Walter Fähnders (Hg.)

Expressionistische Prosa
 

AISTHESIS Studienbuch 1



2001, ISBN 3-89528-283-9,
248 Seiten, kart. EUR 15,50
 

 

Expressionistische Prosa ist nach wie vor ein Stiefkind der Forschung – offenbar wirkt weiterhin das alte Diktum von Albert Soergel (aus seiner Gesamtdarstellung des Expressionismus) von 1926 nach: "Expressionismus ist lyrischer Zwang, dramatischer Drang, nicht epischer Gang."
Nun sind die erzählerischen Leistungen der expressionistischen Bewegung längst anerkannt. Und auch wenn die relativ disparaten Schreibweisen in der expressionistischen Prosa weiterhin Zuordnungsprobleme aufwerfen, so sind es doch gerade diese Erzählexperimente, die den Reiz dieser Prosa ausmachen und ihr Innovationspotential markieren.
Das Studienbuch (das die neue Reihe der Aisthesis Studienbücher eröffnet) vereinigt zehn Analysen zu einzelnen exponierten und kanonisierten Erzähltexten, zu wichtigen Prosaisten und systematischen Aspekten – auch Dada wird berücksichtigt.

Inhalt:

  • Walter Fähnders: Expressionistische Prosa. Einleitung
  • Sabina Becker: Zwischen Frühexpressionismus, Berliner Futurismus, "Döblinismus" und "neuem Naturalismus": Alfred Döblin und die expressionistische Bewegung
  • Jörg Drews: Trostlosigkeit, durch Kalauer unerträglich gemacht. Albert Ehrensteins Tubutsch
  • Moritz Baßler: Absolute Prosa
  • Sabine Kyora: Carl Einsteins Bebuquin
  • Martin Preiß: Gottfried Benns Rönne-Novellen
  • Christine Kanz: Geschlecht und Psyche in der Zeit des Expressionismus
  • Hermann Schlösser: "Eine unfaßbare Sehnsucht nach Glühendem". Über Kasimir Edschmid und seine expressionistische Novellistik
  • Helga Karrenbrock: Sprung aus der Welt. Zu Franz Jungs expressionistischer Prosa
  • Walter Fähnders: Der Mensch ist gut. Leonhard Franks Anti-Kriegs-Erzählungen
  • Hubert van den Berg: Fiktional-narrative Prosa im dadaistischen Projekt
  • Kommentierte Auswahlbibliographie

Walter Fähnders, geb. 1944, ist apl. Professor für Neuere Germanistik an der Universität Osnabrück, wo er sich mit der Studie "Anarchismus und Literatur" (1987) habilitiert hat. Er ist u.a. Mitherausgeber der Anthologie "Manifeste und Proklamationen der europäischen Avantgarde" (1995) und Autor des Lehrbuchs "Avantgarde und Moderne 1890-1933" (1998).   

Aus der Kritik

Der vorliegende Band präsentiert differenzierte Einblicke in die Erzähltheorie und -praxis des Expressionismus und stellt divergierende literarische Verfahrensweisen vor. Das Spektrum der vorgestellten Autoren und Autorinnen umfaßt eine durchaus gut begründete Auswahl [...]. Insgesamt ist Walter Fähnders ein wichtiger Beitrag zur Expressionismus-Forschung gelungen, der sicherlich weitere Forschungen anregen wird.
Armin A. Wallas in "Arbitrium" 1/2002

This stimulating collection of essays makes a worthwhile contribution to re-search on Expressionism by highlighting some of the main characteristics of Expressionist prose whilst demonstrating that there is much scholarly work still to be undertaken in this neglected but rich area of Expressionism.
Peter K. Tyson in "Germanic Notes and Reviews", Bd. 36,2