Vom Leben, vom Schreiben. Der Schriftsteller Paul Schallück privat Neu
Artikel-Nr.: 978-3-8498-2108-1
Paul Schallück sagte über sich selbst:
»Schau in den Spiegel. Da erscheint ein Mensch, was sonst: Falten, Runzeln, schlecht rasiertes Kinn, herausgestreckte Zunge. Mein Spiegel kann nur das Wort sein, der Satz, der Absatz, das Kapitel, Geschriebenes, Gesprochenes, das Buch. Also schau hinein. Was siehst du? Selbsterblicken heißt noch nicht Selbsterkennen. Trotzdem. Schau hinein.«
Der vorliegende Briefwechsel bietet einen solchen Blick in den Spiegel. 225 Briefe zeigen einen Autor, der Einblick in seine äußeren Lebensbedingungen und sein Innenleben gewährt. Schallücks Briefe an die Eltern sind nicht nur als private Zeugnisse von Relevanz. Sie gewähren Aufschluss darüber, was es in den Jahren 1950 bis 1970 hieß, als freier Schriftsteller zu reüssieren. Das literarische und auch das politische Klima jener Zeit wird in unterschiedlichsten Facetten deutlich. In dieser Hinsicht bieten die vorliegenden, bislang nur punktuell bekannten Briefe Einblicke in Leben und Werk eines Autors, der zu den wichtigsten Autoren der sog. »Trümmerliteratur« zählt.
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| Daten |
Walter Gödden (Hg.) Vom Leben, vom Schreiben Der Schriftsteller Paul Schallück privat Briefe an die Eltern 1954-1975 Nyland Dokumente Band 30 2025 ISBN 978-3-8498-2108-1 430 Seiten kartoniert |
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| Inhalt |
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| Autoreninfo |
Der 1922 im westfälischen Warendorf geborene und spätere Wahlkölner Paul Schallück avancierte in den 1950er Jahren zu einem Hoffnungsträger der deutschen Literatur. Er war festes Mitglied der Gruppe 47, seine Romane erschienen in hoher Auflage und mit Neuauflagen im renommierten S. Fischer Verlag. Im Ausland zählte Schallück zu den wichtigsten deutschen Nachkriegsautoren. Besonders nahen Kontakt unterhielt er zur französischen Autoren- und Verlagsszene. Über all dies gibt das vorliegende Briefkorpus Auskunft. Den hohen Stellenwert des Autors zeigen darüber hinaus Anthologieprojekte, bei denen Schallück zur Mitarbeit eingeladen wurde. Wie selbstverständlich nimmt er dort einen Platz neben Günter Grass, Martin Walser, Peter Rühmkorf und anderer Autorenprominenz ein. Sie alle schätzten Schallücks Engagement als politischen Mahner und im Sinne der Völkerverständigung. 1958 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, gemeinsam mit Heinrich Böll entwickelte er den Plan zum Aufbau einer »Bibliothek zur Geschichte des deutschen Judentums«, die noch heute als »Germania Judaica« in Köln weitergeführt wird. Ein eigenes Kapitel bildet Schallücks schwieriges Verhältnis zu Westfalen und seiner Heimatstadt Warendorf. Es nimmt in der Korrespondenz ebenfalls breiten Raum ein. Seine Satire Warendorfer Pferde nahm man ihm zutiefst übel und erklärte ihn jahrelang zu einer Persona non grata. Schallück scheint nicht wenig unter einer solchen Missachtung, ja Diskriminierung gelitten zu haben. Auch für solche ›Mentalitätsstudien‹ liefert der Briefwechsel viel neues Material. Das gilt auch für Schallücks schwierige ›Eingemeindung‹ in die westfälische Literaturszene, die im Briefwechsel ebenfalls breit diskutiert wird. Auf den ersten westfälischen Dichtertreffen nach 1945 wurde er als Aufwiegler gebrandmarkt – im konservativen Westfalen wusste niemand mit einem gesellschaftskritischen Autor wie ihm etwas anzufangen. |
| Lese-/Hörprobe |
Leseprobe: lp-9783849821081.pdf |
| Aus der Kritik |
[...] Die von Gödden vorzüglich edierte und kommentierte Briefausgabe umfasst 225 Briefe (und Postkarten) Paul Schallücks an die Eltern aus dem Zeitraum zwischen 1954 und Schallücks Tod im Jahr 1976. Und man kann sich als Leser*in der Einschätzung Walter Göddens durchaus anschließen, wenn er anmerkt, dass die Briefe „Aufschluss darüber [gewähren], was es in den Jahren 1950 bis 1970 hieß, als freier Schriftsteller zu reüssieren.“ Das literarische und auch das politische Klima jener Zeit wird in unterschiedlichsten Facetten deutlich. [...] |
| Reihe |
Nyland Dokumente Band 30 |