fragen werden die Briefe von beiden Partnern intensiv genutzt.
Mit dem vorgelegten zweiten Band festigt sich die herausragende Bedeutung der Edition für die Durchdringung und die Vergegenwärtigung einer zentralen Phase europäischer Geschichte in ihrer politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Vielschichtigkeit.
Ariane Neuhaus-Koch in „Heine Jahrbuch“ 55 (2016)

 

22.12.2016   Rezension zu Anderegg, Johannes: Lorbeerkranz und Palmenzweig

[...] Anderegg unternimmt [...] einen ehrenwerten Streifzug durch die Literaturgeschichte des poetischen Lobs und wirft damit einen überraschenden und erhellenden Blick in die Kulturgeschichte: vom philosophischen Sportlerlob der alten Griechen über die Kirchenkritik der Renaissance bis zur romantischen Naturpoesie. [...]
Hansruedi Kugler in „St. Gallener Tagblatt“ (12.12.2016)

 

22.12.2016   Rezension zu Beese, Melanie: Münchhausens wunderbare wissenschaftliche Abenteuer

[...] Melanie Beese macht evident, dass die lange Zeit nur für Lügen- und Abenteuergeschichten gehaltenen Münchhausen-Versionen Raspes und Bürgers in ihrer Flugthematik durchaus auch auf realen Errungenschaften basieren. Die Texte gestalten nicht nur umfassend die technischen Aspekte – die viel diskutierten Anwendungsmöglichkeiten der Luftfahrt, insbesondere die lange als Problem geltenden Möglichkeiten der Steuerung und der horizontalen Bewegung –, sondern formulieren auf der Metaebene zugleich innovative Überlegungen zu Grenzüberschreitungen in gesellschaftlicher wie philosophischer Hinsicht oder deuten menschliches Fliegen als Symbol neuer gewonnener Freiräume, Phantasieerweckungen und Spekulationsanreize. [...] [Beese] breitet eine Fülle latenter Aspekte dieser der erzählten Abenteuer innewohnenden Substanz aus und weist interpretatorisch nach, in welch erstaunlichem Maße die Münchhausen-Dichtungen unter den prahlerischen Übertreibungen und großsprecherischen Selbstinszenierungen ihrer Sprecher oder deren lakonischen Understatements neben realen Fakten auch utopisches Potential bergen. [...]
Günter Häntzschel in „arbitrium“ (2016; 34(3))

 

22.12.2016   Rezension zu Scheithauer, Jan: „Land der Philister“ - „Land der Freiheit“

Scheithauer gewinnt dem Heine'schen Identitätsproblem durchaus neue Facetten ab.
Jan von Holtum in „Heine Jahrbuch“ 55 (2016)

 

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17.12.2016   Rezension zu Grisar, Erich: Ruhrstadt. Roman

Es ging [Grisar] um Grundsätzliches, um das Missverhältnis zwischen den sozialen Klassen, um die Missstände, unter denen die Arbeiter leiden mussten, und um den Anspruch, den sie auf eine Verbesserung ihrer Verhältnisse stellen konnte. [...] Nutzt man Ruhrstadt als Sachquelle und habituellen Fundort, ist der Text von unschätzbarem Wert. [...]
Walter Delabar: vorab zum Zeitschriftendruck in JUNI Heft 53-54 auf www.juni-magazin.de bzw. http://www.juni-magazin.de/rezensionen/ (Dezember 2016)

17.12.2016   Rezension zu Grisar, Erich: Kindheit im Kohlenpott

[Die Erinnerungen sind] äußerst informativ, was die Alltagsgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts angeht. [...] Grisars Text [ist] auf das einzelne Kind fokussiert, das in völliger Armut und unter, aus heutige Sicht, extremen Umständen aufwächst. Die Kluft zur bürgerlichen Überversorgung kindlicher Existenzen heute könnte größer nicht sein.
Walter Delabar: vorab zum Zeitschriftendruck in JUNI Heft 53-54 auf www.juni-magazin.de bzw. http://www.juni-magazin.de/rezensionen/ (Dezember 2016)

 

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14.12.2016   Rezension zu Pitschmann, Siegfried: Erzählungen aus Schwarze Pumpe

[...] Die Texte sind Zeitzeugen des östlichen Teils von Nachkriegsdeutschland. Alles ist im Aufbau, es mangelt an vielem, der Lebensstandard ist niedrig, die Entwicklung lahmt, auch die Weltanschauung ist erst im Aufbau. Alle Erzählungen atmen den Glauben an den Aufbruch in eine bessere Zeit. Der Anblick des wachsenden Kombinats, der Hochhäuser in der Neustadt von Hoyerswerda, ruft Ehrfurcht im Erzähler hervor. Dadurch erscheinen die Erzählungen streckenweise als Gratwanderungen, doch der nicht der SED angehörende Pietschmann stürzt nicht ab in einen ideologischen Taumel. Sein Fortschrittsglaube ist nicht anders als der vieler seiner Mitbürger in jenen Tagen, nicht anders als der seiner Landsleute im Westen. [...]
Stefan May in „Die Presse“ (10.12.2016)

 

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11.12.2016   Rezension zu Anderegg, Johannes: Lorbeerkranz und Palmenzweig

[...] Andereggs Durchgang durch die Geschichte poetischen Lobs in der deutschen Literatur überzeugt durch seine flüssige Lesbarkeit, durch die Solidität der Quellensammlung und durch die literarische Wichtigkeit seiner Thematik. [...]
Dirk Werle in „Das Achtzehnte Jahrhundert“ (2016, Heft 2)

 

11.12.2016   Rezension zu Schwager, Johann Moritz: Briefe aus Jöllenbeck

[...] Die Editionstechnik bei dieser Sammlung von Briefen ist ebenso sachgerecht wie sorgfältig. Eine kenntnisreiche Einleitung des Herausgebers rundet das Bild eine Edition ab, die wissenschaftsgeschichtlich weiterführend ist und als Verdienst für die Forschung gewertet werden muss.
Dirk Fleischer in „Das Historisch-Politische Buch“ (2016, Heft 4)

 

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07.12.2016   Rezension zu Poetini, Christian (Hg.): Gender im Gedächtnis

[Sämtliche] Beiträge betrachten die Erinnerungsthematik auf unerwartete Weise aus der Genderperspektive und führen so zu neuen Erkenntnissen, [...].
Grazia Berger in „Germanistische Mitteilungen“ (42/1-2016)

 

07.12.2016   Rezension zu Poetini, Christian: WEITERÜBERLEBEN

[Christian Poetini kommt] ein doppeltes Verdienst zu: Die gründliche Analyse des Überlebenstopos leistet einen wertvollen Beitrag zur literaturwissenschaftlichen Holocaustforschung. Zugleich nimmt die Studie selbst eine Stelle im von Poetini geschilderten Prozess des „Weiterüberlebens“ ein, indem die Werke von Améry und Kertész auch in dieser Arbeit und so in der Erinnerung fortleben.
Anneleen Van Hertbruggen in „Germanistische Mitteilungen“ (42/1-2016)

 

07.12.2016   Rezension zu Dürbeck, Gabriele / Dunker, Axel (Hgg.): Postkoloniale Germanistik

[Der Band bietet einen] solide[n] Überblick für Neuankömmlinge, aber auch quasi eine Leistungsschau für älter Eingesessene im Feld der postkolonialen Germanistik (mit diversen „usual suspects“), an dem es als solchem kaum etwas auszusetzen gibt: stellt er sich doch immer als fachlich richtig (d.h. ohne faktische Fehler), gut redigiert und mit einer Bibliografie, die so vollständig ist, wie sie nur sein kann.
Clemens Ruthner in „Germanistische Mitteilungen“ (42/1-2016)

 

07.12.2016   Rezension zu Lesebuch Harald Hartung

Hartungs Gedichte sind Stillleben, feinsinnige Meditationen, Räume der Stille [...] Mit [dem Lesebuch Harald Hartung] gibt es nun die Gelegenheit, sich mit der Gedankenwelt eines der wichtigsten Lyriker der deutschen Gegenwartsliteratur auseinanderzusetzen.
Walter Gödden in „Westfalenspiegel“ (6/2016)

 

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06.12.2016   Rezension zu Lesebuch Gerhard Mensching

Walter Gödden hat in „Nylands kleine westfälische Bibliothek“ ein Lesebuch mit ausgewählten Texten von Gerhard Mensching herausgegeben. Eine sehr verdienstvolle Publikation ist dabei entstanden, die einen Autor ans Tageslicht befördert, über den sich schon Dämmerung ausgebreitet hat, aber kein Schatten, denn dazu sind Menschings Texte viel zu gut. Gödden hat die Auswahl sehr geschickt getroffen, ein Reader ist entstanden, bei dem auch die Textauszüge in sich geschlossen und für den Leser verständlich sind. [...] Nach der Lektüre dieses Lesebuchs hat der Leser garantiert Lust, sich mit einem von Menschings Romanen oder Novellenbänden zu beschäftigen.
Heinrich Peuckmann in „Der Emscherbrücher“ (2016/17)

 

06.12.2016   Rezension zu Rose, Margaret A. (Hg.): Theodor Mintrops komische Märchen in Bildern (1855-1866)

Im 19. Jahrhundert war Theodor Mintrop (1814-1870) einer der berühmtesten Maler Düsseldorfs. Als „ländlicher Raffael“, „Wunderkind der Romantik“ oder gar als „der zweite Giotto“ wurde er von seinen Zeitgenossen bezeichnet. [...] Das sorgfältig edierte Buch ist eigentlich ein Doppelband, versammmelt es doch die beiden Alben „Mammelitzken und die Heinzelmanken - ein komisches Hausmärchen“ (1855-1860) und „König Heinzelmanns Liebe“ aus dem Jahr 1866. [...] Die Wirklichkeit wird humoristisch überhöht, etwas Zauberhaftes zieht in den Alltag ein. Ein auch heute noch zauberhaftes Werk, das eine Entdeckung wert ist.
Stefan Brams in „Neue Westfälische“ (6. Dezember 2016)

 

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28.11.2016   1916/2016: 100 Jahre „Theorie des Romans“ von Georg Lukács

Georg Lukács' 1916 erschienene „Theorie des Romans“ steht im Mittelpunkt einer Tagung am 2. und 3.12. in Berlin: http://lfbrecht.de/events/kategorie/schwerpunkte/?schwerpunkte=Georg-Luk%C3%A1cs-Tagung&y=&PHPSESSID=06284617398b75318843931cf43f71f1

Die einzige zuverlässige Edition dieses Jahrhunderttexts ist 2009 bei Aisthesis erschienen. Sie wird auch einen zentralen Bestandteil des im Oktober 2017 erscheinenden zweiten Teilbandes des ersten Bandes der Lukács-Werkausgabe bilden, den Zsuzsa Bognár, Werner Jung und Antonia Opitz herausgeben werden. Der erste Teilband ist soeben erschienen.

 

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17.11.2016   Rezension zu Grubner, Bernadette: Analogiespiele

[...] Bernadette Grubner hat mit „Analogiespiele“ eine herausragende Dissertation veröffentlicht, von der die Forschung, wenn sie denn will, noch lange zehren wird. [...] Grubners Stärke [...] liegt in der Interpretation der einzelnen Dramen und der theoretischen Abstimmung der herausgebrachten Ergebnisse aufeinander, was eine gut organisierte intellektuelle Arbeit an Material und Begriff verrät. [...] Desgleichen ist ihre Sprache zu loben. Die Autorin kann schreiben. [...] Methodologisch lässt sich zudem rühmen, dass Grubner sich für das klassische Geschirr der Philologie entschieden hat.
Felix Bartels in „Hacks Jahrbuch“ (2016)

 

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16.11.2016   Rezension zu Gödden, Walter / Kienecker, Michael / Knüppel, Christoph: Welt und Ich

Der aufwändig und schön gestaltete Band versammelt Texte, die durch einen »philologische[n] Glücksfall« in die Hände der Hille-Gesellschaft gerieten. [...] Der Band ist durch die neuen Texte und kundigen Kommentare eine wichtige Ergänzung zu den Werk- und Briefausgaben.
Philip Ajouri in „Germanistik“ (2015; Band 56; H 3-4)

 

16.11.2016   Präsentation des Buchs „Farben des Lebens“ am 14. November 2016

Am Abend des 14.11. wurde im Stadttheater Gütersloh die Biografie „Farben des Lebens. Ulrike Detmers - gelebtes Plädoyer für eine Allianz von Bildung, Wirtschaft und Familie“ vorgestellt. Musikalisch begleitet vom Jazztrio Kordes-Tetzlaff-Godejohann las die Schauspielerin Nicole Lippold vom Stadttheater Bielefeld aus der von Anne Kitsch geschriebenen, von Peter Zickermann gestalteten und im Aisthesis Verlag erschienenen Biografie der Unternehmerin und Fachhochschulprofessorin Ulrike Detmers. Auf dem Foto von Carsten Borgmeier von links nach rechts: Peter Zickermann, Ulrike Detmers, Anne Kitsch, Detlev Kopp.

