Ulrike Landfester (Hg.)

Schrift und Bild und Körper

Schrift und Bild in Bewegung, Bd. 4,
hg. von Bernd Scheffer und Oliver Jahraus

2002, ISBN 3-89528-380-0,
210 Seiten, kart. EUR 17,50

[vergriffen]

E-Book: EUR 8,50 bei Paper'C

Die Reihe „Schrift und Bild in Bewegung“ hat die Aufgabe, die mediale Situation am Beginn des 21. Jahrhunderts kritisch zu bilanzieren. Die Beiträge des vorliegenden Bandes widmen sich in diesem Sinne der Trias von Schrift und Bild und Körper. Diese Trias als eine kulturtheoretische Denkfigur zu behandeln, wie es hier von den verschiedensten Fragestellungen aus unternommen wird, heißt, anstelle der klassischen Dichotomie von Natur und Kultur nunmehr ein unabgeschlossenes und unabschließbares Netz rhizomartig miteinander verbundener Spielräume für stets neu zu verhandelnde Mischungsverhältnisse aus Durchlässigkeit und Schließung zu erkunden. Mit dem Körper wird der Blick auf die Zwischenräume zwischen natürlicher, biologischer Vorgabe und kultureller Codierung, zwischen Unwillkürlichkeit und Intentionalität, zwischen Nacktheit und Gewandung, zwischen Oberfläche / Raum und Beschriftung / Bebilderung / Tätowierung gerichtet. Gerade in diesen Zwischenräumen wird deutlich, wie Identität, Individualität und Subjektivität im Spannungsfeld von Körper und Körperlichkeit und ihrer Diskursivierung angesiedelt sind und wie sie immer auch über den Umweg des Körpers hergestellt und gleichzeitig subvertiert werden.

Inhalt:

  • Bernd Scheffer/Oliver Jahraus : Vorwort
  • Ulrike Landfester: Tertium datur. ‚Schrift und Bild und Körper‘ als kulturtheoretische Denkfigur
  • Urban Küsters: Ebenbild und Spur. Der gezeichnete Körper des Hl. Franziskus
  • Eva Lindemann: „Ich steh im Schlamm…“ Bildnisse Rahel Levin Varnhagens
  • Gabriele Brandstetter: Gesichter und Texturen. Zu einer Physiognomik der Falte – Rainer Maria Rilke, Aby Warburg, Yoko Tawada
  • Elke Brüns: Barbie: Ein Bild wird Körper. Idealfunktion, Körperbild und Hassfigur im kulturellen Imaginären / Zum Film: Small Soldiers
  • Randi Gunzenhäuser: Mimikry: Einschreibungen des Cyberspace in den Körper
  • Stefan Winter: Leibliche Sprache und Urschrift: Von Merleau-Ponty zu Derrida
  • Dietmar Kamper †: Körper, Bild, Schrift, Zeit. Von der Dreidimensionalität der Lebenswelt zur Nulldimension des numerischen Denkens
  • Abbildungsnachweise
  • Autorenverzeichnis

Ulrike Landfester, geb. 1962, promovierte 1993 an der Universität München mit „Der Dichtung Schleier. Zur poetischen Funktion von Kleidung in Goethes Frühwerk“ und wurde 1998 mit „Selbstsorge als Staatskunst. Bettine von Arnims politisches Werk“ ebenfalls in München habilitiert. Nach Gastprofessuren in Frankfurt am Main und Wien vertritt sie derzeit einen Lehrstuhl an der Universität Konstanz und arbeitet an einer Monographie über die Tätowierung in der Literatur. Zahlreiche Publikationen zu Goethezeit, Romantik, Vormärz, Fin de siècle, Expressionismus und Gegenwartsliteratur.