[E-Book]Lukács, Georg: Werke Band 1 (1902-1918) - Teilband 1 (1902-1913)
Artikel-Nr.: 978-3-8498-1686-5Mit diesen beiden Teilbänden wird die Georg Lukács-Werkausgabe nach zehn Jahren wieder fortgesetzt. Die Bände enthalten, wie es in der neueren Editionsphilologie üblich geworden ist, in chronologischer Reihenfolge Lukács’ Werke und Schriften bis 1918, bis zu den Texten, die u.a. für den noch ausstehenden Bd. 3 der Werkausgabe vorgesehen sind und Lukács’ Eintritt in die ungarische kommunistische Partei dokumentieren. Zugrunde gelegt wurde und maßgeblich ist die ungarische Gesamtausgabe, die freilich um einige – bei Drucklegung der ungarischen Ausgabe im Jahre 1977 noch unbekannte – weitere Texte von Georg Lukács ergänzt worden ist. Damit werden nun zum ersten Mal in deutscher Sprache nicht nur die beiden Essaysammlungen „Ästhetische Kultur“ (1913) sowie „Bela Balázs und die ihn nicht mögen“ (1918) vollständig zugänglich gemacht, sondern darüber hinaus noch dreißig weitere Texte – eine Auswahl von Lukács’ frühen Theaterbesprechungen, Rezensionen, Aufsätze und Essays –, die die ganze Breite von Lukács’ Interessensgebieten abzustecken vermögen.
Georg Lukács
Werke Band 1 (1902-1918)
Teilband 1 (1902-1913)
Hgg. Zsuzsa Bognár, Werner Jung, Antonia Opitz
2016
ISBN 978-3-8498-1686-5
476 Seiten
E-Book (PDF-Datei), 3,2 MB
- 1902
- Das Gnadenbrot
- Berlin im Juli
- 1903
- Nationaltheater: Gastspiel von Emma Somló. – Königsidyllen. – Der letzte Brief. – Lustspieltheater: Herr Doktor. – Wien. Burgtheater: Der arme Heinrich. – Berlin. Kleines Theater: Salome
- Nationaltheater: Monna Vanna. – Ännchen. – Ungarisches Theater: Thérèse Raquin
- Hermann Bang
- Der neue Hauptmann
- 1906
- Gedanken über Henrik Ibsen
- Die Form des Dramas
- 1907
- Motive. Essays von Rudolf Kaßner. Berlin. S. Fischer, 1906
- Der letzte Streich der Königin von Navarra (Hohe Liebe. Trauerspiel von Johannes Raff. Berlin. S. Fischer. 1907)
- Gauguin
- In vier Wänden. Gedichte von Dezső Kosztolányi
- 1908
- John Ford. (Ein moderner Dichter aus Shakespeares Zeiten.)
- »Hochzeit.« Von Emil Strauss. Berlin, S. Fischer. 1908
- L’évolution du théâtre contemporain. (Par Alphonse Séché et Jules Bertaut. Paris. Mercure de France. 1908)
- Bücher über Ibsen
- Die Novellen von Lajos Biró
- Thalia rediviva
- Neue ungarische Lyrik
- 1909
- Ein Novellenbuch von Zsigmond Móricz (Móricz Zsigmond: Sieben Kreuzer. Erzählungen. Edition des Nyugat, 1909)
- 1910
- Über Margit Kaffka (Stille Krisen. Die Novellen von Margit Kaffka. Edition Nyugat)
- Lajos Fülep über Nietzsche. Nietzsche: Die Geburt der Tragödie. Übertragung und Einleitung
- von Lajos Fülep. Sammlung Philosophischer Schriftsteller XXIII.
- Angst vor der Gesundheit
- Die Dramen der englischen Lyriker
- Die Kunst des Schauspiels. Die Kunst der Aufführung. Zwei Bücher von Sándor Hevesi
- Zur Theorie der Literaturgeschichte
- 1911
- Aenesidemus. Von G. G. Schulze. (Neudrucke seltener philosophischer Werke. Herausgegeben von der Kantgesellschaft. Band I.)
