Fähnders, Walter; Plath, Nils; Weber, Hendrik; Zahn, Inka (Hgg.): Berlin, Paris, Moskau
Artikel-Nr.: 978-3-89528-487-8
Die Metropole ist im 20. Jahrhundert zentraler Ort für Fremdwahrnehmungen und Selbstreflexion. In dem Sammelband »Berlin, Paris, Moskau – Reiseliteratur und die Metropolen« suchen die vierzehn Beiträge nach Perspektiven auf das »Andere« und »Fremde« in der Reiseliteratur. Dabei fragen sie nach den Bedingungen für das Entstehen und die Verwendung jener Stereotypen und Sichtweisen, die das Bild der drei Metropolen bestimmt haben und womöglich noch heute mitbestimmen: Paris als die gewesene »Hauptstadt des 19. Jahrhunderts« (Walter Benjamin), Berlin als die in der kurzen Gegenwart der Zwischenkriegszeit ›modernste‹ Stadt des alten Kontinents, Moskau als Sinnbild einer sich in Verwirklichung befindlichen ›roten Utopie‹, die sich anderen als Terror darstellte.
»Berlin, Paris, Moskau – Reiseliteratur und die Metropolen« ist der Auftaktband der von Wolfgang Asholt (Romanistik), Walter Fähnders (Germanistik), Wolfgang Stephan Kissel (Slavistik) und Wolfgang Klein (Kulturwissenschaften) herausgegebenen neuen Aisthesis-Reihe »Reisen Texte Metropolen«.
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Walter Fähnders / Nils Plath / Hendrik Weber / Inka Zahn (Hgg.) Berlin, Paris, Moskau Reiseliteratur und die Metropolen Reisen Texte Metropolen, Bd. 1 Hrsg. von Wolfgang Asholt / Walter Fähnders / Wolfgang Kissel / Wolfgang Klein 2005 ISBN 978-3-89528-487-8 289 Seiten, mit Abb. kartoniert |
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| Inhalt |
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| Autoreninfo |
Die Herausgeber, Walter Fähnders, Nils Plath, Hendrik Weber und Inka Zahn, arbeiten in dem VW-Projekt »Die Blicke der Anderen. Reisen zwischen den europäischen Metropolen Berlin, Paris und Moskau in der Zwischenkriegszeit« und bereiten Monographien vor, die in der Reihe »Reisen Texte Metropolen« erscheinen werden. |
| Aus der Kritik |
Reisen ist seit Menschengedenken ein Urbedürfnis, darüber zu berichten nicht minder. Bereits die unterschiedlichen Genera der Reiseliteratur (Reiseführer, Reportage, Reisebeschreibung, Essay, Tagebuch, Brief usw.) unterstreichen ihr Oszillieren zwischen Faktizität und Fiktionalität, zwischen Information und Erzählung. Reisen war im Mittelalter freiwillig, wenngleich zweckgebunden: Pilger, Kaufleute, Studenten, Soldaten und Kleriker machten sich auf den Weg. Aufgrund fehlender Transportmittel und -wege dauerten Reisen häufig mehrere Jahre und wurden leicht zur Lebensreise. Schon bald traten Entdecker hinzu, die die Erde bis in ihre letzten Winkel erforschen wollten und in ihren Berichten Toposwissen mit Erfahrungswissen mischten. Das Lesepublikum wollte unterhalten werden, weshalb die Verfasser ihre Abenteuer übertrieben und nicht mit Klischees sparten, um die Erwartungen ihrer Rezipienten nicht zu enttäuschen. |
| Reihe |
Reisen Texte Metropolen |