Fichter, Tilman P. / Lönnendonker, Siegward: Geschichte des SDS
Artikel-Nr.: 978-3-8498-1259-1Leider vergriffen!
24,80 €
Mit dem vorliegenden Band legen Tilman Fichter und Siegward Lönnendonker eine überarbeitete und erweiterte Fassung ihrer legendären, zuerst 1977 erschienenen »Kleinen Geschichte des SDS« vor, die bis heute zahlreiche Auflagen erfahren hat. Damit ist diese grundlegende Publikation zur Geschichte des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds (1946 bis 1970) 50 Jahre nach dem epochalen Jahr 1968 wieder greifbar.
Die beiden Autoren, selbst seit den frühen 60er Jahren im SDS aktiv, zeichnen die Geschichte der zunächst SPD-nahen Studentenorganisation seit ihrer Gründung durch Kriegsheimkehrer im Jahr 1946 nach: ihre Politisierung im Kampf gegen Wiederbewaffnung und einseitige Westorientierung der Bonner Republik in den 50er Jahren; ihr immer problematischeres Verhältnis zur „Mutterpartei“, das 1961 im Beschluss der SPD-Führung zur Unvereinbarkeit der Mitgliedschaft in SDS und SPD gipfelte; ihre anschließende Entwicklung zur maßgeblichen Organisation der außerparlamentarischen Opposition und zur entscheidenden Kraft der Studentenbewegung ab 1967 und schließlich ihren bald darauf einsetzenden Zerfall.
Tilman P. Fichter / Siegward Lönnendonker
Geschichte des SDS
Geschichte des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds
1946 – 1970
Mit einem Vorwort von Klaus Meschkat und einem Bildteil von Klaus Mehner †
2017
ISBN 978-3-8498-1259-1
343 Seiten
Klappbroschur
- Vorwort von Klaus Meschkat
- Einleitung: Quer zur Logik des Kalten Krieges
- 1. Kapitel: Soldatengeneration
- Westdeutsche Universitäten in der Nachkriegszeit
- Der studentische Alltag nach Hitler 2
- Entnazifizierung der Hochschule – Symptom einer ausgebliebenen Erneuerung
- Verzicht auf ein „politisches Mandat“
- Die sozialistischen Studenten: Neubeginn und Kontinuität
- Die besondere Situation in Berlin
- Die Herausbildung des überregionalen Studentenbundes
- Der Hamburger Gründungskongreß
- Student und Politik
- Der erste Unvereinbarkeitsbeschluß
- Das abgemusterte Offizierskorps
- Generationswechsel
- Antikommunismus oder linke Stalinismuskritik
- Die „Eschweger Richtlinien“
- Die erste verlorene Bundestagswahl
- Begeisterung für Europa
- Erste Theorie-Diskussionen
- Der Tod von Kurt Schumacher
- Wie die Alten, so die Jungen
- Die Sozialistische Hochschulgemeinschaft (SHG)
- Die zweite verlorene Bundestagswahl
- Die FU-Gruppe: Auf nach Godesberg!
- 2. Kapitel: Flakhelfer- und HJ-Generation
- Der Bundesvorstand Lohmar/Arndt
- Beginn der Wehrdebatte
- Hochschule und Gesellschaft
- Militanter Protest und Bewußtsein
- Studentenschelte
- SDS und Gewerkschaften
- Wiederbewaffnung und nationale Frage
- SDS versus FDJ
- Unser Standpunkt
- Der lange Marsch nach links
- Remilitarisierung
- Die „Paulskirchenbewegung“
- Das zerrissene Testament des Ulrich Lohmar
- „Gastrecht“ für KPD-Studenten
- Theorie: Tabu oder Fetisch?
