Die Doppeldeutigkeit der Neuen Medien besitzt durchaus eine Ähnlichkeit mit den künstlerischen Veranstaltungen der frühen Menschen. Die Zweideutigkeit des Kunstwerks verweist auf ein kultisches oder religiöses Element, das in der Ästhetik noch lebendig ist. Vermutlich wohnt dieses Element bereits den frühen Abbildungen der Menschen inne, wie sie sich in den Höhlen um die Dörfer Les Eyzies und Montignac im französischen Périgord östlich von Bordeaux erhalten haben. Lascaux II und das neue Aurlandsdalen haben große Ähnlichkeit mit dem Projekt der Neuen Medien. Sie sind begehbare Kunstobjekte, die ihren artifiziellen Effekt verleugnen und als verbesserte Originale erscheinen wollen. In gleicher Weise gerieren sich die Neuen Medien nicht als künstliche Welten, die ihrer eigenen Logik folgen, sondern als verbesserte und eigentliche Wirklichkeit. Das Numinose und Zweideutige des Kunstwerkes aber geht nicht in der vermeintlichen Eindeutigkeit der Simulation auf. Wenn es die Gewaltmomente der Kunst darstellt, dann macht sich diese darin als etwas neuerlich Bedrohliches bemerkbar. Der Mythos der Urzeit und der Mythos der Moderne erzeugen zusammen einen bösen Effekt.
3. Kapitel
Rettungsversuche.
Zur Zweideutigkeit im Ursprung und Ende der Kunst

Touristenprospekt aus dem Périgord

Touristenprospekt aus dem Périgord

Stauseen oberhalb von Aurlandsdalen, Norwegen

Sonnenbeschienenes Wasserkraftwerk in Aurlandsdalen, Norwegen