 

Farben des Lebens-Präsentation

 

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10.11.2016   Rezension zu Mann, Heinrich: Essays und Publizistik. Band 3: November 1918 – 1925

[...] Die spezielle Bedeutung dieser Edition basiert auf der Kommentierung durch B. Veitenheimer. In den Kommentaren geht er akribisch auf den Ausgangspunkt des jeweiligen Essays zurück, thematisiert den Kontext des Geschehens [...], ebenso die Resonanz, auf die M.s Stellungnahme in der Presse bzw. bei Freunden und Kollegen wie z.B. Félix Bertaux oder Kurt Tucholsky stößt. [...] Diese nicht bloß sorgfältige, sondern methodologisch strikt reflektierte Kommentierung, die den Umfang der Basistexte weit übertrifft, eröffnet der Forschung ein neues, überaus komplexes Bild der Persönlichkeit M.s, seines politischen Engagements, seiner Kontakte zu Kollegen und führenden Publizisten der Weimarer Republik.
Frithjof Trapp in „Germanistik“ (2015, Heft 3-4)

 

10.11.2016   Rezension zu Prutti, Brigitte: Unglück und Zerstreuung

[...] Die Verf. kann sich auf umfangreiche Sekundärliteratur stützen und dokumentiert ihre These, dass das selbstdiagnostizierte Unglück durch die selbstverordnete Abhilfe zu immer neuem Unglück führt. [...]
August Obermayer in „Germanistik“ (2015, Heft 3-4)

 

10.11.2016   Rezension zu Müller, Jan Patrick: Literaturmarkt, Schreiben und Publizieren im Prosawerk Karl Herloßsohns

[...] Die Untersuchung [...] überzeugt durch eingehende Textanalysen und verallgemeinernde Rückschlüsse aus den symptomatischen Einzelfällen. So kann der Verf. zeigen, dass H.s Referenzen auf die Zwänge eines florierenden Marktes weniger als persönliche Zeugnisse eines getriebenen Vielschreibers zu lesen sind, sondern vielmehr als selbstbewusste Entdeckungen des produktiven Potentials, die der Literaturbetrieb seiner Zeit geboten hat.
Dieter Martin in „Germanistik“ (2015, Heft 3-4)

 

10.11.2016   Rezension zu Stella, Kristina: Brigitte Reimann. Kommentierte Bibliografie und Werkverzeichnis

[...] Erfasst werden jeweils alle Auflagen, Lizenzausgaben, Übersetzungen und sonstige Publikationsformen, minutiös bibliografiert mit vergleichenden Überblicken, gegebenenfalls auch detaillierten Versionsvergleichen, Angaben zur Ausstattung jeder einzelnen Publikation, Hinweisen auf beteiligte Personen [...], die eben vollständig aufgelistet werden. [...]
Andrea Jäger in „Germanistik“ (2015, Heft 3-4)

 

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09.11.2016   Rezension zu Kitsch, Anne: Farben des Lebens

[...] Die Powerfrau hat die Autorin - und damit die Leser - so nah an sich herangelassen wie kaum jemanden zuvor. Man lernt „die Ulli aus Biemsen-Ahmsen“ kennen, den 15-jährigen Teenager, der mit dem späteren Ehemann Albert Detmers auf Reisen geht, die ehrgeizige Studentin, die erst den Doktor macht und sich dann im Rennen um eine Fachhochschul-Professur durchsetzt. Man lernt, die Unternehmerin zu verstehen, die Rastlose, die Macherin, die Mutter [...]. All diese Facetten beschreibt Kitsch wohlwollend, und zugleich auch mit wohltuender Distanz. [...]
Stefan Schelp in „Neue Westfälische“ (8.11.2016)

 

09.11.2016   Rezension zu Kalnačs, Benedikts: 20th Century Baltic Drama

[...] Benedikts Kalnačs’s monograph is one of the first groundbreaking steps in the long process of Baltic epistemic, cultural, and aesthetic decolonization, which will hopefully be followed by others in the near future.
Madina Tlostanova in „Baltic Worlds“ (10/2016)

 

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07.11.2016   Tagung der Rosa-Luxemburg-Stiftung-Sachsen anlässlich der Präsentation von Bd. 1 von Georg Lukács’ Werkausgabe im Aisthesis Verlag

Am 25.11. lädt die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Leipzig zu der Tagung „Utopie und Totalität. Die Fortsetzung von Etwas – Georg Lukács’ Frühschriften“ ein. Anlass dazu ist das Erscheinen des ersten Teilbands (Frühschriften 1902-1913) von Band 1 der Georg-Lukács-Werkausgabe, die nun, nach langjähriger Unterbrechung, fortgesetzt und zum Abschluss gebracht werden wird. Der zweite Teilband (Frühschriften 1914-1918) wird im Herbst 2017 folgen, der die Edition abschließende Band 3 ist für 2018/19 geplant.
Zur Webseite: http://www.sachsen.rosalux.de/event/56952/utopie-und-totalitaet-die-fortsetzung-von-etwas-georg-lukacs-fruehschriften.html

 

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02.11.2016   Rezension zu Rohde, Carsten; Schmidt-Bergmann, Hansgeorg (Hgg.): Die Unendlichkeit des Erzählens

The volume does [...] offer excellent opprtunities for readers, particulary those who are acquainted with and have a particular interest in literature since the „Wende“, to productively engage with ideas essential to conceptualizing the German-language novel of the past 25 years, and with the genre's potential, if not endless, prospects for the future.
Marton Marko in „Gegenwartsliteratur“ (16. Bandes des Jahrbuchs / 2016)

 

02.11.2016   Rezension zu Zimmer, Jörg: Arbeit am Begriff

Zimmers Buch öffnet Wege, eine mit weiterem Material angereicherte problemorientierte Kunstphilosophie zu entwerfen.
Martin Küpper in „Das Argument“ (319/2016)

 

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02.11.2016   Presseerklärung der Kurt-Wolff-Stiftung zum Urteil des Bundesgerichtshofs und die dadurch erzwungene Forderung der Rückerstattung der 2012-2014 erhaltenen Zahlungen an die Verlage durch die VG WORT

Die VG Wort und die unabhängigen Verlage in der Krise
Erklärung der Kurt Wolff Stiftung zur Lage nach dem VG Wort-Urteil und vor Beginn der Rückzahlungen

Gerade hat die Verwertungsgesellschaft Wort Rückzahlungsforderungen an die Verlage verschickt.
Diese gründen in der diesjährigen richterlichen Aufhebung des vor vielen Jahrzehnten in der VG Wort einstimmig getroffenen Beschlusses, die Geldsummen, die für die physischen und digitalen Kopien urheberrechtlich geschützter Werke von den Verwertungsgesellschaften eingezogen werden, zwischen den Autorinnen und Autoren und den Verlagen aufzuteilen.
Dieses Urteil verkennt, dass zwar die Autorinnen und Autoren ihr Werk geschaffen haben, doch auch der Verlag zumeist einen hohen Anteil daran hat, dass das Werk gelungen ist und verbreitet wird – und somit überhaupt kopiert werden kann.
In den vergangenen Jahrzehnten haben die Verlage allerdings ihre Leistung im Lektorat, im Vertrieb und bei der Promotion der Bücher leider oft dezent beschwiegen.
Zudem, das soll nicht geleugnet werden, gibt es, wie in jeder Branche, in unserem Metier einige schwarze Schafe, deren zusätzliche Leistungen für das zu verkaufende Werk nicht messbar sind und die die Autorinnen und Autoren schlicht ausbeuten.
Diese beiden Umstände erlauben es, in interessierten Kreisen das Gerücht zu streuen, Verlage seien insgesamt überflüssig. Die interessierten Kreise schafften es, die Autorinnen und Autoren und die Verlage auseinanderzudividieren, die einen als naive Opfer, die anderen als durchtriebene Täter hinzustellen.
Für die von der Kurt Wolff Stiftung vertretenen Verlage können wir ohne Zögern sagen, dass dies nicht stimmt. Vielmehr versuchen diese Verlage fair zu den Autorinnen und Autoren zu sein, ebenso, wie sie fair auf den Buchhandel zugehen und im Umgang mit anderen Verlagen große Kollegialität zeigen.
Sie sind Enthusiasten, die, wenn sie ein wenig Geld übrig haben, dieses lieber in ein Projekt investieren, als es auf die hohe Kante zu legen. Ökonomen mögen dieses Verhalten belächeln. Der Vielfalt der Kultur hat es dagegen keinesfalls geschadet.
Nicht umsonst erscheint heute die Mehrzahl der ausgezeichneten Lyrikbände in unabhängigen Verlagen. Auch wichtige Werkausgaben werden inzwischen vor allem von unabhängigen Verlagen herausgebracht. Und in diesem Jahr gingen alle Preise der Leipziger Buchmesse sowie der Deutsche Buchpreis nicht umsonst ausschließlich an Bücher, die in Verlagen erschienen sind, die dem Freundeskreis der Kurt Wolff Stiftung angehören.
Doch der Enthusiasmus für das gute Sachbuch und für die Literatur hat seine Kehrseite.
Die Rückzahlungsforderungen, die nun anstehen, lassen bereits die größten deutschen Verlagsgruppen schwitzen. Sie werden einige unserer unabhängigen Kolleginnen und Kollegen jedoch derart treffen, dass sie wahrscheinlich in die Insolvenz gehen müssen.
Die Rückzahlungsforderungen sind rechtens, das bestreiten wir nicht. Und die Rückzahlungen werden nun fällig. Das ist so.
Doch bislang gab es einige Hilfeversprechen vonseiten der Politik, konkrete Maßnahmen sind allerdings nicht erfolgt. Stundungsmöglichkeiten, die die Leitung der VG Wort vorgeschlagen hat, wurden abgelehnt. Es gibt nun verlagsseitig Ideen wie jene, das Leistungsschutzrecht für Verlage einzuführen, dieses jedoch würde nach unserer Meinung erst recht eine Spaltung zwischen Autorinnen und Autoren und Verlagen herbeiführen. Das ist nicht in unserem Sinne.
Angesichts dessen aber, dass wahrscheinlich alle Verlage nun weniger Bücher produzieren werden, angesichts dessen, dass einigen Verlagen der Konkurs droht, angesichts dessen, dass Buchprojekte nun nicht realisiert oder fortgeführt werden, angesichts all dessen kann man von einer sehr ernsthaften Krise sprechen. Von einer Krise der Verlage und einer Krise der Literatur.
Diese geht uns alle an – die Verlage, die Autorinnen und Autoren, die Übersetzerinnen und Übersetzer ebenso wie den Buchhandel und den Kulturjournalismus und nicht zuletzt die Leserinnen und Leser. Ein Rückbau der kulturellen Vielfalt kann in niemandes Interesse sein.
Wir fordern daher umgehende Maßnahmen zum Schutz der unabhängigen Verlage vonseiten der Politik.
Wir bitten die Autorinnen und Autoren und die Übersetzerinnen und Übersetzer um Unterstützung: Die Wichtigkeit der Verlagsarbeit sollte, wenn Sie Ihnen etwas wert ist, auch von Ihnen betont werden. Wir sitzen im gleichen Boot.
Und wir bitten die Leserinnen und Leser: Unterstützen Sie uns, unterstützen Sie die Autorinnen und Autoren, indem Sie Bücher von unabhängigen Verlagen kaufen – und lesen.
Denn erst das gelesene Buch macht die Arbeit der Urheberinnen und Urheber und der Verlage sinnvoll!