- Leo Popper. (1886-1911.). Ein Nachruf
- Die romanische Gefahr
- Das Problem des untragischen Dramas
- Hauptmanns Weg
- Emil Reich: Aus Leben und Dichtung. Aufsätze und Vorträge. Leipzig, Dr. Werner Klinkhardt, 1911
- Gedanken zu einer Ästhetik des »Kino«
- Die Seele und die Formen. Essays
- Über Form und Wesen des Essays
- Platonismus, Poesie und die Formen: Rudolf Kassner
- Das Zerschellen der Form am Leben: Sören Kierkegaard und Regine Olsen
- Zur romantischen Lebensphilosophie: Novalis
- Bürgerlichkeit und l’art pour l’art: Theodor Storm
- Die neue Einsamkeit und ihre Lyrik: Stefan George
- Sehnsucht und Form: Charles-Louis Philippe
- Der Augenblick und die Formen: Richard Beer-Hofmann
- Reichtum, Chaos und Form: Ein Zwiegespräch über Lawrence Sterne
- Metaphysik der Tragödie: Paul Ernst
- Shakespeare und das moderne Drama
- Wilhelm Dilthey (1833-1911)
- Leopold Ziegler
- Jüdischer Mystizismus
- Kunsterziehung in der Schule
- 1912
- Von der Armut am Geiste. Ein Gespräch und ein Brief
- Alex Wernicke, Dr., Die Begründung des deutschen Idealismus durch Immanuel Kant. Braunschweig, Joh. Heinrich Meyer, 1910. – Karl Wollf, Schiller und das Unsterblichkeitsproblem. München, C. H. Becksche Buchhandlung, 1910
- 1913
- Ästhetische Kultur
- Vorwort. Über jene gewisse Verschwommenheit
- Ästhetische Kultur
- Die Wege haben sich getrennt – Am Scheideweg
- August Strindberg zum 60. Geburtstag
- Endre Ady
- Erzählungen von Dániel Jób
- Notizen über Fräulein Doktor
- Thomas Manns Roman »Königliche Hoheit«
- Der Weg ins Freie
- Die Novellen Pontoppidans
- Anhang
- Sehr geehrter Herr
Georg Lukács (1885-1971), ungar. Philosoph, Literarhistoriker und politischer Theoretiker, seit 1918 Mitglied der ungar. KP, stellvertretender Volkskommissar für dasUnterrichtswesen in der Räterepublik 1919, Emigration nach Wien, Berlin und Moskau, nach dem II. Weltkrieg Prof. in Budapest, führendes Mitglied des Petöfi-Klubs und beteiligt am Ungarnaufstand 1956. Einflußreichster Theoretiker der ‚Neuen Linken‘.
Leseprobe: 9783849811501.pdf
[…] Es muss dem Bielefelder Aisthesis-Verlag […] als großes Verdienst angerechnet werden, der Werkausgabe ein neues Zuhause gegeben zu haben. [...] Viele der in dem Band versammelten Texte erscheinen hier zum ersten Mal in deutscher Übersetzung, womit für die deutschsprachigen Leser das Bild des […] frühen Lukács komplettiert wird. [...]
Daniel Göcht in „Junge Welt“ (23. März 2017)
Der hier nun endlich vorl. erste Teilband der Werke von Georg Lukács zwischen 1902 und 1918, der seine Werke zwischen 1912 und 1913 in beträchtlichem Ausmaß zum ersten Mal in deutscher Übersetzung vorlegte, wird der L.-Interpretation neue Impulse geben. Denn er enthält nicht einfach nur kleine Aufsätze und Besprechungen des frühen L., die bisher kaum zur Kenntnis genommen wurden, weil sie noch nicht aus dem Ungarischen übersetzt waren, sondern es wird die Summe des Frühwerks von L. bis 1913, nämlich seine kleine Schrift Ästhetische Kultur (1913), zum ersten Mal deutsch präsentiert. Diese den deutschen L.-Kennern schwer zugängliche Schrift ist de facto das konzeptionelle Fazit seiner Werkphase bis 1913. Bisher nahm man an, es sei seine Schrift Die Seele und die Formen (1911) und die daran anschließende Schrift Von der Armut im Geiste (1912). [...]