- Adenauers „Weiterentwicklung der Artillerie“
- Rückzug in den Elfenbeinturm
- Dornröschens Erwachen
- 3. Kapitel: Eine Zwischengeneration im Kampf gegen die Atombombe
- Oswald Hüller: Zwischen Antistalinismus und Linksopportunismus
- Der Studentenkongreß gegen Atomrüstung
- Der Kongreß für Demokratie – gegen Restauration und Militarismus
- Die Suspension von Oswald Hüller
- Eine undogmatische linke Mehrheit
- Anatomie einer Ausgrenzung
- „Ungesühnte Nazijustiz“
- Die Spaltung des SDS
- „Abschied vom Elfenbeinturm“
- Konformismus und Nonkonformismus
- Trotz alledem
- „Arm, aber ungebrochen“
- Die Mauer
- NÖSPL: Ulbricht versucht, die DDR zu retten
- Die XVI. ordentliche Delegiertenkonferenz des unabhängigen SDS
- Die „Sozialistischen Förderergemeinschaften“
- Der Unvereinbarkeitsbeschluß
- Die stabilisierende Funktion der Mittelgruppe
- 4. Kapitel: Rebellion der Kriegskinder
- Seminarmarxismus
- Freud – Marcuse – Reich
- Subversive Aktion
- Die Eroberung der Universität
- Demokratie vor dem Notstand
- „Schaut auf diese Stadt!“ (Ernst Reuter 1948)
- Kuby, Krippendorff, Korporationen
- Das Vietnam-Semester in Berlin
- Die Plakataktion
- Kongreßpolitik
- ... stürmt die Festung Universität!
- Der Ausschluß der Kommune I
- Die Revolte – Der 2. Juni 1967
- Zu Kurras
- Habermas versus Dutschke
- Israel-Kritik von links
- Frankfurt, Tübingen, Göttingen...
- Die Narodniki von Berlin
- Das Ende der Utopie
- Das Schulungsprogramm
- Die XXII. Delegiertenkonferenz: die überraschende Krahl-Dutschke-Allianz
- Kritische Universität (KU)
- Die Anti-Springer-Kampagne
- „Vietnam ist das Spanien unserer Generation ...“
- Das Attentat
- Mai 1968
- Die „Schlacht am Tegeler Weg“
- Die Kritik von Jürgen Habermas
- Der Frankfurter Aktive Streik
- Die Zäsur
- 5. Kapitel: Der autonome SDS und die DDR
- Das Deutschlandtreffen der FDJ
- Universitätsöffentlichkeit und deutsch-deutsche Befindlichkeiten
- Zwischenbilanz
- Vorläufiger Abbruch der SDS-FDJ-Gespräche
- Robert Havemann (1910-1982)
- Agenten im SDS
- Peter Heilmann und die Stasi
- „KPD-Gaststudenten“
- Helmut Lindemann und die Bahrsche Deutschlandpolitik
- Die neue Frankfurter Linie
- Prag 1968
- Berliner Nebenschauplatz
- 6. Kapitel: Die neue Frauenbewegung im SDS
- Der Tomatenwurf der Berlinerinnen
- Die Frankfurter Frauen
- 7. Kapitel: Die Seinskrise der SDS
- Die vermasselte Abschaffung
- „Voigtisten“ contra „Ganselisten“
- 8. Kapitel: Abgrenzung von der Volksgemeinschaft
- SDS und Musik
- SDS Literatur und Theater
- Postscriptum
- Die Berliner SDS-Story von Klaus Mehner
- Anhang
- SDS-Delegiertenkonferenzen 1946–1968
- Landesvertreter (bis 1949)
- Beiratsmitglieder des Bundesvorstands
- SDS-Bundessekretäre
- Quellen- und Literaturverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Personenregister
- Über die Autoren
Leseprobe: 9783849812591.pdf
Zu wenig ist auf die Neuauflage einer Studie hingewiesen worden, die zwei Protagonisten jener Jahre, Tilman Fichter und Siegward Lönnendonker, überarbeitet vorgelegt haben. Ihre „Geschichte des SDS. 1946–1970“ behauptet keine Objektivität, sondern ist offen parteilich [...]. [Die Insidergeschichte belegt] glaubwürdig, dass es tatsächlich linke Studenten waren, die mit als die ersten die nationalsozialistische Vergangenheit eines nicht geringen Teils der Rechtspflege der Bonner Republik skandalisierten. Und zwar noch vor (!) der Eröffnung des von Fritz Bauer in die Wege geleiteten Frankfurter Auschwitzprozesses im Jahr 1963.
Micha Brumik in „taz. die tageszeitung“ (5.6.2018)
Einladung zur Buchvorstellung „Geschichte des SDS“ im Willy-Brandt-Haus am 20.11.2018 ab 18.00 Uhr.
Nähere Information finden sich hier: https://veranstaltung.spd.de/Events/Details/d998cac3-17ea-4d1f-bbfd-0ed863c27a45