Britta Jürgs
Leif Greinus
Jörg Sundermeier
Vorstand der Kurt Wolff Stiftung
Leipzig, 31.10.2016

Kontakt:
Kurt Wolff Stiftung zur Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene
Gerichtsweg 28
04103 Leipzig

info@kurt-wolff-stiftung.de
T: 0341 / 9 62 71 87
F: 0341 / 99 38 42 90

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18.10.2016   Rezension zu Jenny Aloni – Heinrich Böll: Briefwechsel

Die Edition des Briefwechsels zwischen Heinrich Böll und Jenny Aloni, der [...] von Hartmut Steinecke, dem Leiter des Paderborner Aloni-Archivs, herausgegeben worden ist, wendet sich zwar in erster Linie an Leser, die an der deutschschreibenden israelitischen Schriftstellerin interessiert sind, verdient aber ein weiter reichende Aufmerksamkeit. Die Briefe lassen nämlich zwei Lebenslinien sichtbar werden, deren gegenläufige Muster manche Diskussionen vor allem während der 1960er und 70er Jahre in Westdeutschland bestimmt haben. In ihren Briefen begegnen sich zwei Vertreter jener Generation, deren politische und kulturelle Sozialisation am Ende der Weimarer Republik und während der 30er Jahre stattgefunden hat, die also zu jung gewesen sind, um die Ereignisse im ‘Dritten Reich’ grundsätzlich zu bestimmen, aber alt genug, um mehr oder weniger freiwillig Lebensentscheidungen zu treffen (falls sie überhaupt dazu gekommen sind). Ihre Lebenswege begannen am Ende des Ersten Weltkriegs – scheinbar – ähnlich, liefen zunächst schleichend, dann dramatisch auseinander, traten in einen polaren Gegensatz zueinander, bis sie sich schließlich (wenn es gut ging) über die Kluft hinweg, die zwischen ihnen aufgerissen war, in freundschaftlichem Verstehen annäherten. [...]
Uwe K. Ketelsen in „Zeitschrift für Genozidforschung“ (1-2, 2014)

 

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17.10.2016   Rezension zu Drews, Jörg: Lob des krummen Holzes - Über Paul Wühr

[...] Was für ein bedeutender Dichter Paul Wühr und was für ein scharfsinniger Interpret Jörg Drews gewesen ist - in diesem Band kann man es nachlesen.
Klaus Hübner in „Literatur in Bayern. Kulturzeitschrift“ (September 2016)

 

17.10.2016   Rezension zu Ostmeier, Dorothee: Poetische Dialoge zu Liebe, Gender und Sex im frühen zwanzigsten Jahrhundert

Das Anliegen von Dorothee Ostmeiers Monografie [...] ist es, „die simultane Verschränkung von diskursiven Referenzen und autonomer Performanz der Lyrik“ anhand poetischer Zwiegespräche einander liebender AutorInnen aufzuzeigen. [...] Das Interesse der Autorin gilt nicht nur einem einzigen, sondern vier Paaren, [...]. Jedem der Paare ist ein eigenes Kapitel gewidmet. In ihnen zeigt Ostmeier, „wie die jeweiligen Gedichte die Kontakte der liebenden Partner kommentieren, reflektieren, expandieren oder modifizieren“. Hierzu unterzieht sie etliche Gedichte und andere Werke close readings, die sich regelmäßig als sehr erhellend erweisen. [...] Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandenen Gedichte vor dem Hintergrund feministischer Theorien aus dessen letzten Jahrzehnten zu beleuchten, erweist sich als durchaus fruchtbar. [...] Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Analysen der poetischen Dialoge und die close readings einzelner Werke [...] durchaus erhellend sind. Vor allem ist es instruktiv, die in den Gedichten verborgenen gender- und liebestheoretischen Vorstellungen vor dem Hintergrund poststrukturalistischer feministischer Theorien hervortreten zu lassen – ohne dass man darum jedoch gleich von einer Vorwegnahme dieser durch jene sprechen müsste.
Rolf Löchel in „Gender - Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft“ (3/2016)

 

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05.10.2016   Rezension zu Bischlager, Hans: Die Öffnung der blockierten Wahrnehmung

Das Buch möchte dem intellektuellen Hochmut und den spalterischen Tendenzen in der objektivierenden, vor allem analytischen, positivistischen, sich Einzelwissenschaften wie Physik oder Biologie anbiedernden Philosophie etwas entgegensetzen. Eine solche Radikalkritik ist auch an der Zeit. [...] Bischlager spricht von der Philosophie als einer „Wahrnehmungs- und Existenzweise“ [...] und einem medial eingebetteten „Stil, die Welt zu bewohnen“ [...]. Diesem philosophischen Stil möchte das Buch Geltung verschaffen, und das zu Recht. Es plädiert für das Wahrnehmen und eine ästhetische Bildung im ursprünglichen Sinn des Wortes, um der zweckrationalen Schulung zum isoliert-autonomen Subjekt etwas entgegenzusetzen.
Richard Breun in „Philosophischer Literaturanzeiger“ (69/3/2016)

 

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15.09.2016   Präsentation der Ulrike Detmers-Biografie am 14. November

Das Buch „Farben des Lebens. Ulrike Detmers - gelebtes Plädoyer für eine Allianz von Bildung, Wirtschaft und Familie“ von Anne Kitsch wird am 14.11. mit einem Rahmenprogramm um 18 Uhr im Stadttheater Gütersloh vorgestellt. Anmeldung für diese Veranstaltung sind bis zum 14.10. möglich über www.mestemacher.de/buch/anmeldung. Der Eintritt ist frei.

 

15.09.2016   Rezension zu Wegner, Mareike: »Wissen ist Nacht!«

[...] Mareike Wegners im Aisthesis Verlag publizierte Dissertation ist eine der wenigen ernstzunehmenden Beschäftigungen mit Moers’ Erzählwerk [...] In sehr unterschiedlicher Gewichtung werden die bislang sieben Moers-Romane kenntnisreich mit literarhistorischen Modellen verglichen. [...] Mareike Wegner liefert [...] zahlreiche gute Beschreibungen der Moers’schen Anspielungs- und Transformationsmanier. [...] Mit großem Fleiß und mit zumeist überzeugenden Beobachtungen geht Wegner den parodistischen Verfahren nach, die für die untersuchten Romane grundlegend sind. Indem dabei unausweichlich die intertextuellen und intermedialen Verschränkungen zu Prätexten sowie vorgängigen Illustrationen in den Blick genommen werden, liefert die Studie neue Einzel-Erkenntnisse [...].
Manuel Bauer in „literaturkritik.de“ (10/ 2016)
Zur vollständigen Rezension: http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=22466

 

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13.09.2016

Autorin Christa Meier-Drave und Aisthesis-Verleger Detlev Kopp stoßen an auf das Erscheinen von Meier-Draves „Hexenzwirn und Wolkenseide“, dem ersten Künstlerbuch (Lyrik & Aquarelle) in der AISTHESIS argonautenpresse, der literarischen Reihe im Aisthesis Verlag. Jetzt ist Christa Meier-Drave mit drei schönen Titeln im Programm des Verlags vertreten.

 

Christa Meier-Drave und Detlev Kopp.

 

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05.09.2016   Rezension zu Hein, Claudia: Die Essbarkeit der Welt

D[er] sinnstiftenden Figur der Einverleibung geht Hein in ihrer umfangreichen Studie nach, wobei sie den Figurbegriff im Sinne Roland Barthes‘ nicht im rhetorischen, sondern im choreographischen Sinne verstanden wissen will. Dabei begreift sie die Figur als einen aus der Bewegung heraus erfassten Körper, der in einer bestimmten Gebärde stillgestellt werden muss, um sowohl die sprachlich-rhetorische als auch die körperlich-diskursive Dynamik zu verbinden. [...] Hein hat die [in Ihrem Buch verhandelten] Texte quasi auf den Seziertisch gelegt, dort in kleinste Bestandteile zerlegt und sie einer präzisen mikroskopischen Analyse unterzogen. Die Methode des close reading wird durch Hein jedoch immens erweitert, indem sie die Texte nicht nur in ihre jeweiligen Entstehungskontexte einbettet und Paratexte sichtbar macht, sondern ihnen umfassende theoretische Reflexionen zur Seite stellt. Vor allem mit letzteren will Hein einen gleitenden Übergang von Literatur- und Theorieanalyse schaffen, indem die theoretischen Texte ebenso wie die literarischen als Erzählungen gelesen werden können. Zwar besteht somit die Gefahr, durch die Fülle der Informationen und Querverweise als Leser überflutet zu werden, doch ein genaues und sehr konzentriertes Lesen zeigt, dass sich beide Ebenen, also die „Metaphorik der theoretischen Texte und die Wörtlichkeit der literarischen Texte“, kongenial vermischen und ergänzen. [...] Durch ihre vielschichtige Annäherung wird nicht nur die Anschlussfähigkeit an andere Disziplinen deutlich – Psychoanalyse, Kulturwissenschaft, Ethnologie, Philosophie, Literaturwissenschaft und postkoloniale Studien durchdringen einander –, sondern Hein leistet zudem einen wichtigen Beitrag, um die Figur der Einverleibung in einem größeren kulturhistorischen Kontext zu verorten.
Halin Hackert in „literaturkritik.de“ (03.09.2016]
Die ganze Rezension hier: http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=22428

 

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22.08.2016   Rezension zu Grubner, Bernadette: Analogiespiele

[...] Bernadette Grubner, die Hacks’ Ästhetik zu Recht nicht allein auf ihren politischen Gehalt reduzieren möchte, meistert in ihrer Dissertation fast alle [oben] genannten Hürden auf souveräne Weise. [...] Da sie neben Hacks’ klassischen Stücken auch die Nachwendestücke in ihre Analyse einbezieht, schließt sie nicht nur eine Forschungslücke, sondern macht auch eine Kontinuität im Zeitraum von über vierzig Jahren hacksscher Dramenproduktion erfahrbar. [...] Da Grubner ihre Werkmonografie bereits mit einer überzeugenden, intensiven Lektüre der klassischen Stücke hat beginnen lassen, macht sie die poetologischen Veränderungen innerhalb der Nachwendestücke besonders sinnfällig. Für eine noch zu schreibende hackssche Gesamtpoetologie, die die brechtschen nicht weniger als die klassischen und nachklassischen Stücken enthält, hat Grubner den letzten nötigen Baustein bereitgestellt, vor allem weil Hacks zu seinen Nachwendestücken selber keine ästhetischen Reflexionen mehr veröffentlichte. [...] [M]it Grubners Dissertation [liegt] ein mit großer Akribie erarbeitetes, materialreiches Grundlagenwerk der Hacks- und ein vorbildlicher Beitrag zur DDR-Literaturforschung vor[...], der die Lücke zu früheren Hacks-Werkmonografien kompetent schließt und beweist, dass Peter Hacks ein viel zu vielschichtiger Dichter war, um ihm mit einer einfachen Identifikation oder Verdammung beizukommen. Es bleibt zu wünschen, dass Grubners Dissertation eine für die Hacks- Forschung katalysierende Wirkung haben und letztere weiter an Fahrt aufnehmen wird.
Martin Brandt in „Weimarer Beiträge“ (62/2016/2)

 

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09.08.2016   Rezension zu Pitschmann, Siegfried: Erzählungen aus Schwarze Pumpe

[...] Erzählungen aus dem Leben der Arbeiter, sensible Milieustudien, die weder zwischenmenschliche Konflikte noch Auseinandersetzungen mit Normen, Parteikadern und Vorgesetzten aussparen - DDR-Alltag spannend erzählt.
Stefan Brams in „Neue Westfälische“ (6.8.2016)

 

