[E-Book] Klambauer, Paul: Schreiben lernen
Artikel-Nr.: 978-3-8498-1784-8Diese wegweisende Studie widmet sich dem kaum untersuchten Phänomen der frühen schriftstellerischen Profilbildung, das die literaturtheoretischen und literaturkritischen Diskurse der Gegenwart bisher nicht präzise in den Blick genommen haben. Das einzigartige Quellenmaterial stammt stammt aus einem zentralen Konzeptionsraum für universitäre literarische Schreibpraxis – den Seminaren und Übungen des Instituts für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim. Mithilfe zahlreicher Textproben von Studierenden der ersten Semester zeichnet Paul Klambauer die Suchbewegungen junger Autorinnen auf dem Weg zur eigenen écriture nach, die sich von ersten, präzisen Aufgabenstellungen bis zu freien Formen des Erzählens entwickeln. Durch die intensive Auseinandersetzung mit Eigen- und Fremdtexten entsteht so ein literarisches Formbewusstsein, das auf die kreative Arbeit an längeren Texten und ihren denkbaren Varianten vorbereitet ist.
Paul Klambauer
Schreiben lernen
Die literarische Profilbildung von Studienanfängern des Kreativen und Literarischen Schreibens an der Universität Hildesheim
2022
ISBN 978-3-8498-1784-8
276 Seiten
E-Book (PDF-Datei), 2 MB
- Einleitung
- 1 Das Neue Kreative Schreiben
- 1.1 Erste Schritte
- 1.2 Genie und Ordnung
- 1.3 Die kommunikative Wende
- 1.4 Impulsgeber des Neuen Kreativen Schreibens
- 1.4.1 Das Workshop-Konzept
- 1.4.2 Literaturwissenschaft und Rhetorik
- 1.4.3 Elementares Schreiben
- 1.5 Das Bachelorstudium Kreatives Schreiben und Kulturwissenschaft
- 1.6 Die Einführungsseminare
- 2 Elementares Schreiben
- 2.1 Einleitung
- 2.2 Beobachtendes Notieren
- 2.2.1 Einen Platz beschreiben
- 2.2.1.1 Perec und die Place Saint-Sulpice
- 2.2.1.2 Autonome Erzählanlässe
- 2.2.1.3 Textwerkstatt 1: Auf dem Bahnsteig
- 2.2.1.4 Textwerkstatt 2: Im Museum
- 2.2.1.5 Textwerkstatt 3: Im Schwimmbad
- 2.2.2 Eine Sprachfotografie anfertigen
- 2.2.2.1 Wehrli und die vergessene Kamera
- 2.2.2.2 Das literarische Punktum
- 2.2.2.3 Textwerkstatt 4: Weihnachtsmarkt
- 2.2.2.4 Textwerkstatt 5: Silvester
- 2.2.3 Alltagszenen festhalten
- 2.2.3.1 Die Webcams von Berlin
- 2.2.3.2 Miniaturdramen des Alltags
- 2.2.3.3 Atmosphärische Anomalien
- 2.2.3.4 Idiosynkratische Erzählanlässe
- 2.2.3.5 Textwerkstatt 6: Im Metronom
- 2.2.3.6 Textwerkstatt 7: Positive Premium
- 2.2.3.7 Textwerkstatt 8: Steintor
- 2.3 Wertendes Notieren
- 2.3.1 Einleitung
- 2.3.2 Einen Flaneurstext verfassen
- 2.3.2.1 Brinkmann in Rom
- 2.3.2.2 Wahrnehmungsfilter und psychisches Echo
- 2.3.2.3 Textwerkstatt 9: Fußgängerzone
- 2.3.2.4 Textwerkstatt 10: Stadtspaziergang
- 2.3.3 Einen Natureindruck skizzieren
- 2.3.3.1 Tokutomi Roka und die Sagami-Bucht
- 2.3.3.2 Atmosphäre und Erstgefühl
- 2.3.3.3 Habituelle und dynamische Details
- 2.3.3.4 Dynamische Konstellationen
- 2.3.3.5 Textwerkstatt 11: Maschsee
- 2.3.3.6 Textwerkstatt 12: Einbruch der Nacht
- 2.3.3.7 Kitschempfinden
- 2.3.4 Einen Gegenstand erkunden
- 2.3.4.1 Im Namen der Dinge
- 2.3.4.2 Die Psychologie des Objektcharakters
- 2.3.4.3 Textwerkstatt 13: Der Kaffeebecher
- 2.3.4.4 Textwerkstatt 14: Feuerzeug und Clementine
- 2.3.4.5 Textwerkstatt 15: Der 50-Euro-Schein
- 2.4 Biografisches Notieren
- 2.4.1 Vorbemerkung
- 2.4.2 Eine Kindheitsszene dramatisieren
- 2.4.2.1 Die Erinnerungen Nathalie Sarrautes
- 2.4.2.2 Sartres Wörter
- 2.4.2.3 Erlebendes und erzählendes Ich
- 2.4.2.4 Die Kunst der Auswahl
- 2.4.2.5 Textwerkstatt 16: Afrika
- 2.4.2.6 Textwerkstatt 17: Der Reitunfall
- 2.4.3 Magische Wörter
- 2.4.3.1 Czesław Miłosz und das Alphabet des Lebens
- 2.4.3.2 Textwerkstatt 18: Melancholie, Mama Muh, D.D.O.
