Neu
Den ersten Schwerpunkt des Jubiläumsjahrbuchs bilden Texte zur Philosophie und Ästhetik. In den Beiträgen von Konstantinos Kavoulakos, Daniel Göcht und Matthew J. Smetona geht es um die Ontologie und die kontrovers diskutierte Frage der Kontinuität von Lukács’ Denken. Ergänzt werden die Aufsätze durch den Abdruck des hierzulande bislang unveröffentlichten Vorworts von Lukács zu Ágnes Hellers Das Alltagsleben. In seinem Bericht über einen Lukács-Marathon 2023 in Athen zum Hundertjährigen von Geschichte und Klassenbewußtsein vermittelt Konstantin Baehrens einen Einblick in die internationale Rezeption von Lukács’ erstem Opus magnum. Spyridon Potamias weitet den Horizont durch einen Vergleich der Entfremdungskonzeptionen von Lukács und Arnold Schönberg, dessen erste Zwölftonkompositionen ebenfalls 1923 veröffentlicht wurden.
Im zweiten, von Patrick Eiden-Offe betreuten Schwerpunkt, geht es um Beiträge zu Geschichte und Klassenbewußtsein, die im Rahmen des Sattelzeitprojekts vorgetragen wurden. Sie erlauben einen neuen Blick auf bekannte Relationen oder erschließen unbeachtete Konstellationen. Caroline Adler und Sophie Buck schreiben zu Benjamin und Lukács, Moritz Neuffer zur Wiederentdeckung Karl Korschs in den 60er Jahren. Morten Nissen erkundet Lukács’ Verhältnis zu Georges Sorel und Carl Schmitt, Eva Heubach und Philipp Weber das zu Sigmund Freud und der Psychoanalyse, Johanna-Charlotte Horst das zu dem avantgardistischen französischen Schriftsteller und Filmemacher Georges Perec. Amália Kerekes beleuchtet in ihrer Geschichte der Kleinen revolutionären Bibliothek des Malik-Verlags die Vorgeschichte von Lukács‘ Meisterwerk, das zunächst mit dem Titel Studien zur Ideologienfrage der Revolution angekündigt worden war. Auch in diesem Jahrbuch setzen wir die Serie von hierzulande wenig bekannten Formen der Wirkungsgeschichte von Lukács’ Werk fort, dem die für den Diskurs des westlichen Marxismus typische Ignorierung des Kolonialismus kaum vorzuwerfen ist; diesmal geht es in Beiträgen von Diego Correa und Hassan Maarfi Poor um Kolumbien, Spanien und den Iran. Den Abschluss des Jahrbuchs bildet Rüdiger Dannemanns Nachruf auf Erich Hahn.
Lukács 2024 / 2025
Jahrbuch der Internationalen Lukács-Gesellschaft
20. Jahrgang
Herausgegeben von Rüdiger Dannemann
2026
ISBN 978-3-8498-2140-1
ISSN 1421-8208
310 Seiten
kartoniert
Leseprobe: lp-9783849821401.pdf