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Cornelia Lund
Französische Lyrikillustrationen
2002, ISBN 3-89528-364-9, 253 Seiten, zahlr. Abb.,
kart. EUR 24,50
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Lyrische Texte werden über lange Zeit hinweg mit illustrativer Zurückhaltung belegt. Tatsächlich scheint es evidenter, eine Bebilderung zu narrativen Texten zu gestalten, in denen es Szenen gibt, die leicht ins Medium des Bildes umgesetzt werden können. Lyrische Texte hingegen erweisen sich der direkten Umsetzung in eine Illustration gegenüber meist widerständig.
Das vorliegende Buch versucht zu zeigen, wie und warum Lyrik in Frankreich um 1900 dennoch zur bevorzugt bebilderten Textgattung geworden ist: mit der Entwicklung des livre de peintre werden Bild und lyrischer Text zunehmend zu Komponenten einer Konzeption, die das Buch als Gesamtes im Visier hat. Aus dem illustrierten Buch wird eine bimediale Komposition, bei der nicht eine Seite illustriert, sondern ein Buch gestaltet wird. Etwa zur gleichen Zeit entsteht die filmische Variante bimedialer Auseinandersetzung mit Bild und Lyrik, die am Beispiel surrealistischer Filme erläutert wird.
Inhalt:
- 1. Einleitung
- 2.1. Lyrik – eine Definition
- 2.2. Zum Verhältnis von Bild und Text
- 3. Vorspiel: die Lyrikillustration bis zu den Sonnets et Eaux-fortes
- 3.1. Die Anfänge der Lyrikillustration
- 3.2. Frontispiz
- 3.3. Vignetten und Fleurons
- 3.3.1. Die Œuvres der Louise Labé
- 3.3.2. Die Baisers von Dorat/Eisen
- 3.4. Die Zeit der Massenillustration
- 3.4.1. Vom livre à figures zum livre illustré
- 3.4.2. Veränderte technische Bedingungen des Illustrationswesens
- 3.4.3. Lyrikillustration in der Zeit der Massenillustration
- 3.4.3.1. Die Poésies der Clotilde de Surville
- 3.4.4. Chansons
- 3.4.4.1. Die Chants et chansons populaires de la France
- 4. Zwischen livre illustré und livre de peintre – die Illustrationen zu „The Raven“ von Edgar Allan Poe
- 4.1. „The Raven“ von Edgar Allan Poe
- 4.2. Die Illustrationen Gustave Dorés zu „The Raven“
- 4.2.1. Kompositionsverfahren
- 4.2.2. Theatralisierung
- 4.2.3. Romantik und Symbolismus
- 4.2.4. Detailrealismus
- 4.2.5. Traum und Realität
- 4.2.6. Melancholie.
- 4.3. Edouard Manets erste Lyrikillustrationen
- 4.3.1. Die Sonnets et Eaux-fortes
- 4.3.1.1. Bild und Text
- 4.3.2. Le Fleuve von Cros/Manet
- 4.4. Die Illustrationen Edouard Manets zu „Le Corbeau“
- 4.4.1. Kompositionsverfahren
- 4.4.2. Schraffuren
- 4.4.3. Raum und Traum
- 4.4.4. Ästhetische Zielsetzungen
- 4.5. Vergleich der Illustrationen Dorés und Manets
- 5. Das livre de peintre als Experimentierfeld
- 5.1. Parallèlement von Verlaine/Bonnard
- 5.1.1. Tradition und Innovation
- 5.1.2. Bild und Text oder die Frage der Parallelität
- 5.2. Le Bestiaire ou Cortège d’Orphée von Apollinaire/Dufy
- 5.2.1. Ein Bestiarium im Zeichen des Orpheus
- 5.2.2. Bild und Text
- 5.2.2.1. „Orphée I“
- 5.2.2.2. „Le Cheval“
- 5.2.2.3. „Le Lion“
- 5.2.2.4. „Le Bœuf“
- 5.2.3. Diversität und Einheit
- 5.3. La Prose du Transsibérien et de la Petite Jehanne de France von Cendrars/Delaunay
- 5.3.1. Die Sturm-Postkarte „Tour“
- 5.3.2. La Prose du Transsibérien et de la petite Jehanne de France von Cendrars/Delaunay
- 5.3.2.1. Buch oder Bild?
- 5.3.2.2. Prose?
- 5.3.2.3. Bild und Text
- 5.3.2.3.1. Farbspiele
- 5.3.2.3.2. Le livre vertical
- 5.3.2.3.3. Le livre simultané
- 5.3.2.3.4. Die „couleurs simultanées“ – Illustrationen?
- 6. Weitere Tendenzen der Lyrikillustration im 20. Jahrhundert
- 6.1. Die Maximiliana von Max Ernst als Brennpunkt
- 6.1.1. Die Schrift
- 6.1.1.1. Typographie
- 6.1.1.2. Handschrift
- 6.1.1.3. Das Geheimnis der Bilderschrift
- 6.1.2. Die Illustrationen
- 6.1.2.1. Zeichnung und Collage
- 6.1.2.2. Radierung
- 6.2. Konzeptionelle Ordnung
- 6.3. Das lyrische Objekt
- 6.4. Das calligramme
- 6.4.1. ‚Idéogrammes lyriques‘ und Calligrammes von Apollinaire
- 6.4.2. Optische Präsentation
- 6.4.3. Das calligramme – ein Grenzphänomen?
- 7. Lyrik und Film – ein Exkurs
- 7.1. Die Avantgarden und das Kino
- 7.2. Man Ray – die ersten filmischen Versuche
- 7.3. „La danse est un sujet idéal pour le cinéma“
- 7.4. Bewegte Lyrik?
- 7.4.1. Emak Bakia – ein ‚cinépoème‘
- 7.4.2. L’Etoile de Mer – ein verfilmtes Gedicht?
- 7.4.3. Les Mystères du château du dé – oder der kubische Zufall
- 7.5. Lyrik als und im Film
- 8. Zusammenfassung
- 9. Literatur- und Filmverzeichnis
- 9.1. Verzeichnis der illustrierten Primärliteratur und der Filme
- 9.2. Verzeichnis der Sekundärliteratur
- 10. Text zu L’Etoile de Mer von Man Ray
- 11. Abbildungen
Cornelia Lund, geboren 1970, studierte Romanistik und Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart, der Université de Franche Comté, Besançon, sowie der Ecole Normale Supérieure de Fontenay/Saint-Cloud. Sie arbeitet am Zentrum für Kulturwissenschaften und Kulturtheorie der Universität Stuttgart.
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