09.08.2016   Rezension zu Drews, Jörg: Lob des krummen Holzes - Über Paul Wühr

Und eine sehr treffende Einführung in die Wührwelt bietet ein kürzlich erschienenes Bändchen des 2009 viel zu früh verstorbenen Freundes und fulminanten Literaturkritikers Jörg Drews: „Lob des krummen Holzes“. Mit drei Beiträgen von Paul Wühr.
Peter von Becker in „Der Tagesspiegel“, 8. August 2016
Die vollständige Rezension: http://www.tagesspiegel.de/kultur/paul-wuehr-und-sein-werk-der-sanfte-liebhaber-der-apokalypse/13979104.html

 

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08.08.2016   Rezension zu Chronik der westfälischen Literatur 1945-1975

Die Literaturkommission für Westfalen ist ein vorzügliches Beispiel dafür, welch wichtige Rolle literarische Gesellschaften für die Förderung und Erforschung regionaler Literatur spielen. Ablesen läßt sich das nicht zuletzt an den Bänden der seit 1999 bestehenden Reihe ihrer Veröffentlichungen, in der in den beiden Unterreihen bis Mitte 2016 nicht weniger als 66 Bände erschienen sind. [...] Die Chronik beabsichtigt, „das Material in möglichster Vollständigkeit zu sammeln und zu strukturieren“ und befaßt sich dazu keineswegs bloß mit gedruckten und sonstigen literarischen Zeugnissen, sondern vorzüglich mit dem literarischen Leben Westfalens in seiner ganzen Breite, also, willkürlich aufgereiht, mit Literaturpreisen und den sie auslobenden Institutionen, anderen Formen institutioneller Förderung, literarischen Werkstätten, Dichtertreffen, literarischen Gruppierungen unter Berücksichtigung sowohl der Arbeiten für Rundfunk, Fernsehen und das Theater als auch aller literarischen Richtungen, von der in Westfalen „von jeher starken Heimatdichtung“ über Arbeiterliteratur und Mundartdichtung bis hin „zu einer literarischen Galionsfigur“ wie dem „abstrakte[n] Lyriker Ernst Meister,“ dem 1979 postum der Büchnerpreis verliehen wurde. Wie ein roter Faden zieht sich durch die Chronik die Auseinandersetzung zwischen konservativen und progressiven Kräften: die braune Tradition der westfälischen Literatur brach keineswegs mit dem Ende des Dritten Reiches ab, konnte doch die „Autorengeneration, die offen mit dem Nationalsozialismus sympathisiert hatte,“ auch „nach 1945 zunächst unbehelligt weiter publizieren“, wurde dann aber „spätestens mit dem Schmallenberger Dichterstreit 1956 zur Abdankung gezwungen.“ [...]
Klaus Schreiber in „Informationsmittel für Bibliotheken“ (IFB, August 2016)

 

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05.08.2016   Rezension zu Christians, Heiko: Amok

Oliver Kohns hat aus aktuellem Anlass (Amoklauf von München am 22. Juli) seine 2008 erschienene Rezension des Buchs „Amok. Geschichte einer Ausbreitung“ von Heiko Christians komplett überarbeitet. Ausgehend von der der Annahme, dass der Amoklauf möglicherweise nicht in den Zuständigkeitsbereich der Psychiatrie, sondern in den einer Medienkulturwissenschaft fällt, empfiehlt er „noch einmal die vor ein paar Jahren erschienene Studie des Potsdamer Medienwissenschaftlers Heiko Christians über den Amoklauf zu lesen. Diese Studie nimmt die Beobachtung, dass der Amoklauf nicht nur ein beliebter Gegenstand massenmedialer Berichterstattung ist, sondern von dieser wesentlich konstruiert wird, zum Ausgangspunkt – und öffnet das Feld einer medienkulturgeschichtlichen Phänomenologie: »Sehr wohl aber müssen, die Genres der Amok-Überlieferung – also Meldung, Bericht, Tagebuch, Essay, Novelle, Briefroman, Blog oder Fachbuch – historisch verortet werden, sehr wohl müssen diese Formen nach Ausbreitungsgeschwindigkeit, Umfang, Ambition, Auflage oder Zugänglichkeit analysiert werden«.“
Oliver Kohns in „literaturkritik.de“ (August 2016)
Zum vollständigen Text: http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=22371

 

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27.07.2016   Rezension zu Martin, Ariane / Morawe, Bodo: Dichter der Immanenz

[...] Die vier in diesem Band vereinigten Studien stehen damit im Gegensatz zur Wiederkehr theologischer Deutungsversuche, wie sie der 200. Geburtstag Büchners 2013 zahlreich hervorgebracht hat [...]. Die Studien widmen sich dem Körperdenken, dem ästhetischen Programm der Volkslieder, der subversiven Geschichtsschreibung der Gegenwart und der von Spinoza geprägten Immanenzphilosophie. Die Texte verbindet die Vorstellung, dass Büchner den Subalternen eine Stimme gibt. Diese Stimme sei politisch, ästhetisch und philosophisch explizit innerweltlich geprägt. Seine Haltung sei an Spinoza orientiert, indem er sich von transzendenten Überzeugungen ab- und der politischen und sozialen Wirklichkeit zuwendet, nicht zuletzt dem marxschen »kategorischen Imperativ«, »alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist«. [...] Beide Autoren widersprechen der im Jubiläumsrummel breit betriebenen Entpolitisierung Büchners, indem sie die produktiven Widersprüche des Autors und seiner Zeit überzeugend herausstellen.
Michael Hauke in „Das Argument“ (317/2016)

 

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25.07.2016   Rezension zu Krobb, Florian / Martin, Elaine (Eds.): Weimar Colonialism

[...] the chapters hold together remarkably well for a conference volume. Krobb and Martin’s introduction provides a very useful survey of major themes on the period, showing how colonialism became an important sphere for working through domestic tensions after 1918. [...] A number of chapters provide nicely focused case studies of this re-negotiation, of the sort that would be effective for classroom use. [...] the volume is nevertheless successful in bringing together a variegated investigation of Weimar colonialist discourse and demonstrates that this era should not be overlooked. Not only did it leave a lasting, underappreciated legacy. It also offers an object lesson in the mythmaking and fearmongering involved when dealing with loss and victimhood in a time of increasing global exchange.
Jeff Bowersox (University College London) in „Germanistik in Ireland. Yearbook of the German Studies Association of Ireland“ (2015)

 

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14.07.2016   Paul Wühr ist tot.

„Radikaler als er hat kaum jemand die Sprache erkundet“, überschreibt Gottfried Knapp seinen Nachruf auf Paul Wühr in der Süddeutschen Zeitung von heute. Gerade im letzten Monat ist bei uns der Band „Lob des krummen Holzes. Über Paul Wühr“ erschienen, der die Aufsätze und Rezensionen von Jörg Drews zu den Werken Wührs versammelt. Zu seinem 70., 75. und 80. Geburtstag sind bei Aisthesis von Sabine Kyora herausgegebene Sammelwerke mit Studien zu Paul Wühr erschienen; gut, dass wir mit dem Buch von Jörg Drews nicht bis zum 90. gewartet haben. So konnte Paul Wühr es noch in Händen halten und ließ uns durch seine Frau Inge Poppe-Wühr seine Freude über das Buch ausrichten. Jetzt ist er im Alter von 89 Jahren in seinem Haus am Lago Trasimeno gestorben. Wir trauern um einen großen Dichter. Das Aisthesis-Team

 

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12.07.2016   Rezension zu Schönherr, Ulrich: Klang - Bild - Sprache

[...] The study of the reciprocal effectivity between word, sound, and image has taken a prominent place in the field of German Studies over the past two decades, and Ulrich Schönherr’s new book makes a valuable interdisciplinary contribution to this ongoing discussion. [...] Schönherr’s careful analysis reveals how sonoric discourses and phenomena function to produce, reproduce, or subvert instances of power and knowledge in society. [...] [T]his book also provides readers - working across multiple disciplines - with an excellent primer to issues of sonoric intermediality that can serve as a catalyst for further explorations.
Mirko M. Hall in „German Studies Review“ (Vol. 32, May 2016)

 

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11.07.2016   Rezension zu Kebir, Sabine: Frauen ohne Männer?

Wie nur wenige kennt Sabine Kebir die Vita von Elfriede Brüning, die fünf verschiedene politische Systeme durchlebte, und das etwa 30 Bände umfassende Werk der Schriftstellerin. Gemeinsam mit der Tochter und der Enkelin Brünings betreut sie die Website, zusammen mit Wolfgang Herzberg hat sie einen Film über die Berlinerin gedreht. Jetzt hat sie die erste und zugleich umfassende Biographie Brünings veröffentlicht, mit der sie ihr gleichsam einen Denkstein setzt. [...] Auf beeindruckende Weise präsentiert die Autorin unterdessen Elfriede Brüning als aneckende, widerspenstige Person und kämpferische Frau, analysiert und dokumentiert die kulturpolitischen Auseinandersetzungen, an denen sich die Schriftstellerin immer wieder beteiligte und in die sie verwickelt wurde. Wohltuend für den Lesefluss: Die vielen Anmerkungen, die nicht bloß dem Quellennachweis dienen, sondern auch Exkurse zu Ereignissen und Personen bieten, sind jeweils an den Fuß der Seite gesetzt. Bedauerlich hingegen, dass die gewichtige Biographie kein Personenregister hat. Wer sich für Brünings Lebenserzählung interessiert, für den ist das Buch eine wahre Fundgrube. Es bleibt zu hoffen, dass es zur Verstärkung einer fruchtbaren Rezeption ihres Werks beiträgt.
Christiana Puschak in „Junge Welt“ (27.05.2016)

 

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07.07.2016   Rezension zu Kebir, Sabine: Frauen ohne Männer?

Dies ist in vielerlei Hinsicht ein bemerkenswertes, spannendes Buch: Leser und Leserinnen, die Elfriede Brünings Veröffentlichungen schon seit langem mit Interesse verfolgen, werden hier sehr viel Neues entdecken. Überraschendes gibt es auch für Literaturkritiker und Germanisten in Ost und West, die sich mit der Entstehung und Rezeption deutschsprachiger, weiblicher Literatur beschäftigen. […] Die Literaturwissenschaftlerin Sabine Kebir hat mit dieser eindrucksvollen Monografie Elfriede Brüning ein würdiges, durchaus auch kritisch reflektiertes Denkmal gesetzt.
Wolfgang Herzberg in „Neues Deutschland“ (01.07.2016)

 

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29.06.2016   Mitteilung

Das Juni-Magazin (seit 2007 bei Aisthesis) hat jetzt eine eigene, schön bunte Internetseite: www.juni-magazin.de

 

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29.06.2016   Rezension zu Bischlager, Hans: Die Öffnung der blockierten Wahrnehmung

In enger Anlehnung an das Gesamtwerk des französischen Phänomenologen unternimmt der Autor eine minutiöse Lektüre der immer weiter sich entwickelnden komplexen Gedankenwelt, verrechnet sein Referat souverän mit der gesamten Philosophie- und Geistesgeschichte, von der Antike bis zur unmittelbaren Gegenwart. Zentral ist dabei die Polemik gegen die vertrauten Denkmechanismen von Subjekt und Objekt, um das daraus resultierende „herrschende objektkonstituierende Denken“ [...] Hier stehen Merleau-Ponty, mit ihm Bischlager, in bester philosophischer Tradition: diese nimmt mutig Stellung zur (Tages-)Politik. [...] Die Gegenposition zu diesem Mainstream wird in nicht weniger als 10 Kapiteln kenntnisreich und engagiert entwickelt und abgearbeitet. [...] Diese durchaus spannenden Analysen werden gewürzt durch Ausflüge in die damals herrschende Gestalttheorie. Dabei darf man vor allem die scharfsinnige Auseinandersetzung mit der bisherigen Rezeption des Merleau-Ponty’schen Oeuvres goutieren. Das gesamte Kapitel X dient dieser Auseinandersetzung, in Darstellung und Widerlegung einschlägiger Interpretationen aus Deutschland, England und USA. Da leuchtet manches polemische Feuer auf. Gewiss, das Buch ist nicht leicht zu lesen, belohnt aber durch die nie nachlassende Dichte und Präzision in Ausdrucksreichtum und Gedankenführung. Häufig werden konkrete Beispiele zur notwendigen Erhellung der gedanklichen Basis vorgestellt. [...] Dankbar dürfte der Leser für manche belles pages sein, schöne Seiten zu Leib und Leben: da sind ganze Abschnitte von poetischem Zuschnitt, besonders wenn sich Bischlager [...] zu Kunst und Musik äußert.
Dietmar Fricke - Kundenrezension auf Amazon (26.06.2016)
Nachzulesen unter: https://www.amazon.de/Die-%C3%96ffnung-blockierten-Wahrnehmung-Merleau-Pontys/dp/3849811557/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1467184862&sr=8-1&keywords=Bischlager

