Uta Beiküfner

Blick, Figuration und Gestalt

Elemente einer aisthesis materialis im Werk von Walter Benjamin, Siegfried Kracauer und Rudolf Arnheim


2003, ISBN 3-89528-418-1,
328 Seiten, kart. EUR 24,-
 

Diese Untersuchung versucht, den Wandel von Ästhetik zu Aisthesis, der die gegenwärtigen ästhetischen Debatten beherrscht, in konkreten, literarisch gestalteten Wahrnehmungserfahrungen archäologisch zu fundieren. Der kindliche Blick in Walter Benjamins „Berliner Kindheit um neunzehnhundert“, bildliche Figurationen in Siegfried Kracauers Essayband „Das Ornament der Masse“ und die Gestalt als wahrnehmungspsychologische Modifikation der künstlerischen Form in Rudolf Arnheims Frühwerk stellen konkrete Beispiele diskursiver Wahrnehmungspraktiken dar. Alle drei Modelle eint, von der sinnlichen Anschauung der empirischen Wirklichkeit auszugehen. Dabei bilden sowohl die wahrgenommenen Gegenstände als auch die wahrnehmenden Organe bzw. diese unterstützende technische Geräte und kulturelle Praktiken ihr konkretes Material. Den begrifflichen Rahmen für die unterschiedlichen Bedeutungshorizonte von Wahrnehmung bildet die Sammelbezeichnung aisthesis materialis. Der Begriff der Aisthesis verweist auf den ästhetischen Horizont der untersuchten Texte als Literatur, in dem die Ausdeutbarkeit der verschiedenen Aussagen zur Wahrnehmung letztendlich situiert wird.

Inhalt:

  • 1. Vorwort
  • 2. Walter Benjamin – Blick
  • 2.1. Einleitung: Blick
  • 2.2. Ausblicke
  • 2.2.1. Individueller Ausblick: Loggien
  • 2.2.2. Illusionistischer Ausblick: Kaiserpanorama
  • 2.2.3. Geschichtlicher Ausblick: Die Siegessäule
  • 2.3. Einblicke
  • 2.3.1. Geschichtlicher Einblick: Tiergarten
  • 2.3.2. Illusionistischer Einblick: Winterabend
  • 2.3.3. Individueller Einblick: Der Strumpf
  • 2.4. Spektakulärer Blick: Unglücksfälle und Verbrechen
  • 2.5. Entgrenzter Blick
  • 2.5.1. Entgrenzte Zeit: Das Telefon
  • 2.5.2. Entgrenzter Raum: Das Fieber
  • 2.5.3. Entgrenztes Bild: Knabenbücher
  • 2.6. Rückblick: Das bucklichte Männlein
  • 3. Siegfried Kracauer – Figuration
  • 3.1. Einleitung: Figuration
  • 3.2. Natürliche Geometrie
  • 3.2.1. Bewegung: Knabe und Stier
  • 3.2.2. Fläche: Zwei Flächen
  • 3.2.3. Raum: Das Straßenvolk in Paris
  • 3.3. Absolute Geometrie
  • 3.3.1. Bewegung: Die Reise und der Tanz
  • 3.3.2. Fläche: Das Ornament der Masse
  • 3.3.3. Raum: Asyl für Obdachlose
  • 3.4. Perspektivische Darstellungen
  • 3.4.1. Zum Augenpunkt: Aus dem Fenster gesehen
  • 3.4.2. Zum Fluchtpunkt: Abschied von der Lindenpassage
  • 3.5. Photographie: Die Photographie
  • 3.6. Film: Film 1928
  • 4. Rudolf Arnheim – Gestalt
  • 4.1. Einleitung: Gestalt
  • 4.2. Malerei
  • 4.3. Tanz
  • 4.4. Film: Film als Kunst
  • 4.5. Maske
  • 4.6. Literatur: Eine verkehrte Welt
  • 5. Quellenverzeichnis
  • 5.1. Primärliteratur
  • 5.1.1. Einzelveröffentlichungen
  • 5.1.2. Zeitungs- und Zeitschriftenpublikationen
  • 5.1.3. Nachgelassene Papiere
  • 5.2. Sekundärliteratur
  • Danksagung

Uta Beiküfner, geboren in Erfurt, Studium der Germanistik, Filmwissenschaft und Publizistik an den Universitäten Leipzig, Edinburgh und der Freien Universität Berlin, lehrt am Arbeitsbereich Historische Publizistik und Medientheorie an der Freien Universität Berlin. Veröffentlichungen zur Literatur in Deutschland von 1933 bis 1945.