- 2.5 Schlussbemerkung zum Elementaren Schreiben
- 3 Kreatives Schreiben
- 3.1 Einleitung
- 3.2 Pessoa und das poetologische Vorwort
- 3.2.1 Textwerkstatt 19: Kim Matjakowski
- 3.2.2 Textwerkstatt 20: In der Cafébar
- 3.3 Szenenbau
- 3.3.1 Erzählerische Massenträgheit
- 3.3.2 Textwerkstatt 21.1: Das Schneidbrett
- 3.3.3 Textwerkstatt 22.1: Der Blumenladen
- 3.3.4 Die Kunst der Exposition
- 3.3.5 Textwerkstatt 21.2: Das Schneidbrett.
- 3.3.6 Textwerkstatt 22.2: Der Blumenladen
- 3.4 Erzählperspektive
- 3.4.1 Vorbemerkung
- 3.4.2 Manifestes auktoriales Erzählen
- 3.4.2.1 Auf dem Zauberberg
- 3.4.2.2 Textwerkstatt 23: Mittelhessen
- 3.4.2.3 Textwerkstatt 24: Halber
- 3.4.3 Latentes auktoriales Erzählen
- 3.4.3.1 Auktoriale Mitwisserschaft
- 3.4.3.2 Textwerkstatt 25: Chris
- 3.4.3.3 Textwerkstatt 26: Café Nosé
- 3.4.4 Ich-Erzählung
- 3.4.4.1 Uhrwerk Orange und der Nadsat
- 3.4.4.2 Der Zungenschlag des Stammes
- 3.4.4.3 Textwerkstatt 27: Das Ding
- 3.4.5 Personales Erzählen
- 3.4.5.1 Eine synthetische Form
- 3.4.5.2 Franz Kafka und die Reflektorfigur
- 3.4.5.3 Motivierte Wahrnehmung
- 3.4.5.4 Auktoriale Splitter
- 3.4.5.5 Textwerkstatt 28: Der Heimweg
- 3.4.5.6 Textwerkstatt 29: Das Schild
- 3.4.6 Innenwelten
- 3.4.6.1 Virginia Woolf und die Fahrt zum Leuchtturm
- 3.4.6.2 Textwerkstatt 30: Im Wartezimmer
- 3.4.6.3 Textwerkstatt 31: Korallen
- 4 Kurzprosa
- 4.1 Vorbemerkung
- 4.2 Textwerkstatt 32: Fische
- 4.3 Textwerkstatt 33: Neuschnee
- 4.4 Textwerkstatt 34: Im Gebiet einzig neu: Talib
- 5 Schlussbetrachtungen
- 5.1 Vorbemerkung
- 5.2 Begriffe und Positionen
- 5.2.1 Erzählanlässe
- 5.2.2 Echo und Detail
- 5.2.3 Gefahrenfelder
- 5.2.4 Gestimmte Räume
- 5.2.5 Psychogramme
- 5.2.6 Gekrümmte Wahrnehmung
- 5.3 Resümee und Ausblick
- 6 Literaturverzeichnis
Paul Klambauer wurde 1986 in Linz geboren. Er studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. Heute lebt und arbeitet er als freier Autor in Wien.