 

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24.06.2016   Rezension zu Mann, Heinrich: Essays und Publizistik. Band 2: Oktober 1904 – Oktober 1918 und Mann, Heinrich: Essays und Publizistik. Band 3: November 1918 – 1925

[...] Der zweite und dritte Band der Essays und Publizistik zeigen nun, wie sich Heinrich Mann mehr und mehr in die Rolle des Repräsentanten einer offenen Gesellschaft einzufinden begann und dabei schnell auf die Höhe jener Essays kam, die ihn – neben seinen Romanen – in die erste Reihe der deutschen Autoren rückte. Seine Wahl in die Sektion für Dichtkunst der preußischen Akademie der Künste, deren Präsident er 1930 sogar wurde, zeigt den Fluchtpunkt dieser Entwicklung an. Heinrich Mann kam in der Weimarer Republik als einer ihrer offensiven Repräsentanten an, kein Vernunftrepublikaner, sondern überzeugt davon, dass die Republik die einzige angemessene Verfassungsform war, die das „Glück“ des Einzelnen ermöglichte: „Demokratie, Erkenntnis, Friede sind Wege. Pflicht ist nur, das Glück zu erleben“, beendet er einen kleinen Text im Dezember 1917. Heinrich Mann schrieb in all seinen Essays ab 1904 die Demokratie mit herbei – man muss ihn dafür bewundern. Und dafür wurde er von den Zeitgenossen als „geistiger Mitbegründer der Republik angesehen“, wie im Kommentarband zur Publizistik 1918 bis 1925 zu lesen ist. [...]
Walter Delabar in „literaturkritik.de“ (Juni 2016)
Die vollständige Rezension: http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=22175

 

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22.06.2016   Rezension zu Pitschmann, Siegfried: Erziehung eines Helden

[...] Das schlichte Erzählungsbändchen ist nicht nur eine Fundgrube für Schwarze-Pumpe-Interessierte oder Pitschmann-Begeisterte, sondern auch für die Liebhaber von Short Storys. Seine Sujets sind ungewöhnlich - etwa die Geschichte des Karrenmannes, der sich in die »Gleichberechtigte« verliebt und sie sich in ihn. Aber beide müssen sich erst prügeln, ehe sie das begreifen und akzeptieren können. Oder die Geschichte des trauernden Arbeiters, der sich nach dem Tod des Kumpels außerstande sieht, mit zur Beisetzung zu gehen, »wo’s aus der Grube zieht und wo solche Reden gehalten werden«, stattdessen aber seine persönliche Abschiedsansprache an den Schrank des Toten richtet. Die Sprache ist ungestelzt, entspringt gründlicher Beobachtung und mutigen Neukombinationen. Ihre emotionale Wirkung auf den Leser verfehlt sie auch in den einfachsten Sätzen nicht, etwa wenn der Trauernde den Schrank des Toten anschreit: »Komm endlich raus da aus dem Scheißsarg«. [...]
Silvia Ottow in „Neues Deutschland“ (20.06.2016)
Die vollständige Rezension: http://www.neues-deutschland.de/artikel/1015775.salbenblatt-ohne-salbe.html

 

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18.06.2016   Rezension zu Roßbach, Nikola: Lust und Nutz

Auf der Basis dieser allgemeinen Suche nach der Unterhaltungsfunktion der Literatur zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert stellt die Verfasserin das Korpus der Erquickstunden-Literatur vor. Da die Erquickstunden als Textsorten bislang kaum erforscht sind, leistet Nikola Roßbach hier Pionierarbeit und liefert eine hervorragende Basis für die weitere Auseinandersetzung. [...] Nikola Roßbach bietet einen umfassenden Überblick über die Textsammlungen, die den Titel Erquickstunden tragen. Sie verortet ausgewählte Beispiele auf überzeugende Weise in der Literatur der Frühen Neuzeit und der Biographie ihrer Verfasser.
Miriam Seidler in „literaturkritik.de“ (16.06.2016)
Die vollständige Rezension unter: http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=22169

 

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13.06.2016   Das Ruhr Museum zeigt eine Retrospektive von Erich Grisar: Lesebuch Erich Grisar, Cäsar 9., Ruhrstadt

Lennart Laberenz in „taz“ (12.06.2016): http://www.taz.de/!5302146/

 

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08.06.2016   Rezension zu Kalnačs, Benedikts: 20th Century Baltic Drama

[...] Overall, this is an extraordinary book in its depth and width of research, allowing for a comprehensive image of Baltic society and its theatre through an innovative lens of postcolonialism.
Carmen Levick in „Theaterforschung.de“ (Juni 2016)

 

08.06.2016   Rezension zu Kebir, Sabine: Frauen ohne Männer?

[...] Le grand mérite de la biographie de Kebir est précisément de montrer, à partir de la vie et l’œuvre de Brüning, combien est floue la frontière entre écrits critiques ou subversifs et écrits en apparence conformistes. Difficile à ranger dans une quelconque catégorie, Elfriede Brüning s’inscrivait mal dans le paysage littéraire est-allemand. Elle subit le même sort que la plupart des écrivains, recevant son lot de rétributions symboliques (prix et distinctions diverses) d’un côté, connaissant de l’autre de brèves traversées du désert quand elle ne trouvait plus d’éditeur ou, pis, lorsque ses livres disparaissaient des bibliothèques et ou étaient introuvables en librairie. [...]
Sonia Combe in „En attendant Nadeau. journal de la littérature, des idées et des arts“ (Juni 2016)
Die vollständige Rezension: http://www.en-attendant-nadeau.fr/2016/05/30/elfriede-bruning-femmes/

 

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07.06.2016   Rezension zu Mayer, Petra: Zwischen unsicherem Wissen und sicherem Unwissen

[...] Petra Mayers Buch stellt eine fundierte Forschungsarbeit dar, die als wissens-, literatur- und kulturgeschichtliche Archäologie eine Bestandsaufnahme naturwissenschaftlicher Paradigmen und ihrer Einflüsse auf die realistische Prosa unternimmt. Ihre Ausführungen und Erläuterungen zu erzählten Wissensformationen bilden eine wichtige Grundlagenarbeit, die komplexe Zusammenhänge, erzähltheoretische und diskursive Konstellationen in ebenso klarer wie in gut lesbarer Weise vermittelt. Damit liefert die Dissertation einen wichtigen Beitrag, die Ambivalenz von naturwissenschaftlichem Wissen und realistischen Ästhetiken sowie Darstellungsweisen am Beispiel hochgradig kanonischer und relevanter, aber auch bislang ignorierter Texte des Realismus souverän und grundlegend zu vermitteln. Dies basiert auf einer gelungenen Mischung aus diskursiver Kontextanalyse und gründlicher Textlektüre.
Johanna Bohley in „Raabe-Jahrbuch“ (2016)

 

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31.05.2016   In memoriam Christina Ujma (1959-2016)

Voller Bestürzung haben wir soeben erfahren, dass unsere geschätzte Autorin Christina Ujma am Wochenende ganz überraschend verstorben ist. Sie hat drei Bücher bei Aisthesis veröffentlicht, ein viertes war geplant. Wir werden sie vermissen.

Das Aisthesis-Team

 

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25.05.2016   Rezension zu Lesebuch Josef Reding

Eine tolle Hommage an einen großartigen Erzähler.
Julia Gaß in „RuhrNachrichten“ (22. Mai 2016)
Zur kompletten Rezension: http://www.ruhrnachrichten.de/leben-und-erleben/kultur-region/Josef-Reding-Lesebuch;art1541,3023577

 

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19.05.2016   Veranstaltungstipp

Sabine Kebir: „Frauen ohne Männer? Elfriede Brüning (1910–2014): Leben und Werk“
Buchvorstellung und Gespräch
Dienstag, 24.05.2016 / 20:00 Uhr
Veranstaltungsort: Literaturforum im Brecht-Haus, Berlin
Mehr Informationen zur Veranstaltung hier:
http://lfbrecht.de/event/sabine-kebir-frauen-ohne-maenner-elfriede-bruening-1910-2014-leben-und-werk/

 

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13.05.2016   Rezension zu Erb, Andreas (Hg.): Antje Rávic Strubel

Der von Andreas Erb herausgegebenen Band ist eine Fundgrube für verschiedene Lesarten und Subtexte in den Werken von Antje Rávic Strubel und versammelt literatur- und kulturwissenschaftliche Analysen ihrer Bücher, angefangen beim Erstling „Offene Blende“ [...] Er liefert politische und sozialkritische Lesarten und beleuchtet die Konstruktionen von Transgeschlechtlichkeit und „weiblicher Männlichkeit“ in Werken der Autorin. Hinzu kommen Selbstauskünfte Strubels und ein Interview. Eine gute Basis für die (Re-)lektüre früherer Werke der Autorin.
Ulrike Schuff in „literaturkritik.de“ (Nr. 5, Mai 2016)

 

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09.05.2016   Rezension zu Grisar, Erich: Cäsar 9, Grisar, Erich: Ruhrstadt und Grisar, Erich: Kindheit im Kohlenpott

Der Autor und Fotograf Erich Grisar (1889-1955) war ein Kind des Ruhrgebiets. Tief verwurzelt in seiner Heimatstadt Dortmund wirft der Sozialdemokrat, der aus einem proletarischen Haushalt stammt, einen emphatischen Blick auf die Menschen seiner Stadt, die er zwischen 1928 und 1933 mit seiner Kamera erkundet. [...] Wiederentdeckt werden kann dank des Bielefelder Aisthesis Verlags auch der Autor Erich Grisar, der den Pütt ins Zentrum seines literarischen Schreibens rückte. Im letzten Jahr erschien bei Aisthesis unter dem Titel „Cäsar 9“ Grisars packender Roman aus dem Jahr 1948 über die Zerstörung Dortmunds im Zweiten Weltkrieg – als Erstveröffentlichung. Ein Roman, der auch heute noch fesselt, so beklemmend erzählt er vom Bombenkrieg. Mit „Ruhrstadt“ hat der Verlag jetzt einen weiteren, 1931 verfassten Roman des Autors herausgegeben, der ein zeithistorisches Panorama der Stadt Dortmund entwirft. Und mit „Kindheit im Kohlenpott“ liegen seine autobiografischen Erinnerungen vor, die einen auch heute Schmunzeln lassen – trotz der Härte des damaligen Lebens.
Stefan Brams in „Neue Westfälische“ (5./6. Mai 2016)

 

09.05.2016   Rezension zu Nestler, Brigitte: Heinrich Mann-Bibliographie - Band 3

[...] hier ist er: der nicht anders als mit dem Wort Mammutwerk zutreffend zu charakterisierende dritte Band der Heinrich-Mann-Bibliographie. 4791 Einträge hat Brigitte Nestler zusammengetragen [...]. [G]lücklicherweise konnte nach dem [...] notwendig gewordenen Verlagswechsel von der Cicero-Presse zu Aisthesis neben dem eben beschriebenen höchsten wissenschaftlichen Niveau auch die erstklassige Gestaltung [...] beibehalten werden. So bildet der dritte Band der Heinrich-Mann-Bibliographie - vorerst - einen würdigen Abschluss von Brigitte Nestlers Opus magnum.
Cordula Greinert in „Heinrich Mann-Jahrbuch 2015“

 

