Wetterau, Karin: 68


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Wetterau, Karin: 68

Artikel-Nr.: 978-3-8498-1168-6

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Hunderttausende überwiegend junger Menschen protestieren in den 1960er Jahren weltweit gegen Rassismus, Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg. In Deutschland sind es die Kinder der NS-Generation, die aufbegehren und im Schatten einer nationalen Verbrechensgeschichte auf die Weltrevolution hoffen und für internationale Solidarität auf die Straße gehen.

Die Ermordung des Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 durch einen Westberliner Polizisten wird zum Fanal einer Mobilisierung und Radikalisierung, die über den ursprünglich universitären Rahmen der Studentenbewegung weit hinausgeht und große Teile der Jugend erfasst. Am Ende steht eine veränderte Republik.

Der ‚Familienroman‘ erzählt die Geschichte einer rebellischen Generation, die zwischen Geschichtslast und Geschichtslosigkeit nach neuen Wegen sucht und in der Revolte die historische Hypothek der NS-Vergangenheit abzutragen versucht. In der Darstellung werden biografische Skizzen, historisches Ereignis und politische Reflexion verknüpft.

68, immer schon Gegenstand heftiger Kritik von „rechts“, ist in den letzten Jahren zur Zielscheibe „linker“ Kritik geworden. Die 68erInnen, so wird von einigen Historikern – darunter ehemalige Aktivisten der Bewegung – behauptet, seien allen Legenden zum Trotz in Wahrheit ihren Nazi-Eltern „schrecklich ähnlich“ gewesen: in ihrem Denken, in ihrem Handeln und in ihrer verhängnisvollen Neigung zu politisch motivierter Gewalt.

Im Spannungsfeld solcher Anwürfe und Kontroversen führte die Autorin Gespräche mit beteiligten ZeitzeugInnen und InitiatorInnen der 68er-Bewegung. Sichtbar werden Kontinuitäten und Brüche im Selbstfindungsprozess einer politischen Generation, zu deren einschneidenden frühen Erlebnissen eine Kindheit im Krieg, die Trümmerlandschaften der Nachkriegszeit und die Konfrontation mit den Verbrechen des Nationalsozialismus gehören. Das herrschende Erinnerungstabu in der politischen Kultur der 50er und 60er Jahre und das Schweigen in den Familien über die eigene Beteiligung verdichten sich für die Nachgeborenen zu einem Szenario, in dem der Faschismus nicht als Vergangenheit, sondern in den politischen Auseinandersetzungen und in der Konfrontation mit einer feindseligen Bevölkerung als aktuelle Bedrohung erlebt wird. Dies wird zur explosiven Triebkraft einer Revolte, die in der deutschen Nachkriegsgeschichte einzigartig ist.

 

„Man nimmt teil an einer geistigen Reise in die Vergangenheit und wieder zurück. Ein gedankenreiches Buch, vielschichtig und spannend dazu.“ (Rüdiger Safranski)

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