Herausgegeben von Walter Hettche 2003, ISBN 3-89528-393-2,
Inhalt:
Walter Hettche, geboren 1957, studierte Germanistik und Anglistik in München und wurde 1986 mit einer Arbeit über Heinrich von Kleists Lyrik promoviert. Er hat viele Veröffentlichungen zur Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts vorgelegt (Hölty, Goethe, Stifter, Storm, Fontane, Raabe) und ist als Akademischer Rat für Neuere Deutsche Literatur am Institut für Deutsche Philologie der Universität München tätig. Aus der Kritik:
Magnus Gottfried Lichtwer/Johann Christoph Gottsched
Briefwechsel, Fabeln, Rezensionen
AISTHESIS Archiv 4
190 Seiten, kart. EUR 19,80
[vergriffen]
E-Book: EUR 9,80 bei Paper'C

Im Jahre 1748 veröffentlichte Magnus Gottfried Lichtwer (1719-1783) seine Vier Bücher äsopischer Fabeln in gebundener Schreibart, ohne seinen Namen auf dem Titelblatt zu nennen. Als Johann Christoph Gottsched (1700-1766) die Sammlung in seiner Zeitschrift Das Neueste aus der anmuthigen Gelehrsamkeit zwar mit dreijähriger Verspätung, aber überaus lobend rezensierte, kannte er den Autor nicht einmal dem Namen nach. Diese Besprechung gab Lichtwer den Anlaß zur Eröffnung eines Briefwechsels mit dem berühmten Literaturprofessor, der seine Glanzzeit allerdings schon lange hinter sich hatte. Diese Korrespondenz wird hier erstmals so vollständig publiziert, wie sie erhalten ist. Lichtwers Anteil war bisher gänzlich ungedruckt es handelt sich überhaupt um die erste Edition von Lichtwer-Briefen , Gottscheds Briefe sind nur in einer seltenen frühen Lichtwer-Biographie auszugsweise überliefert. Der Briefwechsel kreist vor allem um literarische Fragen; daneben schildert Lichtwer anschaulich die Auswirkungen des Siebenjährigen Krieges in Halberstadt. Der Band enthält eine Auswahl aus Lichtwers Fabeln sowie einige zeitgenössische Rezensionen.
Die Briefe sind umsichtig kommentiert und werden durch Rezensionen aus der Feder Gottscheds und Mendelssohns sowie durch alle darin erwähnten Fabeln und Gedichte ergänzt.
Arnd Beise in „literaturkritik.de“ (Februar 2003)
[...] ein informatives Textgeflecht v.a. zwischen der ‚älteste[n] Spur des menschlichen Witzes‘ (Gellert) und den Rezensionen. [Die Briefe] zeigen L[ichtwer] sowohl in dankbarer Anerkennung der Gottschedschen Förderung als auch in kritischer Distanz zum unpopulär gewordenen Literaturdogmatiker und bilden so ein wichtiges Element für die Einschätzung der Gelehrtenrepublik in der mittleren Aufklärung.
Inka Kording in „Germanistik“ (2004/Heft 3/4)