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02.05.2016   Rezension zu Wand-Wittkowski, Christine: elegant - kultiviert - beschränkt. Höfische Kultur im Mittelalter

Auch wenn das Buch wissenschaftlich anspruchsvoll ist, so kann es doch mit einer lockeren Schreibweise überzeugen. Das Buch bietet einen sehr guten Einblick an das Leben im Mittelalter.
Kommentar der Redaktion „www.fachbuchkritik.de

 

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26.04.2016   Rezension zu Wand-Wittkowski, Christine: elegant - kultiviert - beschränkt. Höfische Kultur im Mittelalter

[…] Das Buch ist jedem zu empfehlen, der einen Einstieg in die faszinierende Welt höfischer Vorstellungs- und Lebenswelten sucht. Das Buch nimmt den Leser mit in eine Welt, die ebenso faszinierend wie fremdartig anmutet und gleichzeitig die Grundlage für das gehobene gesellschaftliche Leben in den nachfolgenden Jahrhunderten legte. Es ist dabei jederzeit sehr angenehm und unterhaltsam zu lesen und bietet dank seiner umfangreichen Literaturliste zahlreiche Möglichkeiten, tiefer in die Materie einzutauchen.
Daniel Ossenkop in „Das Mittelalter – Der Blog“
Die vollständige Rezension unter: https://dasmittelalterderblog.com/2016/04/23/buchvorstellung-elegant-kultiviert-beschraenkt-hoefische-kultur-im-mittelalter/

 

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22.04.2016   Bundesgerichtshof entscheidet im VG Wort-Urteil gegen die Verlage

Wie in allen betroffenen Verlagen ist auch bei AISTHESIS das Entsetzen über die Entscheidung des BGH groß. Unter Umständen kommen nun beträchtliche finanzielle Rückforderungen auf alle Verlage zu, die irgendwie kompensiert werden müssen, um den Schaden regulierbar zu machen. Wir unterstützen nachdrücklich den Protest der Kurt-Wolff-Stiftung gegen dieses Urteil und hoffen auf sofortige Reaktionen und Gesetzesänderungen seitens der Politik im Sinne der Verlage, die maßgeblichen Anteil an den bei ihnen erscheinenden Büchern haben und für ihre Realisierung nicht selten hohe wirtschaftliche Risiken eingehen.
 

Presseerklärung zum BGH-Urteil und zu den Rückforderungen von VG Wort und VG Bild-Kunst

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass die VG Wort nicht berechtigt ist, einen pauschalen Betrag ihrer Einnahmen an Verlage auszuschütten. Dieser lag bei 50% für wissenschaftliche Werke, für die in der Kurt Wolff Stiftung vertretenen belletristischen Verlage lag der Anteil bei lediglich 30% der gesamten auszuschüttenden Summe.
„Die Entscheidung des BGH bringt die unabhängigen Verlage in eine existenzgefährdende Situation, da diese nicht nur zukünftig auf diese Einnahmen verzichten sollen, sondern auch für die vergangenen Jahre seit 2012 massive Rückforderungen durch die VG Wort zu erwarten haben“, sagt Britta Jürgs, Vorstandsvorsitzende der Kurt Wolff Stiftung.
Verlagen, die dieses Geld nicht in kurzer Frist zurückzahlen können, droht die Insolvenz. „Denn natürlich haben wir diese Gelder, die wir als unseren gerechten Anteil dafür betrachten, was wir in die Werke an Leistung stecken, längst in neue Bücher investiert“, so Christoph Links, dessen Verlag der Kurt Wolff Preisträger 2016 ist.
Nach Meinung des BGH stehe den Verlagen zur Zeit kein Leistungsschutzrecht zu. Ein Leistungsschutzrecht, wie es dies in der Filmbranche für die Filmproduzenten, im Tonträgerbereich für die Tonträgerhersteller und auch für die Presseverleger gibt, muss bei Bestand des Urteils für die Buchverleger gesetzlich geregelt werden.
So oder so ist dieses Urteil ein fatales Signal.
Britta Jürgs, Leif Greinus, Jörg Sundermeier (Vorstand Kurt Wolff Stiftung)

 

 

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22.04.2016   Rezension zu Hinrichs, Ernst: Staat ohne Nation

Diese neue Chronik des Aufstiegs Preußens zur Großmacht beruht auf einem fast vollendeten Manuskript, das wegen des Todes des Verfassers im Jahre 2009 der Vergessenheit geweiht zu sein schien. Aber dank der Bemühungen des Herausgebers, Rüdiger Landfester, wurde dieses Buch soweit zu Ende geführt, daß es [...] nunmehr in einer weitgehend abgerundeten, reich illustrierten Form gedruckt werden konnte. [...] [E]s ist unbestreitbar, daß die Geschichte von Glanz und Gloria der Hohenzollern-Dynastie [...] mehrfach und detailliert erzählt worden ist. [...] Hinrichs' Arbeit jedoch unterscheidet sich von jenen Vorgängern durch seine kritisch-analytische Auseinandersetzung mit den historiographischen Kernfragen, die mit diesem schicksalhaften Kapitel deutscher Geschichte verbunden sind. Er bietet deshalb, besonders was die frühe Neuzeit angeht, eine willkommene neue Perspektive auf bekannte, aber immer noch kontroverse Fragen. Insofern werden gerade Studenten der preußischen Geschichte in diesem Buch viel Neues und Interessantes finden. [...] diese Monographie [stellt] einen beachtenswerten Beitrag zum Verständnis eines wichtigen historischen Gegenstandes dar.
James Stone in „Das Historisch-Politische Buch“ (63 / Jahrgang 2015 / Heft 6)

 

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19.04.2016   Rezension zu Wand-Wittkowski, Christine: elegant - kultiviert - beschränkt. Höfische Kultur im Mittelalter

Gewährt spannenden Einblick in mittelalterliche Kultur
Fachlich sehr fundiert, liest sich trotzdem sehr gut und gar nicht trocken! Auch wenn man kein MA-Forscher ist, ist dieses Buch lesenswert: höfische Kultur wird entzaubert/enträtselt/erklärt, sodass sich einem ein anderer Blickwinkel auf das Mittelalter erschließt. Viele der Abbildungen sind farbig.
Kundenrezension von „Penny Lane“ am 24. März 2016 bei amazon

 

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15.04.2016   Rezension zu Grisar, Erich: Ruhrstadt. Roman

Es ist eine Wiederentdeckung zur rechten Zeit: Erich Grisar, Arbeiterschriftsteller und -fotograf der Weimarer Republik - einen wie ihn brauchte es heute, wo die Arbeit wie nie zuvor das Leben durchdringt, Literatur und Kunst sich aber schwertun, sie in den Blick zu bekommen [...] 1931 schrieb er den Roman „Ruhrstadt“, ein Porträt Dortmunds zur Zeit der Wirtschaftskrise. Ein Verleger fand sich dafür nach 1933 nicht. Nun hat es der Aisthesis Verlag herausgebracht. [...] Anschaulichkeit ist [...] ein Merkmal des Romans „Ruhrstadt“. [...] der dokumentarische Wert überragt den literarischen.
Maximilian Probst in „Die Zeit“ (16.4.2016)

 

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13.04.2016   Rezension zu Pitschmann, Siegfried: Erzählungen aus Schwarze Pumpe

Das kennt jeder: Du beginnst zu lesen, findest das Sujet eher sperrig – zumal, wenn das Thema, hier der Aufbau-Elan in der sozialistischen Wirtschaft, schon mehr als hinreichend beleuchtet worden ist. Jedenfalls für einen, der im Osten groß geworden ist. Aber dann merkt man schnell: Verdammt, das ist große Literatur! So geht es einem mit Siegfried Pitschmanns „Erzählungen aus Schwarze Pumpe“, erschienen bei Aisthesis in Bielefeld, herausgegeben von Kristina Stella. [...] Wenn in „Das Fest“ fünf Arbeiter gemeinsam Weihnachten feiern mit Gänsekeulen und Pfefferminzfusel im Schein echter Kerzen, und einer dann erzählt, wie seine Mutter auf der Flucht gestorben ist – da spürt man einen Kloß im Hals. Aus Pitschmann hätte ein Charles Bukowski werden können. Aber dafür hätte er fortgehen müssen. 2002 ist er gestorben. In Suhl.
Andreas Montag in „Mitteldeutsche Zeitung“ (27./28.2.2016)

 

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12.04.2016   Rezension zu Lesebuch Hans Wollschläger

Die deutsche Literatur ist allemal nicht arm an „Großen Unbekannten“, wenn man darunter jene versteht [...], denen ein breiterer Leserkreis zu wünschen wäre. Hans Wollschläger dürfte unbedingt zu diesen Erlauchten zählen. [...] Eine Möglichkeit, sich Hans Wollschläger wieder ins Bewußtsein zu rufen, bietet [...] das [...] erschienene Lesebuch, das Michael Girke mit Umsicht & Sachkenntnis zusammengestellt und ergänzt hat durch einen vorzüglichen Essay, der die wesentlichen Aspekte von Wollschlägers Werk umreißt. [...] [Im Mittelpunkt steht] die kleinere Form des Essays, die Wollschlägers besondere Stärke darstellt, weil sich in ihr die Substanz in geschliffensten Formulierungen kondensiert hat. [...] als Einführung in Wollschlägers Werk oder dringende Einladung, sich wieder einmal mit ihm zu befassen, ist Michael Girkes Auswahl jedoch allemal geeignet, denn sie macht 'Lust auf mehr'.
Jürgen Brôcan auf „Fixpoetry.com“ (9.4.2016)
Die ganze Rezension findet sich hier: http://www.fixpoetry.com/feuilleton/kritiken/hans-wollschlaeger/michael-girke/lesebuch-hans-wollschlaeger

 

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30.03.2016   Rezension zu Chronik der westfälischen Literatur 1945-1975

Der Begriff Provinz muss in der Literatur nicht unbedingt abwertend gemeint sein. Regional verortete Texte vermögen im Idealfall, den Leser ganz nahe an die eigentliche Befindlichkeit der Menschen heranzurücken. Diesem Blick aus dem Fenster vor die Tür gilt, fern jeglicher Heimattümelei, das kritische Interesse in der neu erschienenen „Chronik der westfälischen Literatur 1945-1975“: großformatig, unübersehbar, 911 Seiten in zwei Bänden, ein editorisches Statement, das sich nicht flugs ins Bücherregal einordnen lässt. [...] Die Chronik vereint die bereits bekannte Geschichte mit bisher übersehenen Aspekten der westfälischen Literatur [...] Fern allem Fachchinesisch weckt die bewundernswerte Fleißarbeit der Herausgeber Neugier auf eine Literaturlandschaft, die ihren Platz zumeist eher in zurückhaltenden Erkundungen denn im grellen Licht der Schlagzeilen findet. Und natürlich stellt sich die Frage: Wie geht's eigentlich weiter nach 1975? Fortsetzung erwünscht.
Werner Streletz in „Westfalenspiegel“ (2/2016)

 

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24.03.2016   Rezension zu Stella, Kristina: Brigitte Reimann. Kommentierte Bibliografie und Werkverzeichnis

Ihrem [Brigitte Reimann] durch ihren frühen Tod unvollendeten Werk ist eine monumentale „Kommentierte Bibliografie und Werkverzeichnis“ gewidmet. Diese verdanken wir Kristina Stella [...]; sie hat sie in jahrelanger Arbeit mit großer Sorgfalt erarbeitet. [...] Es sei deutlich hervorgehoben, dass das vorliegende Verzeichnis mehr ist als eine herkömmliche Bibliographie des veröffentlichten Werks eines Dichters, also eines Verzeichnisses nur des gedruckten Oeuvres eines Autors. Herkömmlich werden die ungedruckten Texte in eigenen Veröffentlichungen verzeichnet. Diese beiden Textsorten sind also hier in einem Werk vereinigt [...]. Zusammenfassend ist festzustellen: es ist ein geradezu monumentaler Zugang zu dem Werk der Schriftstellerin entstanden. Für die zukünftige Beschäftigung mit Leben und Werk von Brigitte Reimann ist es ein unentbehrliches Hilfsmittel.
Harro Kieser in „Mitteldeutsches Jahrbuch“ (Band 23 - 2016)

