Rainer Topitsch

Schriften des Körpers

Zur Ästhetik von halluzinatorischen Texten und Bildern der Art Brut, der Avantgarde und der Mystik

Schrift und Bild in Bewegung, Bd. 5,
hg. von Bernd Scheffer und Oliver Jahraus

2002, ISBN 3-89528-371-1,
539 Seiten, zahlr. Abb., kart. EUR 48,-
 

 

Im Zuge aktueller Diskussionen über die Beziehungen von Begehren und Schreiben sowie über ästhetische Grenzüberschreitungen richtet sich die Aufmerksamkeit auf Texte, die nicht den herkömmlichen Mustern realistischen, linearen und kohärenten Darstellens folgen und die häufig die Grenzen der Schrift selbst überschreiten – hin zum Visuellen oder hin zum Phonetischen. Bestimmte Texte der Art Brut, der Avantgarde und der Mystik rücken im Kontext einer „postmodernen“ Ästhetik ins Zentrum der Beobachtung, wobei Beziehungen zwischen diesen Bereichen aufgezeigt werden, ohne Unterschiede zu leugnen. Diese „halluzinatorisch“ genannten Texte berichten von radikal anderen Wirklichkeiten, sie sind in einer geheimnisvollen „anderen“ Sprache geschrieben. Ausgehend von der nicht aufzulösenden Grundparadoxie, über das Unaussprechliche sprechen zu müssen, werden im Sinne einer rezeptionsorientierten Literaturwissenschaft Möglichkeiten der „körperlichen“ Erfahrung halluzinatorischer Texte erörtert. Dabei geht es auch darum, selbst für das Fachpublikum unbekannte literarische Texte einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Inhalt:

  • Geleitwort von Bernd Scheffer
  • 1. Literarische Halluzinatorik
  • 2. Zur Geschichte halluzinatorischer Texte
  • 3. Theorien des Wahnsinns
  • 4. Theorie der Halluzinatorik
  • 5. Die Verdrängung des Körpers
  • 6. Der subversive Körper
  • 7. Die Sakralisierung der Sexualität und des Schmerzes
  • 8. Modifikationen des Körpers
  • 9. Modifikationen der Schrift
  • 10. Die Ästhetisierung der Realität
  • Autorenlexikon
  • Literaturverzeichnis
  • Graphiken
  • Abbildungsverzeichnis
  • Abbildungen

Rainer Topitsch (*1967) studierte Neuere deutsche Philologie, Germanistische Linguistik und Politikwissenschaft in Düsseldorf und München. Er veröffentlichte wissenschaftliche Essays u.a. über Themen wie Dadaismus, Medientheorie und Popkultur. Der langjährige Journalist arbeitet heute als Redaktionsleiter im TV-Produktionsbereich.

Aus der Kritik:
[…] zum Thema der Interdependenz von Schrift-Körper und Körper-Schrift grundlegende[ ] Arbeit […].
Axel Schmitt in „literaturkritik.de“ (November 2003)