Wichor, Simone: Zwischen Literatur und Journalismus
Artikel-Nr.: 978-3-89528-972-9Leider vergriffen!
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Annemarie Schwarzenbach (1908-1942) teilt in ihrer Hinwendung zum feuilletonistischen und journalistischen Schreiben die literarischen Existenzbedingungen einer ganzen Generation von Grenzgängern zwischen Literatur und Journalismus, von Musil, Roth bis zu Kerr, Kisch, Toller und Benjamin. Sie akzentuiert dabei die Reportage als Medium der Fremderfahrung und führt sie gleichzeitig an ihren historischen Ursprung im Reisebericht zurück. Im vorliegenden Band werden Schwarzenbachs Fotoreportagen und Feuilletons erstmalig im medialen Kontext der Schweizer Zeitungen und Illustrierten der 1930er Jahre gezeigt.
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Simone Wichor
Zwischen Literatur und Journalismus
Die Reportagen und Feuilletons von Annemarie Schwarzenbach
2013
ISBN 978-3-89528-972-9
342 Seiten
Abb.
kartoniert
- Vorwort
- 1 Einleitung, Forschungsstand, Methode, Fragestellung
- 2 Das Problem der Autorschaft
- 2.1 Einleitung
- 2.2 Das Autorbild oder Die Autorin setzt sich ins Bild
- 2.3 Zum inspirativen Selbstverständnis von Autorschaft
- 2.4 „Es gibt überall Licht und Schatten zu entdecken – aber man schreibt über das, was einem auf den Nägeln brennt.“ – Die Autorschaft des Journalismus
- 2.5 Autorschaft im Spannungsfeld von Literatur und Journalismus
- 3 Von der Lyrischen Novelle zur politischen Reportage. Schwarzenbachs Umgang mit der Gattungstradition
- 3.1 Einleitung
- 3.2 Frühe literarische Sozialisation im Kreise bürgerlicher Lesekultur
- 3.3 Die Zürcher Hochschulgermanistik und ihr literarisches Normbewusstsein
- 3.4 Vom lyrischem Subjektivismus zum „unpersönlichen Tagebuch“ – Schwarzenbachs Suche nach einer eigenen Schreibhaltung
- 3.5 Die „neue Sprache“ in der Zeitung: Reportage, Feuilleton und New Journalism
- 3.6 Fazit: Die Suche nach einer „günstigen Form“
- 4 Die Feuilletons und Reportagen im medialen Kontext der Schweizer Zeitungen und Illustrierten
- 4.1 Einleitung
- 4.2 Das Schreiben „unter dem Strich“: Feuilleton und Textreportage
- 4.2.1 Neue Zürcher Zeitung (NZZ)
- 4.2.2 Basler National-Zeitung (NZ)
- 4.2.3 Die Tat
- 4.2.4 Luzerner Tagblatt
- 4.2.5 Thurgauer Zeitung
- 4.2.6 Die Weltwoche
- 4.2.7 ABC
- 4.3 Die Jagd nach dem Bild: Fotoreportage
- 4.3.1 Zürcher Illustrierte (ZI) und Du
- 4.3.2 Sie und Er
- 4.3.3 Annabelle
- 4.4 Annemarie Schwarzenbach im Kontext einer ‚schweizerisch‘ codierten Zeitungslandschaft der dreißiger Jahre
- 4.5 Exkurs: Der verfremdete Alpendiskurs
- 4.6 Die Adaption und Entwicklung von Schwarzenbach als Reporterin
- 5 „Zwischen Wirklichkeit und Vision.“ Authentizität und Fiktion in den Feuilletons und Reportagen
- 5.1 Einleitung
- 5.2 Zum Aspekt der Authentizität
- 5.2.1 Die Authentizität der Titel
- 5.2.2 Die Authentizität der Schrift
- 5.2.3 Die Authentizität der Fotografie
- 5.3 Strategien der Fiktionalisierung
- 5.3.1 Signale des Fiktionalen
- 5.3.2 Zeit und Fiktion
- 5.3.3 Suggestion der Unmittelbarkeit mit literarischen Mitteln
- 5.3.4 Unterwegs zum New Journalism: Recherchieren und Erzählen
- 5.3.5 Subjektivität und Fiktion
