Schrift und Bild in Bewegung, Bd. 5, 2002, ISBN 3-89528-371-1,
Inhalt:
Rainer Topitsch (*1967) studierte Neuere deutsche Philologie, Germanistische Linguistik und Politikwissenschaft in Düsseldorf und München. Er veröffentlichte wissenschaftliche Essays u.a. über Themen wie Dadaismus, Medientheorie und Popkultur. Der langjährige Journalist arbeitet heute als Redaktionsleiter im TV-Produktionsbereich. Aus der Kritik:
Rainer Topitsch
Schriften des Körpers
Zur Ästhetik von halluzinatorischen Texten und Bildern der Art Brut, der Avantgarde und der Mystik
hg. von Bernd Scheffer und Oliver Jahraus
539 Seiten, zahlr. Abb., kart. EUR 48,-

Im Zuge aktueller Diskussionen über die Beziehungen von Begehren und Schreiben sowie über ästhetische Grenzüberschreitungen richtet sich die Aufmerksamkeit auf Texte, die nicht den herkömmlichen Mustern realistischen, linearen und kohärenten Darstellens folgen und die häufig die Grenzen der Schrift selbst überschreiten hin zum Visuellen oder hin zum Phonetischen. Bestimmte Texte der Art Brut, der Avantgarde und der Mystik rücken im Kontext einer postmodernen Ästhetik ins Zentrum der Beobachtung, wobei Beziehungen zwischen diesen Bereichen aufgezeigt werden, ohne Unterschiede zu leugnen. Diese halluzinatorisch genannten Texte berichten von radikal anderen Wirklichkeiten, sie sind in einer geheimnisvollen anderen Sprache geschrieben. Ausgehend von der nicht aufzulösenden Grundparadoxie, über das Unaussprechliche sprechen zu müssen, werden im Sinne einer rezeptionsorientierten Literaturwissenschaft Möglichkeiten der körperlichen Erfahrung halluzinatorischer Texte erörtert. Dabei geht es auch darum, selbst für das Fachpublikum unbekannte literarische Texte einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
[…] zum Thema der Interdependenz von Schrift-Körper und Körper-Schrift grundlegende[ ] Arbeit […].
Axel Schmitt in „literaturkritik.de“ (November 2003)