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Wolfgang Asholt / Rüdiger Reinecke / Erhard Schütz / Hendrik Weber (Hgg.)
Unruhe und Engagement.
Blicköffnungen für das Andere
Festschrift für Walter Fähnders zum 60. Geburtstag
2004, ISBN 3-89528-473-4,
572 Seiten, kart. EUR 45,-
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Eine ,Festschrift‘ für Walter Fähnders ist, über den Charakter einer institutionellen Gelegenheitsschrift hinaus, weit mehr als ein Ausdruck der besonderen Wertschätzung des Wissenschaftlers und der Person: Sie ist ein Manifest der Eigenständigkeit, der Eigenheit, der Eigenwilligkeit. So vereinigt dieser Band höchst unterschiedliche Beiträge, die das Engagement und die Arbeitsgebiete des Jubilars aus mehr als 30 Jahren seiner germanistischen literaturwissenschaftlichen Neugier und Forschung perspektivieren. Studien zu Projekten und Wendepunkten einer Literatur-Geschichte, das Durchmessen der Avantgarde(n), der literarischen und politischen Vielstimmigkeiten der Moderne, Fragen nach dem Verhältnis von Text und Autonomie, theoretische Ausflüge und Grabungen verdichten sich zu einem kritischen Blick auf das Außerplanmäßige.
Inhalt:
- Wolfgang Asholt/Erhard Schütz: Vorbemerkung
- I. Literatur – Geschichte: Projekte und Wendepunkte
- Wolfgang Klein: Als der Apparat nicht funktionierte. Geschichte der Vorbereitung des Pariser Schriftstellerkongresses 1935
- Lothar Knapp: Blick zurück in eine unerledigte Geschichte. Kulturzeitschriften der Nachkriegszeit. Les Temps Modernes Il Politecnico Die Umschau
- Chryssoula Kambas: Literarische Geographie zweier europäischer Dörfer: Ascona, Delphi
- Giorgio Baratta: Humanismus des Zusammenlebens. Ein neues Europa in der „großen, schrecklichen Welt“
- II. Literatur und Engagement
- II.a Franz Jung-Texte
- Sieglinde und Fritz Mierau: Unser Jung-Journal
- Andreas Hansen: Betrifft Franz Jung (Schlagworte BRD & DDR)
- II.b Avantgarde und Moderne
- Wolfgang Asholt: Theorien der Modernität oder Theorie der Avantgarde(n)
- Hubert van den Berg: Avantgarde – Provinznester – Urprovinzialismus. Hinweis auf ein Groninger Postskriptum der frühen Avantgarde des zwanzigsten Jahrhunderts
- Peter Ludewig: Biebl-Studien. Ein Arbeitsbericht
- Inge Münz-Koenen: Kreuzwege und Fluchtpunkte: Malevics Reise nach Berlin
- Walter Delabar: Vermintes Gelände. Einige Bemerkungen zum Modernisierungsprozess im frühen 20. Jahrhundert und seinen literarischen Verarbeitungsformen
- Ulrike Haß: Auf der Suche nach dem latenten Wissen der Antimoderne
- Wolfgang Kissel: Ein Schriftsteller zwischen Tradition und Moderne. Vladimir Nabokovs Puškin-Rezeption der dreißiger Jahre
- Jutta Held: Stürzende
- Joachim Paech: The Time for Action has Come oder Der avantgardistische Kinozuschauer
- II.c Einzelblicke
- Bert Papenfuß: Novembertheater
- Helga Karrenbrock: Das ‚Kästnern‘ – oder: Über die schriftstellerische Herstellung eines Einverständnisses
- Rüdiger Reinecke: Widerstand Schreiben. Hans Lorbeer nach 1933
- Inka Fischer: Im Zeichen des Engagements. Formen des Widerstands und réécriture bei Pierre Daix
- Heinz Thoma: Gewalt und Freiheit. Das frühe Theater von Jean Genet
- Andreas Puff-Trojan: „To be in not to be – That is the answer“ Robert Kellys Dämonen des Alltags
- Gerhard Bauer: Sprachpiraterie. José Olivers Gedichte
- III. Theoretisches
- Utz Maas: Orthographie bei den Anarchisten
- Jürgen H. Petersen: Anfänge absoluter Lyrik in einem Zweizeiler von Clemens Brentano
- Klaus Garber: Das alte Europa und die Konstitution der Moderne. Epochale Konturen im Werk Walter Benjamins
- Nils Plath: Rücksichtsannahmen. Walter Benjamin, die Literaturgeschichte und immer noch kein Ende
- Jens Steutermann: Krebsgang und Gipfelglück. Das Diesseits des Expressionismus und das Jenseits der Avantgarde
- Jan Knopf: Gegen Weltanschauungen. Am Beispiel von Bertolt Brecht
- Karlheinz Barck: „Archäologie ist auch Maulwurfstätigkeit“. (Eine GedankenMontage)
- Schriftenverzeichnis Walter Fähnders 1971-2004 (Bearbeitet von Rüdiger Reinecke und Hendrik Weber)
- Zu den Autorinnen und Autoren
Aus der Kritik:
Zu den immer noch gern gepflegten Ritualen des akademischen Betriebes gehört die Ehrung verdienter Wissenschaftler durch Festschriften. Mag diese sehr deutsche Buchsorte auch noch so sehr mit akademischer Selbstbeweihräucherung und dem „Muff unter den Talaren“ in Verbindung gebracht werden, so erfreut sie sich doch zu einer Zeit, da viele Professoren der achtundsechziger Generation in Pension gehen, erneuerter Beliebtheit. Während bei vielen derart Geehrten über die linke Vergangenheit schamhaft hinweggegangen wird, ist in der Festschrift für Walter Fähnders, „Unruhe und Engagement, Blicköffnung für das Andere“, das Gegenteil der Fall.
Christina Ujma in „literaturkritik.de“ (Juli 2005)
[...] Walter Fähnders und Helga Karrenbrock haben sich, wie aus den insgesamt rund sechzig Beiträgen der ihnen gewidmeten Festschriften [...] hervorgeht [...], allen zeitgeistigen Wandlungen zum Trotz, dem ursprünglichen Anliegen, Verdrängtes und Vergessenes aus der Geschichte der deutschen Literatur, insbesondere der Weimarer Jahre, durch Editionen und eigene Beiträge wieder zugänglich zu machen, verpflichtet gefühlt. [...]
Wolfgang Braunschädel in „Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit“ (18/2008)
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