[...] Eine vorbildliche Edition, die Voraussetzungen für ein angemessenes Verständnis des Dichters schafft. [...] Herweghs späte Prosa bietet wertvolle Einblicke in Zeitkontexte aus der Sicht eines demokratischen Republikaners. Sie liefert zudem Beispiele eines sprachlich pointierten, engagierten Journalismus, wie er heute rar geworden ist.
Christine Weckwerth in „Neues Deutschland“ (9. bis 13.10.2013, Messebeilage)
[...] Im Apparat des vierten Bandes stellen die BandbearbeiterInnen Ingrid und Heinz Pepperle sowie Hendrik Stein wie in den bereits erschienenen Bänden einen in Umfang und Inhalt ausgewogenen Kommentar zu Verfügung. Aufgrund der jahrzehntelangen Beschäftigung mit dem Dichter, die als geballte Kompetenz dahinter steht, gelingt es mit sicherer Hand, erläuterungswürdige Stellen in den Artikeln, Korrespondenzen und politischen Stellungnahmen auszumachen und den Leser mit präzisen, mit der erforderlichen Akribie recherchierten Informationen zu versorgen. Auch bei komplizierten historischen oder biographischen Hintergründen kommen die Erläuterungen mit einer gewissen Leichtigkeit daher, lassen dabei aber den erforderlichen Tiefgang nicht vermissen. [...] Nach wie vor gibt es nur zu einigen wenigen Autorinnen und Autoren des Vormärz verlässliche Editionen, eine Lücke, die die seit 2006 erscheinende »Kritische und kommentierte Gesamtausgabe« der Werke und Briefe Georg Herweghs in hervorragender Weise zu schließen hilft.
Bernd Füllner in „Heine-Jahrbuch 2013“
Der neueste Band der maßgebenden Edition zu Georg Herwegh führt den Nutzer auf Seitenpfade der Literaturgeschichte. Es handelt sich um 80 Arbeiten aus dem Gebiet der Publizistik und Essayistik der Nachrevolutionszeit, denen die Bearbeiter sicher H.s Autorschaft zuweisen konnten. [...] Die chronologisch nach dem Entstehen bzw. Erscheinen dargebotenen Texte enden 1871 mit den gedruckten und ungedruckten Korrespondenzberichten H.s für die „République Francaise“, Kommentar und Register erschließen die Texte erstmals in ihrer Tiefe.
Thomas Lindenberg in „Germanistik“ (2013, Heft 1-2)
[…] [Der] editorische Anspruch [der] kritischen und kommentierten Gesamtausgabe der Werke und Briefe Georg Herweghs ist mit den vier Grundsätzen bezeichnet: Vollständigkeit, Rückgriff auf die Handschriften, diplomatisch getreuer Text, wissenschaftlicher Kommentar. Die Anfänge dieses ambitionierten und schon bis jetzt mit viel Anerkennung bedachten Unternehmens datieren noch aus der Zeit vor 1989 […]. Mit der Edition des nach 1848 erschienenen publizistischen Werkes erschließt sich nun insgesamt, was sich schon im Briefwerk (1849-1875) deutlich erkennbar abzeichnete, die Tatsache nämlich, dass Georg Herwegh nach der Revolution von 1848/49 in seinen politischen Ansichten und seinem Engagement keineswegs nachließ bzw. gar resignierte. […]
Peter Stein in „Jahrbuch Forum Vormärz Forschung“ (2013)