Bernd Clausen (Hg.)

Lebendige Phantasie

Pendulum – Bielefelder Schriften zur Ästhetischen Erziehung, Bd. 1

Hg. von Bernd Clausen


2004, ISBN 3-89528-477-7,
224 Seiten, kart. EUR 17,50
 

Ästhetische Erziehung sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Doch schon Gert Selle wies 1981 darauf hin, dass die Geschichte der Erziehung in der Schule zeigt, dass es Bildungsbereiche und Fächer gibt, die von der Sinnlichkeit abgetrennt seien; ästhetische Lernprozesse werden von der gesellschaftlichen Wirklichkeit abgeschnitten. Die Evaluationen deutscher Bildungs­institutionen im internationalen Vergleich scheint die Situation noch verschärft zu haben, und ästhetische Fächer werden weiter in die Randständigkeit gedrängt. Auch in der offenen Ganztagsschule scheint die Bedeutsamkeit ästhetischer Erziehung noch nicht verstanden zu sein. Anstatt Kunst, Musik, Theater oder Sport etc. integrativ zu denken, werden ästhetische Fächer additiv in der nachmittäglichen Hälfte des Schultages verortet.
Die Abteilung Kunst & Musik der Universität Bielefeld verfolgt in ihrem Bachelorstudiengang einen konsequent interdisziplinären Ansatz, ohne die Fächer und ihre Didaktiken als stets korrespondierend darzustellen. Grenzen und Gemeinsamkeiten werden behutsam ausgelotet und praktisch und theoretisch erprobt. Der vorliegende Band begründet eine neue Schriftenreihe, die das Ziel verfolgt, die Facetten ästhetischer Erziehung in Lehre und Forschung darzustellen.

Inhalt:

  • Vorwort des Herausgebers
  • Klaus-Ove Kahrmann: Zur Weiterentwicklung und Neuorientierung der Ästhetischen Bildung
  • Heike Thienenkamp: Von fluoreszierenden Kaninchen und Stillleben mit Stammzellen
  • Robert Lang: Sinnlich erfahrbare Musiktheorie im Unterricht. Bericht eines schulpraktischen Übungsseminares der Abteilung Kunst & Musik in Zusammenarbeit mit der Bielefelder Laborschule
  • Heinz-Jürgen Bräuer †: „Ich finde es immer sehr schön, wenn die Musiker kommen.“ Ein Plädoyer für Live-Musik im Klassenzimmer
  • Martina Schmidt: Musik im fächerübergreifenden Unterricht. Eine verpasste Chance?
  • Heike Piehler: Digitale Inspiration – Zur Ästhetik des programmierten Zufalls
  • Bernd Clausen: Das dauerhafte Vergnügen, das Diverse zu fühlen
  • Rolf Sudmann: Die Rückkehr des Theremins
  • Lothar Kräussl: Bilder im Wandel. Oder wie der Aufblick den Durchblick abgelöst hat
  • Bernd Clausen: Transkulturelle Musikpädagogik. Entwurf einer Musik(en)pädagogik
  • Melanie Kroll/Jan Leiding/Detlev Pott: Take no oto. Reise nach Zürich
  • Klaus-Ove Kahrmann: Lebendige Phantasie. Videofilmen als schöpferisches Erlebnis
  • Jürgen Heckmanns: Wie geht’s, wie steht’s? Bericht über das Projekt „Stadt-Passagen“
  • Peter Sommer: Ton für Imagination. Gedanken zur Arbeit in der Keramikwerkstatt der Universität Bielefeld
  • Zu den Autorinnen und Autoren

Bernd Clausen studierte Musikwissenschaft, Schulmusik und Germanistik in Göttingen und Hannover. Nach einer knapp fünfjährigen Lehr- und Forschungstätigkeit in Hokkaido/Japan arbeitet er seit 2003 als Juniorprofessor im Fach Musikpädagogik an der Universität Bielefeld.