Walter Fähnders / Hendrik Weber (Hgg.)

Dichter – Literat – Emigrant.
Über Hermann Kesten

Mit einer Kesten-Bibliographie


2005, ISBN 3-89528-401-7,
310 Seiten, mit 13 Abb.,
kart. EUR 19,80
 

Hermann Kesten (1900-1996) hat als Romancier, Dramatiker, Essayist, Literaturkritiker, als Verlagslektor und Herausgeber die Literatur der Weimarer Republik, des Exils und der Bundesrepublik entschieden mitgeprägt – sein Werk ist literaturwissenschaftlich aber allererst noch zu erschließen. Blickpunkte dieser Aufsatzsammlung sind Kestens Erzählwerk und seine Verlagstätigkeit in der Weimarer Republik, seine historischen Romane und sein „Gernika“-Buch, seine Beziehungen zu Erich Kästner und zu Heinrich Mann, schließlich sein Werk nach 1945 und die Frage nach seinem Verhältnis zum Antikommunismus. Der Band enthält zudem Erinnerungen von Marcel Reich-Ranicki und Cornelius Schnauber und einen unveröffentlichten Kesten-Text. Zudem wird eine zuverlässige Bibliographie der Schriften Kestens geboten.
Mit Beiträgen von Stephan Braese, Walter Delabar, Torben Fischer, Christian Jäger, Carina de Jonge, Helga Karrenbrock, Nils Korsten, Marcel Reich-Ranicki, Rüdiger Reinecke, Michael Rohrwasser, Cornelius Schnauber, Hendrik Weber und Carsten Würmann.

Inhalt:

  • Walter Fähnders/Hendrik Weber: Das Phänomen Hermann Kesten
  • Marcel Reich-Ranicki: Geist der Unruhe. Wendig, witzig, würdig: Hermann Kesten, dem Freund der Poeten
  • Walter Delabar: Negative Biographistik. Zum Erzählwerk Hermann Kestens in der Weimarer Republik
  • Christian Jäger: Hermann Kesten und die Neue Sachlichkeit
  • Helga Karrenbrock: Wechselseitige Spiegelungen: Kesten und Kästner
  • Carsten Würmann: Hermann Kesten und der Verlag Gustav Kiepenheuer
  • Torben Fischer: Kritische Loblieder, einsame Fürsprachen: Hermann Kesten und Heinrich Mann. Konstellationen einer literarischen Freundschaft
  • Carina de Jonge: „Man will immer die Gegenwart treffen“. Die historischen Romane Hermann Kestens
  • Rüdiger Reinecke: „Dafür bleibt Deutschland verflucht!“ Hermann Kestens Die Kinder von Gernika – Deutschsprachige Exilliteratur über Verbrechen und Erinnerung
  • Stephan Braese: Vom „anderen Deutschland“ zur „jungen Generation“ – Hermann Kesten nach 1945
  • Michael Rohrwasser: Hermann Kesten und der „monoton grimmige Antikommunismus“
  • Cornelius Schnauber: Begegnungen mit Hermann Kesten in Kalifornien
  • Hermann Kesten: „La doulce France“ oder Exil in Frankreich. Erstdruck. Mit einem Kommentar von Hendrik Weber
  • Nils Korsten/Hendrik Weber: Bibliographie der Schriften von Hermann Kesten
  • Forschungsliteratur zu Hermann Kesten
  • Zu den Autorinnen und Autoren

Walter Fähnders ist apl. Prof. für Neuere Germanistik an der Universität Osnabrück und Autor des Lehrbuchs „Avantgarde und Moderne 1890-1933“ (1998). Bei Aisthesis hat er die Studienbücher „Expressionistische Prosa“ (2001) und „Autorinnen der Weimarer Republik“ (2003) sowie „Vom ‚Trottelbuch‘ zum Torpedokäfer‘. Franz Jung in der Literaturkritik 1912-1963“ (2003) mitherausgegeben.

Hendrik Weber ist Lehrbeauftragter an der Universität Osnabrück und arbeitet derzeit an einer Promotion über „Paris in der deutschsprachigen Reiseliteratur der Zwischenkriegszeit“. Bei Aisthesis ist er Mitherausgeber der Sammelbände „Unruhe und Engagement“ (2004) und „Berlin, Paris, Moskau – Reiseliteratur und die Metropolen“ (2005).


Aus der Kritik:
Der Band von Fähnders und Weber beleuchtet verschiedene Aspekte im Leben und Werk von Hermann Kesten. Am wichtigsten aber ist wohl die umfangreiche Bibliographie: Sie enthält über 1000 Titel von und über Kesten, gibt also auch einen Überblick über die vorhandene Forschungsliteratur.
Außerdem gibt es in dem Buch [...] auch einen bislang unveröffentlichten Text von Hermann Kesten zu entdecken: „ La doulce France oder Exil in Frankreich“.
‚radl‘ in den „Nürnberger Nachrichten“ vom 19.01.2005

Hermann Kesten ist einer der Schriftsteller des vergangenen Jahrhunderts, dessen Rang und Bedeutung sich unserer Wahrnehmung auch heute noch weitgehend entzieht. [...] Der vorliegende Sammelband ist verdienstvoll, weil seine Beiträge diesen Lebensweg [Kestens] – in Ausschnitten – nachzeichnen. Unterschiedliche Sachverhalte, die bislang im Dunkeln lagen bzw. in der Forschung nur vergleichsweise summarisch Erwähnung fanden, werden hier deutlicher als bislang erhellt. [...] Eine wahre Fundgrube für Kesten-Forscher ist die von Nils Korsten und Hendrik Weber erarbeitete Werk-Bibliographie Hermann Kestens.
Frithjof Trapp in „Exil. Forschung – Erkenntnisse – Ergebnisse“ (2005/Heft 1)

[...] Der neue Sammelband vertieft das Handbuchwissen durch ausführliche Detailstudien, wobei auch Kestens fast vergessene Leistungen als Romancier gewürdigt werden.
Hermann Schlösser in „Wiener Zeitung“ vom 09.12.2005

[...] Besonderen Wert gewinnt das Buch [...] durch die bislang vollständigste Bibliographie der Schriften von Hermann Kesten [...].
Achim Bonte in „Informationsdienst für Bibliotheken“ (07-1078)

[...] [Die informative Aufsatzsammlung] bietet eine erste lesenswerte Einführung zum Leben und Werk Kestens. [...]
E.A. in „Zwischenwelt“ (Wien, März 2008)