Konstanze und Volker Caysa in „Germanistik“ (2017, Heft 1-2)
[...] Die Texte Lukács’, die hier berücksichtigt wurden, schreiten thematisch weitgehend die Themen und Autoren ab, die man bei einem ehrgeizigen Autor kurz nach der Jahrhundertwende vermutet. Dabei ist die Orientierung des jungen Ungarn Lukács auf die deutschsprachige Literatur und Kultur offensichtlich. Einer der ersten, bislang nur auf Ungarisch vorliegenden Texte behandelt Berlin im Juli. Neben Texten zu Gerhart Hauptmann, Wilhelm Dilthey, Hermann Bang und Thomas Mann versammelt der Band beispielsweise Essays über die Ästhetische Kultur sowie zur Soziologie des modernen Dramas. Auch visiert der Autor mehr und mehr den deutschsprachigen Buchmarkt und eine Rezeption im deutschsprachigen Raum an: Während Die Seele und die Formen noch zuerst auf Ungarisch erscheint und erst im Jahr darauf auf Deutsch, wird die Theorie des Romans im Jahr 1916 gleich auf Deutsch in der Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kulturwissenschaft publiziert. Gerade die Texte zur deutschsprachigen Literatur und Kultur, die bislang nur auf Ungarisch zugänglich waren, vermehren das Wissen um eine Reihe von Themenkontexten. Dazu gehört auch die Sammlung zu Béla Balász, der im deutschsprachigen Raum eben nicht nur als Filmtheoretiker, sondern – heute fast vergessen – als literarischer Autor präsent war.
Die beiden Bände werden durch zwei umfassende Essays von Zsuzsa Bognár und Werner Jung ergänzt, denen eine präzisere Einordnung der Texte zu entnehmen ist. Drucknachweise und ein Namensregister helfen, die Beiträge zu erschließen.
Walter Delabar in „literaturkritik.de“ (Mai 2019)
Zur vollständigen Rezension: https://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=25716
In der neu zusammengestellten Werkausgabe von Lukács' Frühschriften von 1902 bis 1918 liefern uns die Herausgeber Zsuzsa Bognár, Antonia Opitz und Werner Jung einen gelungenen Querschnitt durch die Anfangsstadien eines der einflussreichsten Intellektuellen des vergangenen Jahrhunderts. Von ausgewählten Theaterrezensionen und Buchbesprechungen über pathetisch-melancholische Essays bis hin zur wirkungsmächtigen Theorie des Romans: Dank der chronologischen Editierung kann der Leser die Entwicklung von Lukács' Denken minutiös nachvollziehen und durchlebt dabei eine Odyssee durch vielfältige Strömungen und Kunststile der frühen Moderne. Neben den Essays aus "Die Seele und die Formen" und der [...] Romantheorie finden wir in den beiden Teilbänden nicht nur die erstmals in deutscher Sprache abgedruckten Sammlungen "Ästhetische Kultur" und "Béla Bálasz und die ihn nicht mögen", sondern zusätzlich noch 30 weitere Texte, die Lukács' kunstsoziologische Anschauungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts komplettieren. [...] Der erste Band der Lukács-Werkausgabe ist damit auch ein Ausrufezeichen gegen das drohende Vergessen eines unnachahmlichen Denkers, der von der Lebensphilosophie ausgehend in seinen späteren Jahren die gesamte marxistische Theorie erneuern sollte.
Robin Exner in „neues deutschland“ (18.07.2019)
