Neuerscheinung 

Hamid Tafazoli / Richard T. Gray (Hgg.)

Außenraum – Mitraum – Innenraum

Heterotopien in Kultur und Gesellschaft


2012, ISBN 978-3-89528-891-3,
194 Seiten, kart. EUR 29,80
 

Leseprobe: PDF-Datei, 900 Kb

Autorinnen und Autoren des Sammelbands Außenraum – Mitraum – Innenraum. Heterotopien in Kultur und Gesellschaft versuchen, Michel Foucaults Heterotopie-Konzept im Zeitalter der kulturellen Transformation und Mischungen auch für Literatur und Film als Medien zur Darstellung von ästhetischen Räumen fruchtbar zu machen. Die Auffassung vom Text als Handlungs-Raum (Agency) erweitert den Blick über die eigen- bzw. fremdkulturelle Wahrnehmung hinaus auf eine Perspektive des Textes. Es wird die These vertreten, dass Text und Film als Darstellungsmedien ästhetischer Räume nicht nur Perspektiven umwerfen, sondern auch selbst neue Perspektivenöffnen, die sich nicht durch eigen- bzw. fremdkulturelle Bezüge kulturalisieren lassen. Solche Räume gestalten sich selbst und referieren auf sich selbst; sie bilden eine eigene Kultur, die sich den außermedialen Kulturzwängen entziehen kann.

Inhalt:

  • Hamid Tafazoli, Richard T. Gray: Einleitung: Heterotopien in Kultur und Gesellschaft

  • Hamid Tafazoli: Heterotopie als Entwurf poetischer Raumgestaltung

  • Jürgen Brokoff: Literatur als heterotopischer Ort der Verfremdung oder: Sprachkunst als ein „anderer Raum“

  • Christine Kanz: Heterotopien um 1900: St. Petersburg und Jerusalem als Gegenräume ästhetischer Kreativität

  • Richard T. Gray: The Fourth Wall: Illusion and the Theater of Narrative in Franz Kafka’s Ein Bericht für eine Akademie

  • Todd Kontje: Heterotopic Cities in Yadé Kara’s Fiction

  • Heidi Schlipphacke: Heterotopic Bodies: Intimacy and the Global in Tom Tykwer’s The International

  • Birgit Tautz: Michel Foucault trifft Yoko Tawada: Sprache und ethnologische Poetologie als Heterotopien

  • Zu den Autorinnen und Autoren

Hamid Tafazoli (Dr. phil., 2006) ist Literatur- und Kulturwissenschaftler und Alexander von Humboldt-Stipendiat (Department of Germanics der University of Washington, Seattle, 2009 und 2010; Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld, 2011). Seine Arbeitsschwerpunkte sind Neuere deutsche Literatur, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft, Diskurstheorie, Theorien der Identität und Alterität, Weltliteratur, Migrationsliteratur, Transkulturalität und Heterotopie. Außer der Monographie Der deutsche Persien-Diskurs (Aisthesis, 2007) sind von ihm Aufsätze zu Fleming, Herder, Goethe, Grass u.a. erschienen. Er ist Mitarbeiter der Encyclopaedia Iranica (Columbia University, New York).

Richard T. Gray ist Byron W. and Alice L. Lockwood Professor in Humanities am Department of Germanics der University of Washington in Seattle. Als Monographien sind erschienen:
Constructive Destruction: Kafka’s Aphorisms (Niemeyer 1987), Stations of the Divided Subject: Contestation and Ideological Legitimation in German Bourgeois Literature, 1770-1912 (Stanford 1995), About Face: German Physiognomic Thought from Lavater to Auschwitz (Wayne State 2004) und Money Matters: Economics and the German Cultural Imagination, 1750-1850 (University of Washington Press, 2008). Gray ist Mitherausgeber von A Franz Kafka Encyclopedia (Greenwood 2005). Er publizierte Aufsätze zu Kafka, Büchner, Droste-Hülshoff, Süskind, Hofmannsthal, Nietzsche, Stifter, Schiller, Sebald u.a.