Leseprobe: lp-9783849817831.pdf
»Es ist keine Frage, dass wir es mit einer wegweisenden und die Debatten über universitäre Schreibschulen auf ein neues Niveau hebenden Dissertation zu tun haben.«
Hanns-Josef Ortheil (Universität Hildesheim)
»Nach der Lektüre der Dissertation von Paul Klambauer wird man ohne Übertreibung sagen können, dass es sich bei ihr um einen Meilenstein in der Literaturforschung der letzten Jahre handelt.«
Christian Schärf (Universität Hildesheim)
»Diese Dissertation ist eine Pionierarbeit: Nie zuvor hat es eine Studie gegeben, in der die konkreten Schritte in einer universitären Ausbildungspraxis zum Kreativen bzw. Literarischen Schreiben so detailliert und zugleich so umfassend beschrieben worden wären wie in dieser Arbeit.«
Sandro Zanetti (Universität Zürich)
[...] [D]ie Studie von Paul Klambauer [leistet] Pionierarbeit, indem sie die konkreten Schritte in der universitären Ausbildungspraxis zum Kreativen bzw. Literarischen Schreiben im Bereich der Anfangssemester detailliert nachzeichnet und analysiert. [...] Am Beispiel eines konkreten Studiengangs, der an der Universität Hildesheim angeboten wird und an dem der Autor als Lehrender beteiligt ist, wird nachgezeichnet, wie das Ziel der Studierenden, als Schreibende den eigenen, unverwechselbaren Ton zu finden, methodisch angebahnt wird. [...] Resümierend betrachtet verdient die Studie von Paul Klambauer sowohl in der Schreibdidaktik als auch der Hochschuldidaktik große Aufmerksamkeit, darüber hinaus bietet sie auch Anknüpfungspunkte für schulische Überlegungen, um literarisch-gestaltendes Schreiben wieder in den Deutschunterricht zu integrieren. [...]
Torsten Mergen in „literaturkritik.de“ (August 2022)
Zur vollständigen Rezension:https://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=29044
[...] Der Schriftsteller Paul Klambauer hat an der Universität Hildesheim das Kreative und Literarische Schreiben zunächst studiert und in den Folgejahren auch selbst unterrichtet. Seine Aufgabe war es, Erst- und Zweitsemester in Grund- und Aufbaukursen des Schreibens mit bestimmten Schreibaufgaben zu konfrontieren, ihre Texte zu lesen und dabei zu untersuchen, wie sie vorankamen und allmählich zu einem eigenen Schreiben fanden. [...] In den Jahren seines Unterrichts hat Paul Klambauer viele erstaunliche und teilweise virtuose Texte von Studierenden gesammelt und gedeutet. In seiner Dissertation hat er sie genauer unter die Lupe genommen und anhand dieser studentischen Texte gezeigt, wie das jeweilige Schreiben geformt wurde und mit der Zeit eine individuelle „écriture“ entstand.
Klambauers große Hildesheim-Studie liegt jetzt als Buch im Aisthesis Verlag vor (P.K.: Schreiben lernen. Die literarische Profilbildung von Studienanfängern des Kreativen und Literarischen Schreibens an der Universität Hildesheim. Bielefeld 2022). Sie ist so ertragreich und weiterführend, weil man nicht nur die universitären Hildesheimer Studieninhalte kennenlernt, sondern eben auch die darauf reagierenden studentischen Texte. So kann man sich als Leserin/Leser fragen, wie man selbst die Aufgaben behandelt hätte. Man kann sich in einer Folge/Reihe sehen und ein konkretes Studium betreiben, das nicht (wie sonst fast immer) bei Aufgaben verweilt, sondern auch Alternativen von Antworten auf diese Aufgaben mit untersucht.
Ich empfehle Paul Klambauers Buch daher ganz besonders. Es ist ein Meilenstein in der Absicht, die Einsichten über „das Schreiben“ in allen nur denkbaren Richtungen zu vertiefen.
Hanns-Josef Ortheil in seinem BLOG (11.08.2022) https://www.ortheil-blog.de/
[…] In der Tat zeigt Schreiben lernen von Paul Klambauer pionierhaft auf, wie das „Neue Kreative Schreiben“ an der Universität Hildesheim praktiziert wird. Die Lektüre des Buches ist empfehlenswert für alle kreativ Schreibenden, denen es um die Erweiterung ihrer literarischen Ausdrucksmöglichkeiten geht. Auf besondere Weise lohnend ist sie für Leiterinnen und Leiter von Schreibgruppen, die den Teilnehmenden begründete Hinweise auf Überarbeitungsmöglichkeiten mit dem Ziel literarischer Steigerung geben wollen. Interessant ist Schreiben lernen nicht zuletzt für alle, die genauer erfahren möchten, wie Arbeitsformen des angloamerikanischen Creative Writing unter deutschen Hochschulbedingungen praktiziert werden können.
Hans Arnold Rau in „Segeberger Briefe. Zeitschrift für Kreatives Schreiben“, Jg. 40, Heft 106, 1/2023