 

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23.03.2016   Rezension zu Pitschmann, Siegfried: Erzählungen aus Schwarze Pumpe

Kann gut sein, dass jüngere Leser Pitschmanns Erzählungen als nostalgisches Erinnern empfinden. Wer sie zeitlich einordnet und sich an der Sprache des großartigen Dichters erfreuen kann, taucht tief ein in ein bewegendes Stück Geschichte.
Sabine Wagner in „Ostthüringer Zeitung“ (19. März 2016)

 

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21.03.2016   Rezension zu Boden, Petra: So viel Wende war nie

[...] Mit der Werkgeschichte des [Historischen Wörterbuchs Ästhetischer Grundbegriffe] ist es der Autorin vorbildlich gelungen, eines vor dem Hintergrund der Ost-West-Transformation interessantesten literatur- und kunsthistorischen Forschungsprojekte dieses Zeitraums erlebbar zu machen.
Michael Eckhard in „Weimarer Beiträge“ (4/2015)

 

21.03.2016   Rezension zu Grubner, Bernadette: Analogiespiele

[Bernadette Grubner] kommt [...] auch bei bereits oft interpretierten Werken wie „Der Frieden“ von 1962 zu neuen Ergebnissen - in diesem Fall über eine detaillierte und stets auf den Inhalt bezogene Analyse der Versmaße, die Hacks benutzt. Wer meinte, dass es sich beim Versmetrum um eine politisch unwichtige Spielerei handele, ist nach der Lektüre dieses Kapitels eines Besseren belehrt. Andere Kapitel zu selten untersuchten Dramen wie „Rosie träumt“ von 1974 oder „Der Maler des Königs“ von 1991 können als Pionierarbeit gelten. [...] Ein besonderes Merkmal ihres Buchs ist, dass all dies nicht als Beleg für Gelehrsamkeit angehäuft wird. Vielmehr schärft der Vergleich mit den Vorlagen stets den Blick für das Besondere von Hacks' Inhalten. Dazu trägt auch eine klare, sachorientierte Sprache bei; nur selten findet man eine Dissertation, die zu lesen so viel Freude bereitet.
Kai Köhler in „Junge Welt“ (21. März 2016, Nr. 68)

 

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10.03.2016   Vorstellung von Pitschmann, Siegfried: Erzählungen aus Schwarze Pumpe

Siegfried Pitschmanns „Erzählungen aus Schwarze Pumpe“ wurden am 8. März im MDR-Fernsehen vorgestellt: http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/a-z/sendung641694_ipgctx-false_zc-ba8902b5_zs-73445a6d.html1

 

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08.03.2016   Rezension zu Bischlager, Hans: Die Öffnung der blockierten Wahrnehmung

[...] Jede philosophische Bemühung – sei sie ethischer, ästhetischer, erkenntnistheoretischer, ontologischer oder politischer Natur – darf und muss [...] vom Leib als Nullpunkt unseres materiell-biologischen sowie psychosoziokulturellen Koordinatensystems ausgehen. Das hat zur Folge, dass Leibliches und damit die Natur als Maßstab und Basso continuo selbst in hochgeistigen Debatten und Problemstellungen mit enthalten ist und nicht eliminiert werden darf. Auch als denkende und um Erkenntnis ringende Menschen sind wir Teil der Natur – ein Faktum, an das uns Phänomene wie Hunger, Krankheit, Müdigkeit, Schlaf oder Sexualität erinnern, und das wir aufgrund unserer Bewusstseins-Hybris immer wieder gerne vergessen und verdrängen. Hans Bischlager hat diesen Gesichtspunkt sehr konsequent und gekonnt in den Mittelpunkt seiner Merleau-Ponty-Studie gerückt. Anhand ausgesuchter Problemfelder (Zwischenleiblichkeit, Kunst, Wahrnehmung, Sprache) gelingt es ihm zu zeigen, welch zukunftsweisendes Potential im Denken Merleau-Pontys enthalten ist, sobald man dieses nicht im Sinne einer Bewusstseins-, sondern vor allem einer Leibphilosophie begreift.
Gerhard Danzer auf „www.rezensionen-tiefenpsychologie.de“ (7.3.2016)

 

08.03.2016   Rezension zu Reidy, Julian: Rekonstruktion und Entheroisierung

[...] Die vorliegende Studie ist alles in allem ein anregender Beitrag, der dem Paradigmenwechsel im Genre „Generationenroman“ gerecht wird. Den „rekonstruktiven Generationenromanen“ aus den Jahren 1999 bis 2003 stehen die „postheroischen“ aus dem Zeitraum von 2009 bis 2011 gegenüber. Zeitlich dazwischen Geigers „hybrider Generationenroman“ aus dem Jahr 2005. Wie gesagt, rückt der Verfasser einige fragwürdige Annahmen von Literatur- wie Kulturwissenschaft zurecht, besonders die scharfe literarhistorische Entgegensetzung von Väterliteratur und Generationenromanen. [...]
Kurt Bartsch in „Jahrbuch für Internationale Germanistik“ (Heft 2, 2015)

 

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04.03.2016   Rezension zu Vetter, Andreas K. (Hg.): raumtexte

Der Fundus an Assoziationen, Bildern und Atmosphären, den die belletristische Literatur bietet, ist unendlich vielfältig. Allein die Betrachtung der in Romanen, Novellen und Erzählungen geschilderten Innenräume zeugt von ihrer bemerkenswerten Kraft durch Phantasie und Wort. Die vorliegende Anthologie versammelt kurze und längere, konkret darstellende oder auch nur oberflächlich andeutende Beschreibungen von Zellen, Kammern, Zimmern und Sälen, wie sie die Autoren des 18. bis 21. Jahrhunderts erfanden oder wiedergeben wollten. Diese, sowohl sprachlich als auch kulturhistorisch reizvollen Trouvaillen sollen jedoch nicht nur für eine neuerliche Vertiefung in die so faszinierenden virtuellen Welten der Belletristik werben. In ihren Szenerien findet sich zudem ein beachtliches Archiv an Möglichkeitsformen der Raumgestaltung für Innenarchitektur, Theater oder Film.
Die Buchempfehlung ist erschienen im Newsletter März 2016 des Bundes Deutscher Innenarchitekten (Berlin).

 

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03.03.2016   Rezension zu Pitschmann, Siegfried: Erziehung eines Helden

[...] Der Roman ist postum erschienen und muss in einem Atemzug mit Werner Bräunings „Rummelplatz“ oder Gert Neumanns „Elf Uhr“ genannt werden, denn sie alle beschreiben die DDR sehr realistisch, eigentlich so, wie es auf dem „Bitterfelder Weg“ vorgesehen war. [...]
Ulrich Schmidt in „Kulturpolitische Korrespondenz“ (25.01.2016)

 

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25.02.2016   Rezension zu Prutti, Brigitte: Grillparzers Welttheater: Modernität und Tradition

[…] ist die vorliegende Studie als überaus ideenreicher, häufig sogar sprudelnder, auf beeindruckender Belesenheit fußender Beitrag zum Verständnis Grillparzers zu begrüßen. Wer sich künftig mit den hier behandelten Dramen beschäftigt, muss sich unbedingt mit diesem Buch auseinandersetzen. […] Dieses Buch dürfte neues Leben in die allzu ruhige Welt der Grillparzer-Rezeption bringen.
Ritchie Robertson in „Sprachkunst“ (2013,1)

 

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23.02.2016   Sientje Maes für ihr bei Aisthesis erschienenes Buch mit dem Gallitzin-Preis 2016 ausgezeichnet

Sientje Maes erhält für ihre 2015 bei Aisthesis erschienene Untersuchung „Souveränität - Feindschaft - Masse. Theatralik und Rhetorik des Politischen in den Dramen Christian Dietrich Grabbes“ den Gallitzin-Preis 2016 für Literaturwissenschaft. Der mit EUR 5.000,- dotierte Preis wird ihr am 19.3. um 11.00 Uhr in der Rüstkammer des Rathauses zu Münster (Prinzipalmarkt) vom Vorstand der Gallitzin-Stiftung überreicht.
(Die Gallitzin-Stiftung in Münster fördert junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Arbeiten einen besonderen Beitrag zur Erforschung der Kulturgeschichte Westfalens leisten. Dazu vergibt die Stiftung alle zwei Jahre den mit je 5.000 € dotierten Gallitzin-Preis für herausragende Leistungen in den Bereichen Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte.)

 

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23.02.2016   Rezension zu Abel, Julia: Walter Benjamins Übersetzungsästhetik

[...] der wichtigen Studie Julia Abels [kommt] eine substantielle Bedeutung hinsichtlich der Rekonstruktion des Übersetzer-Essays im Frühwerk Walter Benjamins und seiner Zeit zu.
Carsten Schapkow in „sehepunkte“ (Ausgabe 16, 2016, Heft 2)
Die vollständige Rezension unter: http://www.sehepunkte.de/2016/02/26935.html

 

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19.02.2016   Rezension zu Mann, Heinrich: Essays und Publizistik. Band 1: Mai 1889 - August 1904

Mit dem ersten Band der Kritischen Gesamtausgabe (HMEP) wird die auf neun Bände angelegte Edition der »Essays und Publizistik« (1889–1950) fortgesetzt. Zuvor sind die Bände 2 (1904–18), 5 (1930–33) und 6 (1933–35) erschienen; 2015 wird die Ausgabe mit dem dritten Band (1918–25) in zwei Teilbänden publiziert. An dieser Stelle (vgl. JbKG 14/2012) ist die außerordentliche editorische Leistung der Herausgeber bereits nachdrücklich gewürdigt, sind die Gründlichkeit der textkritischen und sachlich-inhaltlichen Kommentierungen sowie die Zuverlässigkeit der Übersichten und Register anerkannt worden. Die nunmehr vorliegende Veröffentlichung zeigt das gleiche hohe Niveau [...]. Damit liegt erstmals ein vollständiger Überblick über das Frühwerk des Dichters vor. [...] [Die] umfassenden Kommentare [der Herausgeber-Gruppe] zu sämtlichen essayistischen und publizistischen Arbeiten erschließen auf rund 370 Seiten die biographischen, historischsoziopolitischen und die literarischen Kontexte in bewundernswerter Sorgfalt, Ausführlichkeit, Vielfalt und Tiefe. Die Präsentation der Texte und ihre Erläuterungen belegen wiederum, wie kenntnisreich, akribisch und anspruchsvoll die Herausgeber-Gruppe arbeitet. [...] Der in diesem ersten Band der HMEP-Ausgabe erfasste Zeitraum dokumentiert die Jahre vor dem Ruhm – vor dem »Auftritt des Dichters und politischen Intellektuellen « – mit Beiträgen, die heute im strengen Sinn des Wortes zu provozieren vermögen. Sie sind überwiegend konventionell, folgen zumeist dem »Zeitgeist« bis in antisemitische, alldeutsche, völkische und rassistische Verstiegenheiten. Sie verteidigen die Adelsgesellschaft und Positionen der Kirchen, die monarchische Staatsform, den Nationalismus und die Zensur sowie die traditionelle Form der Ehe und die Rolle der Frau. Heinrich Mann verspottet die Frauenbewegung, wendet sich gegen die Ausprägungen einer »falschen Humanität«, attackiert liberale, sozialdemokratische und sozialistische Gedanken und wiederholt entsprechende Forderungen nach Reformen in Staat und Gesellschaft. Dem später auf diese Publizistik zurückblickenden Dichter waren seine damaligen Darlegungen und Urteile so peinlich, dass er begleitende Zeugnisse vernichtete. Umso beeindruckender sind die nunmehr gelungene Rekonstruktion der literaturhistorischen Realitäten und die Aufdeckung der Beziehungen zwischen Werk und Biographie. Der Band zählt allein schon aus diesem Grund zu den wichtigsten Bänden der HMEP-Ausgabe.
Bernd Sösemann in „Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte“ (2015)

 

