Jung, Werner: Von der Utopie zur Ontologie
Artikel-Nr.: 978-3-89528-326-0
'Von der Utopie zur Ontologie' – und wieder zurück! So könnte der Titel der vorliegenden Aufsatz- und Essaysammlung dreißig Jahre nach dem Tod von Georg Lukács am 4. Juni 1971 und zehn nach den großen internationalen 'Wendungen' auch lauten. Es geht darum, den ungarischen Philosophen und Literarhistoriker, den Intellektuellen und politischen Denker zum einen in den verschiedenen Diskursen seiner Zeit – so beim jungen Lukács die Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Philosophie, Literatur und Kultur, beim Marxisten die Bemühungen um eine Ontologie diesseits aller Dogmen – zu verorten, zum anderen auf erstaunliche ideologische Interferenzen aufmerksam zu machen (etwa die Gemeinsamkeiten mit Ernst Jünger) sowie auch auf die 'Anschlußfähigkeit' seiner Theorie auf den unterschiedlichsten Feldern hinzuweisen. Dabei stehen insbesondere der ganz junge, vormarxistische Lukács mit seinen bahnbrechenden Essaybänden ("Die Seele und die Formen" oder "Die Theorie des Romans") wie der späte, um eine marxistische Ethik und Ontologie ringende, dabei den Stalinismus der (ehedem) sozialistischen Gesellschaften rigoros ablehnende Philosoph im Vordergrund, enthalten doch die Texte aus diesen lebensgeschichtlichen Phasen die größte intellektuelle Sprengkraft und skizzieren, mit dem Jugendfreund Ernst Bloch gesprochen, Hoffnungspotentiale, ungelebt Mögliches und einen utopischen Vorschein.
| Daten |
Werner Jung Von der Utopie zur Ontologie Lukács-Studien Band 1 2., unv. Auflage 2017 (2001) ISBN 978-3-89528-326-0 183 Seiten Auch als E-Book erhältlich: ISBN 978-3-8498-1467-0 kartoniert |
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| Inhalt |
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| Autoreninfo |
Werner Jung, Prof. Dr., Hochschullehrer an der Universität Duisburg-Essen, lehrt und forscht auf dem Gebiet der deutschen Literatur vom 18.-21. Jahrhundert, dazu in der Ästhetik, Poetik, Literaturtheorie und Editionsphilologie. (Mit-)Herausgeber der Werke Heinrich Bölls, Ludwig Harigs und Georg Lukács'; letzte Bücher u.a.: Raumphantasien und Phantasieräume. Essays über Literatur und Raum. Bielefeld: Aisthesis, 2013; Poetik. Duisburg: UVRR, 2014; Georg Simmel. Zur Einführung. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Hamburg: Junius, 2016; Britta Caspers, Dirk Hallenberger, Werner Jung, Rolf Parr (Hg.): Theorien, Modelle und Probleme regionaler Literaturgeschichtsschreibung. Essen: Klartext, 2016. |
| Lese-/Hörprobe |
Leseprobe: lp-9783895283260.pdf |
| Aus der Kritik |
Georg Lukács, der ungarische Philosoph, wird von Werner Jung in seinen Lukács-Studien fachkundig beleuchtet. Der Autor prüft in Von der Utopie zur Ontologie nicht nur das Nietzsche-Bild von Lukács, er untersucht auch dessen Gemeinsamkeiten und Trennungslinien mit Wilhelm Dilthey, Ernst Jünger, Johannes R. Becher, Nicolai Hartmann, Gerhard Hauptmann und natürlich mit Ernst Bloch. Der Vergleich von Lukács und Bloch gelingt Werner Jung besonders gut an deren unterschiedlicher wie identischer Betrachtung des Begriffs Arbeit.
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| Reihe |
Lukács-Studien Band 1 |