Gerhard Neumann / Claudia Öhlschläger (Hgg.)

Inszenierungen in Schrift und Bild

Schrift und Bild in Bewegung, Bd. 7,
hg. von Bernd Scheffer und Oliver Jahraus

2004, ISBN 3-89528-429-7,
256 Seiten, kart. EUR 19,80
 

 

Der Themenband Inszenierungen in Schrift und Bild der Reihe Schrift und Bild in Bewegung wendet sich dem Wechselverhältnis der beiden Medien ‚Schrift‘ und ‚Bild‘ zu. Dabei tritt die epistemologische Kategorie der Inszenierung in den Vordergrund, verstanden als ein Vollzugs- und Beschreibungsmodell kultureller Sinnkonstitution. Die interdisziplinär ausgerichteten Beiträge des Bandes, deren zeitliches Spektrum vom 18. bis zum 20. Jahrhundert reicht, stellen die Frage nach der Funktion von Bildern in Texten und umgekehrt nach der Funktion von Schrift in und für Bildkonzeptionen. Bilder gewinnen die Qualität von semiotischen und poetologischen Figurationen; die Poesie der Moderne reflektiert in der medialen Grenzüberschreitung ihren repräsentationalen Status. Indem sie auf ihre eigene Zeichenstruktur verweist, beginnt Kunst, sich in einem selbst erzeugten Bühnenraum als Kunst auszustellen, sich als Wert absolut zu setzen.
Die Beiträge des Bandes fokussieren Spannungen und Äquivalenzen zwischen den beiden Medien aus literaturwissenschaftlicher, kunsthistorischer und medienwissenschaftlicher Perspektive. Zur Debatte stehen die Physiognomik der Goethezeit (Ursula Renner), poetische Bild- und Raumkonzepte der klassischen Moderne (Sabine Schneider, Gerhard Neumann, Claudia Öhlschläger), „mediale Schwellenräume“ des Surrealismus (Ralph Ubl), die Gegenwartsdramatik Heiner Müllers (Ralph Köhnen), Raumordnungen von Schrift und Bild bei Francis Bacon (Juliane Vogel), zeitgenössische Installationen (Gottfried Boehm), Filmproduktionen (Boris Groys) und Buchstabenspiele (Stephan Krass).

Inhalt:

  • Bernd Scheffer/Oliver Jahraus: Vorwort zur Reihe
  • Claudia Öhlschläger/Gerhard Neumann: Einleitung zum Themenband
  • Ursula Renner: Ein Setzkasten physiognomischer Lettern – Johann Caspar Lavaters Bildarchiv
  • Sabine Schneider: Evidenzverheißung. Thesen zur Funktion der „Bilder“ in literarischen Texten der Moderne um 1900
  • Gerhard Neumann: Wahrnehmungs-Theater. Semiose zwischen Bild und Schrift
  • Gottfried Boehm: Gegen den Strich. Über die Arbeit mit Schrift und Bild
  • Ralph Ubl: Das Gemälde als medialer Schwellenraum: André Breton, Giorgio de Chirico und der Gebrauch toter Bilder
  • Claudia Öhlschläger: Um/ordnungen des Ornamentalen in der Moderne: Flugbilder bei Gertrude Stein, Lászlò Moholy-Nagy und Ernst Jünger
  • Ralph Köhnen: Text, Bild, Gesamtkunstwerk. Heiner Müllers Recycling der Zeichen
  • Juliane Vogel: Horizontal/Vertikal. Bild und Schrift zwischen den Achsen
  • Boris Groys: Versklavte Götter: Kino und Metaphysik
  • Stephan Krass: MATRIX/ARTMIX
  • Zu den Autorinnen und den Autoren

Gerhard Neumann war bis 2002 als Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität München tätig.

Claudia Öhlschläger ist Privatdozentin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität München.