Gedichte und Geschichten von Josefa Metz (1871-1943) 2004, ISBN 3-89528-450-5, Siehe hierzu auch das Josefa Metz-Lesebuch
Hörproben:
Inhalt:
Michael Vogt (Hg.)
„Die Kinder und ich“
gelesen von Julia Neumann
AISTHESIS hörbuch 2
CD, EUR 12,-

Josefa Metz, Sproß einer alten, seit dem 17. Jahrhundert in Westfalen ansässigen jüdischen Familie und Tochter aus gutbürgerlichem Haus (der Vater war Justizrat) und unverheiratete Tante zahlreicher Nichten und Neffen, verband eine genaue Beobachtungsgabe mit sprachlicher Präzision, Einfühlungsvermögen und humorvoller Wärme. Diese Kombination und die Tatsache, daß Kinder heute sich zwar in einer veränderten Welt, aber im Kern nicht grundsätzlich anders verhalten als vor 100 Jahren tragen dazu bei, daß ihre Texte bemerkenswert modern wirken, auch wenn die Zeit der wilhelminischen Matrosenanzüge längst vergangen ist.
Daß sie selbst bereits um 1900 als Frau! die Risiken einer mehr als unsicheren freien Schriftstellerexistenz nicht scheut (der Vater starb bereits in ihrem 16. Lebensjahr und hinterließ drei weitere noch unversorgte Kinder), zeugt darüber hinaus von einer beeindruckend unkonventionellen Einstellung, von einer ganz privaten Revolte gegen die gesellschaftlichen Zwänge ihrer Zeit.
Auf Kaiserreich und Republik folgt schließlich die Nazi-Diktatur, die für Josefa Metz, zunächst Berufsverbot und Diskriminierung zur Folge hat, 1941 die Deportation nach Theresienstadt. Dort starb sie, vermutlich an einer der zahlreichen Seuchen im Lager, im Februar 1943.
Dichterliebe, 1:04 (1,07 MB)
Mirjams Abendgebet, 1:57 (1,92 MB)