19.02.2016   Rezension zu Hinrichs, Ernst: Staat ohne Nation

Wie so mancher Historiker der alten Bundesrepublik wandte sich auch Ernst Hinrichs (†2009), [...], nach der Vereinigung der deutschen Teilstaaten verstärkt der preußischen Geschichte zu. Er tat dies allerdings mit besonderem Engagement, weil ihm gerade auf diesem Feld die spezifisch bundesrepublikanische Geschichtsvergessenheit im Umgang mit der Vergangenheit missbehagte. [...] Sehr geglückt erscheint insbesondere seine Frühgeschichte des Hohenzollernstaates, das heißt die Zeit bis zum Dreißigjährigen Krieg und vor allem der Teil, in dem er die Anfänge dieses dynastischen Staates aus drei Vorgeschichten geschickt zusammenfasst und auf das Wesentliche konzentriert. [...] [B]esonders der kundige Leser [vermag] aus der Preußengeschichte Hinrichs Gewinn zu ziehen.
Peter-Michael Hahn in „H-Soz-Kult“ (12.02.2016)
Die gesamte Rezension ist hier zu finden: http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-23225

 

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14.02.2016   Rezension zu Lesebuch Hans Wollschläger

Michael Girke [...] offenbart in seinem Nachwort eine große Ehrfurcht vor dem Literaten, der wie kaum ein anderer die Kunst der Distanz schaffenden Selbststilisierung beherrscht hat. Zuzustimmen ist dem Publizisten, wenn es um die Qualität der Essays geht. [...] Wollschlägers wortgewaltige Schimpfkanonaden wie die über eine Theater-Inszenierung und die dafür verantwortlichen Regisseure bleiben lesenswert.
Hartmut Horstmann in „Westfalenblatt“ (4.2.2016)

 

14.02.2016   Rezension zu Nestler, Brigitte: Heinrich Mann-Bibliographie - Band 3

Mit dem vorliegenden dritten Band hat die Heinrich-Mann-Bibliographie Brigitte Nestlers ihren Abschluss gefunden. [...] Dass [...] das Projekt weitergeführt werden konnte, ist dem außergewöhnlichen Engagement des Aisthesis-Verlages zu danken. [...] Die Bibliographie zeugt auf beeindruckende Weise von der Resonanz, die Heinrich Mann zu seinen Lebzeiten und im Jahre seines Todes gefunden hat. [...] Das vorliegende Buch ist nicht nur literarisch, sondern auch historisch relevant. [...] Hervorgehoben sei, dass es sich [...] um eine relativ ausführlich kommentierte Bibliographie handelt. [...] Der Band [...] ist [...] sehr großzügig und übersichtlich ausgestattet.
Volker Riedel in „Weimarer Beiträge“ (3/2015)

 

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08.02.2016   Rezension zu Wolff, Theodor: Juli 1914

[Es] ist eine informative fiktive „Zeugenaussage“ des Chefredakteurs des ‚Berliner Tageblatts‘ aus unterschiedlichen Materialien der Zeit von 1906 bis zur erzwungenen Emigration der Familie Wolff 1933 entstanden. [...] [Es handelt sich um eine] kenntnisreich gestaltete[] und inhaltsreiche[] Dokumentation [...] Sie ist geprägt von Respekt und Bewunderung für Wolff, [...] [Das Buch] bietet [...] einen akzeptablen Überblick zu Wolffs öffentlichem Wirken und zu seiner Einschätzung des von deutschen und österreich-ungarischen Politikern und Militärs leichtfertig herbeigeführten und bewusst nicht verhinderten Kriegs.
Bernd Sösemann in „Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte“ (2015)

 

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22.01.2016   Rezension zu Nestler, Brigitte: Heinrich Mann-Bibliographie - Band 3

[...] Eine gezielte Suche nach Personen, Werken und Zeitschriften wird durch die Register ermöglicht. Die knappen Annotationen, die von der Autorin nach Autopsie verfasst wurden, geben zusätzlich wertvolle Auskunft über Inhalt und Tenor des Textes.
Kerstin Klein in „Germanistik“ (1-2, 2015)

 

22.01.2016   Rezension zu Nowak, Christiane: Menschen, Märkte, Möglichkeiten

[...] Nach einem ausführlichen Kapitel zur (literar-)historischen Entwicklung der Kleinstadt bis ins 20. Jahrhundert folgt eine detaillierte Analyse von sechs ausgewählten Romanen, an denen jeweils exemplarische Aspekte des Kleinstadt-Topos veranschaulicht werden. Das Spektrum reicht von Rudolf Huch [...] bis zu kanonischen Texten u.a. von Marieluise Fleißer und Heinrich Mann. [...]
Thomas Wegmann in „Germanistik“ (1-2, 2015)

 

22.01.2016   Rezension zu Zimmer, Jörg: Arbeit am Begriff

[...] Zimmer versteht es, den inneren Zusammenhang der Ästhetikgeschichte zu verdeutlichen und die Aktualität auch älterer Konzepte der philosophischen Tradition herauszustellen. Die lebendig geschriebene Studie ist auch als Einführung in die Ästhetik geeignet, wobei die methodische Einheit von Geschichte und Systematik besonders hervorzuheben ist.
Daniel Göcht in „Germanistik“ (2015, Band 56, Heft 1-2)

 

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18.01.2016   Rezension zu Samsami, Behrang: »Die Entzauberung des Ostens«

[...] Es ist [dem Autor] gelungen, ein überaus informatives und inhaltsreiches Werk in verständlicher Sprache zu verfassen. [...] Es ist ein dezidiert wichtiges und nützliches Werk, dass viele Leser ansprechen wird.
Elzbietta Antonchewicz in „Germanica Wratislaviensia“ (140, 2015)

 

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12.01.2016   Rezension zu Geld und Ökonomie im Vormärz. Jahrbuch Forum Vormärz Forschung 2013, 19. Jahrgang

The volume for 2013 [...] is devoted to money and economy. This is a topic with many possible facets, such as the economics of publishing, the financial condition of authors, the treatment of money and commerce in fiction, etc. However, the volume concentrates largely on the impoverishment of the working class as a consequence of the rapid breakdown of the traditional social order, the development of mechanized and large-scale industry, and the expansion of the money economy. The editor Jutta Nickel, following mainly Hegel and Marx, gives an overview of this development, beginning in England, as it leads to capital accumulation by means of slavery and the pauperization of the working class.
Jeffrey S. Sammons in „Monatshefte“ (Summer 2015)

 

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11.01.2016   Rezension zu Elbing, Steffen: Heinrich Lersch (1889-1936)

[...] Es ist Elbings Verdienst, die weit verstreuten Quellen gesammelt zu haben und hier erstmals eine umfassende Biographie Lerschs vorzulegen. Sie kann als Grundlage für weitere Studien dienen. [...]
Marcel P. Rotter in „German Quarterly Book Reviews“ (Fall/Herbst 2015)

 

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06.01.2016   Rezension zu Schwager, Johann Moritz: Sämtliche Romane und eine Reisebeschreibung

[...] Wer sich über diese Zeit humorvoll und gebildet, mit Wissen und Witz aus der Sicht eines spätaufklärerischen, mit reichen Kenntnissen in vielen Fachgebieten seiner Zeit ausgestatteten Pfarrers orientieren will, findet hier reichlich Stoff direkt aus den Quellen jener Zeit.
Christof Windhorst in „Jahrbuch für Westfälische Kirchengeschichte“ (Band 111, 2015)

 

06.01.2016   Rezension zu Gödden, Walter / Heßelmann, Peter / Stückemann, Frank (Hgg.): »Er war ein Licht in Westphalen«

[...] Der Aufsatzband repräsentiert nach der Biographie von Frank Stückemann (2009) zum ersten Mal umfangreich den gegenwärtigen Stand der Schwagerforschung. Der Leser wird in den vielen Anmerkungen reichlich mit Quellen- und Literaturverweisen bedient. [...]
Christof Windhorst in „Jahrbuch für Westfälische Kirchengeschichte“ (Band 111, 2015)

 

06.01.2016   Rezension zu Achelpöhler, Fritz: Mädchen. Schule. Zeitgeschichte.

[...] Durch alle Einzelschilderungen hindurch zieht sich Achelpöhlers aufklärerischer Ansatz, zeithistorische Erkenntnis mit politischer Bildung zu verknüpfen. [...] Von besonderem Interesse sind A.s Forschungen zu Konfessionalität und Konfessionalismus. [...] Die kirchenpolitischen Auseinandersetzungen zwischen Aufklärung und Pietismus [wurden im Minden-Ravensbergischen] gerade auch am Feld der Schulpolitik ausgefochten. [...]
Ingo Stacke in „Jahrbuch für Westfälische Kirchengeschichte“ (Band 111, 2015)

 

06.01.2016   Rezension zu Lesebuch Heinrich Schirmbeck

Lesen wir in Donna Haraways 1990 formuliertem Manifest, die Grenzlinie zwischen Mensch und Maschine sei längst gefallen, bekommen wir eine Vorstellung davon, wie weit Schirmbeck seiner literarischen Zeit voraus war. Sogar die Auflösung der Geschlechteridentitäten sah er bereits im Gang, ohne dass „gender“ überhaupt schon anthropologisch-wissenschaftlicher Gegenstand gewesen wäre [...] Festzuhalten ist und als sein Erbe wird bleiben, dass hierzulande alleine er ‒ soweit ich jedenfalls sehe ‒ die mathematischen Wissenschaften als das begriff, was sie für unsere Lebenswelten objektiv sind, und dass es die Literatur schließlich bedeutungslos machen werde, wenn sie sie poetisch ignoriere. Unter den Romandichtern Deutschlands, und zwar beider, hat fast nur Schirmbeck die technischen Kräfte als geradezu wesenhafte beschrieben und beschworen und zwar auch vor ihnen und den auf uns zukommenden Entwicklungen gewarnt, aber die jeder poetischen Zuwendung notwendigerweise eigene erotische, ja sexuelle Ambivalenz von Anziehung und Abstoßung zugelassen. Besonders seine Novellen führen dies beispielhaft vor und schließen eine Lücke, die der Hitlerfaschismus in die Literaturgeschichte hineinbiss, hingegen der Kahlschlag hat sie negativ fetischisiert.
Alban Nikolai Herbst, Schirmbecks Vermächtnis, in „Volltext“ 4/2015

 

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04.01.2016   Rezension zu Schönherr, Ulrich: Klang - Bild - Sprache

[...] Durchweg sind die Einzelanalysen überzeugend und mit Überblick verfasst, nicht zuletzt auch in ihren Exkursen zur Musiksoziologie oder Musikphilosophie.
Marcel Krings in „Monatshefte“ (4/2015)

 

04.01.2016   Rezension zu Elbing, Steffen: Heinrich Lersch (1889-1936)

Dieses Buch erfüllt seinen Anspruch, eine ,,literaturpolitische Biographie“ zu sein, auf eine höchst überzeugende Weise. Es stellt in einer kaum zu überbietenden Materialfülle und zugleich ideologiegeschichtlichen Einordnung den Lebens- und Schaffensprozess eines ,,Arbeiterschriftstellers“ dar, der in den katastrophal verlaufenden Wechseljahren des Ersten Weltkriegs, der Weimarer Republik und der Anfangszeit des Dritten Reichs mit einer Fülle von Romanen, Erzählungen, Gedichten und Anthologien im anspruchsvollen Literaturbetrieb auch seiner Stimme Gehör zu verschaffen suchte. [...] Was Elbings Buch auszeichnet, ist eine sorgfältige Darstellung eines ,,von unten“ aufgestiegenen Autors, dessen Biographie für jeden politisch interessierten Leser höchst aufschlussreich ist. [...]
Jost Hermand in „Monatshefte“ (4/2015)

 

04.01.2016   Rezension zu Krobb, Florian / Martin, Elaine (Eds.): Weimar Colonialism

[...] „Weimar Colonialism“ [...] fills an important gap in the scholarship on German „coloniality,” the enduring presence of colonial discourses in the absence of actual colonies. [...]
Jill Suzanne Smith in „Monatshefte“ (4/2015)

 

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