- 5.4 Bilanz: Die Literarisierung der Reportage
- 6 „C’est – en fixant Die Dunkle Seite.“ Polyphonie bei Annemarie Schwarzenbach
- 6.1 Einleitung
- 6.2 Mehrsprachigkeit als Lebensform
- 6.3 Sprachvielfalt und Stimmenvielfalt nach dem Konzept Bachtins
- 6.3.1 Mehrstimmigkeit im literarischen Werk
- 6.3.2 Journalistischer Stimmenfang im fremden Land
- 6.4 Bilanz: Polyphonie bei Annemarie Schwarzenbach
- 7 Schluss
- 8 Quellen- und Literaturverzeichnis
- 8.1 Bibliografien und Forschungsberichte
- 8.2 Primärquellen (Schwarzenbach)
- 8.2.1 Unveröffentlichte Quellen
- 8.2.2 Gedruckte Quellen (chronologisch)
- 8.2.2.1 Veröffentlichte Werke Annemarie Schwarzenbachs
- 8.2.2.2 Veröffentlichte Reportagen und Feuilletons (Auswahl)
- 8.2.2.3 Postum erschienene Werke und Textsammlungen
- 8.3 Sekundärquellen (Andere)
- 8.4 Sekundärliteratur
- 8.4.1 Literatur zu Annemarie Schwarzenbach
- 8.4.2 Zeitungsartikel zu Annemarie Schwarzenbach
- 8.4.3 Nachschlagewerke und Lexika
- 8.4.4 Weitere Forschungsliteratur
- 8.5 Zeitungsartikel (Allgemein)
- 9 Abbildungsverzeichnis
- 10 Abkürzungsverzeichnis
Simone Wichor, Dr. ès lettres, studierte Germanistik, Mitt-lere und Neuere Geschichte sowie Kunstgeschichte in Dresden, Leipzig und Zürich. Promotion über die Autorin Annemarie Schwarzenbach. Sie war als wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Editionsprojekt Briefausgabe Therese Huber (BTH) an der Universität Osnabrück und als Assistentin an der Universität Lausanne tätig. Derzeit arbeitet sie als freie Lektorin.
Leseprobe: lp-9783895289729.pdf
[...] „Die Autorin“, so schreibt Wichor, „wird hier unter dem Label ,100% SCHWEIZERISCH‘ verkauft.“ Gegen diese Vereinnahmung behauptet die Formvielfalt der Schwarzenbach-Texte zum anderen aber immer die eigene Suche nach der Identität als Schriftstellerin. Die Vielfalt selbst ist Ausdruck der Suchbewegung. Und sie bestätigt letztlich ihren Rang als Schriftstellerin, denn, so resümiert die Autorin: „Sie entwickelt damit Schreibweisen, die die innovativen Entwicklungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vorwegnehmen.“ [...]
H.-Georg Lützenkirchen in „literaturkritik.de“ (September 2013)
[...] hervorzuheben ist [...] die Erschließung des medialen, publizistischen und literaturhistorischen Umfeldes, die originelle Erkenntnisse erzeugt. Diese medienwissenschaftliche Perspektive macht Wichors Dissertation auch zu einer Arbeit über Reportage und Feuilleton in Schweizer Zeitungen und Zeitschriften der 30er und Anfang der 40er Jahre sowie über die Gattungs- und Schreibtendenzen, die sich im damaligen journalistischen Bereich abzeichnen. Als ergiebig erweist sich ebenfalls die Situierung der Autorin und ihres Schreibens im System Zeitung und in der Schweizer Kultur- und Literaturgeschichte. Eine weitere Stärke der Arbeit liegt in der umfangreichen Quellenarbeit: Die unveröffentlichten Schriften Schwarzenbachs, die Zeitungsarchive und Korrespondenzen, die Wichor gesichtet hat, erlauben eine werkgenetische und kontextualisierende Betrachtungsweise, die bestehende Forschungsergebnisse zu Schwarzenbach und zum weiteren literatur- und mediengeschichtlichen Rahmen vertieft und erweitert.
Sofie Decock in „Monatshefte“ (Vol. 107, No. 1, 2015)
