Erika Greber/Konrad Ehlich/Jan-Dirk Müller (Hgg.)

Materialität und Medialität von Schrift

Schrift und Bild in Bewegung, Bd. 1,
hg. von Bernd Scheffer und Oliver Jahraus

2002, ISBN 3-89528-345-2,
204 Seiten, kart. EUR 17,50
 

 

Der Themenband „Materialität und Medialität von Schrift“ gilt einem Aspekt von Schrift, der gewöhnlich als ihre „sekundäre“ Funktion gilt, hier aber als eine erstrangige kulturanthropologische Dimension behandelt wird: das Schriftzeichen in seiner Konkretheit, Dinglichkeit und Körperlichkeit, in seinem mate­rialen und medialen Selbstwert.
Dies wird aus unterschiedlichen Frageperspektiven und für unterschiedliche Kulturen und Zeiten dargestellt (von den Hieroglyphen und der Keilschrift bis zum Unicode). Die Beiträge erfassen ein breites Spektrum kulturhistorisch-lebensweltlicher Buchstabenpraktiken und künstlerisch-literarischer Buchstabentechniken in großer Funktionsvielfalt – sakral, magisch, ludisch, kalligraphisch, ästhetisch.
Kernbereiche sind: Formen des historischen Umgangs mit Schrift – Ästhetik und Esoterik von Schrift – Buchstabenspiel – Schrift im Computermedium – Kinesis und Performanz: SchriftBild in Bewegung.
Der die gesamte Reihe „Schrift und Bild in Bewegung“ einleitende Eröffnungsbeitrag entfaltet ein medien- und technikgeschichtliches Panorama, in dem die Kategorie der Bewegung und der Zahl als zentraler Faktor der Medienkonkurrenz und der unterschiedlichen Erfolgshistorie von Schrift und Bild hervortritt.

Inhalt:

  • Bernd Scheffer/Oliver Jahraus: Vorwort zur Reihe
  • Erika Greber/ Konrad Ehlich/Jan-Dirk Müller: Einleitung zum Themenband
  • Friedrich Kittler: Schrift und Bild in Bewegung
  • Jan Assmann: Sieben Funktionen der ägyptischen Hieroglyphenschrift
  • Manfred Krebernik: Von Zählsymbolen zur Keilschrift
  • Klaus Schreiner: Heilige Buchstaben, Texte und Bücher, die schützen, heilen und helfen. Formen und Funktionen mittelalterlicher Schriftmagie
  • Konrad Ehlich: Schrift, Schriftträger, Schriftform: Materialität und semiotische Struktur
  • Ulrich Ernst: Manier und Kinetik. Konzeptualisierungen des Anagramms in der frühen Neuzeit
  • Erika Greber: Wendebuchstaben, Wendebilder: Palindromanie der Jahrtausendwende
  • Zhenjiang Yan: Der geheime Phono- und Eurozentrismus des Redens von Schrift
  • Rüdiger Weingarten: Der Computer als Schriftenmuseum. Latinisierung von Schriften durch computertechnische Zwänge?
  • Martin Maurach: Von Schlaufen und Tischbeinen. Pastiors Texte als ‚visuelle Poesie‘
  • Oskar Pastior: Vier Schriftbewegungen
  • Zu den Autorinnen und Autoren

Die Herausgeber sind an der Ludwig-Maximilians-Universität in München tätig; Jan-Dirk Müller als Professor für Germanistische Mediävistik, Konrad Ehlich als Professor für Deutsch als Fremdsprache und Erika Greber als Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft.

Aus der Kritik:
[…] Der Band zeigt, dass das übergeordnete Thema Schrift und Bild in Bewegung, d.h. die Dynamik der Schriftzeichen, viel zu lange in der Forschung vernachlässigt wurde. Da es sich als sehr fruchtbar erweist, darf man sich auf die weiteren Bände der Reihe freuen […].
In „KRITIKON LITTERARUM“ 31 (2004), Slavjanskaja Filologija