Neuerscheinung 

Barbara Naumann / Margrit Wyder (Hgg.)

„Ein Unendliches in Bewegung“

Das Ensemble der Künste im Wechselspiel mit der Literatur bei Goethe


2012, ISBN 978-3-89528-882-1,
329 Seiten, kart. EUR 34,80
 

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Dieser Band untersucht ein Unendliches in Bewegung, nämlich den Aspekt der artistischen und medialen Transformation in Goethes Schaffen. Unter dem Gesichtspunkt der Übertragung schlug Goethe immer wieder Brücken zwischen den Wissenschaften und den Künsten Malerei, Architektur, Musik und Dichtung. Den Raum dieser Übertragungen nehmen die hier versammelten Aufsätze in den Blick.

Zugleich geht der Band den Spuren der Zusammenarbeit zwischen Goethe und dem Maler und Kunsthistoriker Johann Heinrich Meyer (1760-1832) nach. Die Beziehung zu Meyer hatte während Goethes erstem Aufenthalt in Italien begonnen und mündete in Weimar in so aufwendigen Projekten wie der Zeitschrift Propyläen, Preisaufgaben für bildende Künstler, Bühnendekorationen, innenarchitektonischen und dekorativen Entwürfen für Goethes Wohnhaus und das fürstliche Schloss. Sie ermöglichte Goethe, über rund vierzig Jahre hinweg, ein beinahe tägliches kunstwissenschaftliches Praktikum unter der sachkundigen und freundschaftlichen Begleitung durch Meyer.

Inhalt:

  • Vorwort

  • Hans-Georg von Arburg: Durchbrochene Arbeit. Autobiographie als Selbst(re)konstruktion in Goethes ‚Knabenmärchen‘ Der Neue Paris

  • Edith Anna Kunz: „Vorhallen“ und „Heiligtum“. Text- und Kunstkonzept von Goethes Propyläen

  • Dominik Müller: Erzählte Systematik. Der Sammler und die Seinigen vor dem Hintergrund von Goethes Zusammenarbeit mit Friedrich Schiller und Johann Heinrich Meyer

  • Martin Dönike: Goethes Winckelmann. Zur Bedeutung der altertumswissenschaftlichen Studien Johann Heinrich Meyers für das Antikebild des Weimarer Klassizismus

  • Margrit Wyder: Mensch und Ungeheuer. Versuch zu Johann Heinrich Meyers Bild Ödipus löst das Rätsel der Sphinx

  • Johannes Grave: Späte Einsicht. Goethe und Meyer im Dialog über die Geschichte der Druckgraphik

  • Gabriele Busch-Salmen: „Träger von allem […], was die neuere Zeit an Kunst und Kunststücken gefunden und begünstigt hat“. Goethes Proserpina als Gesamtkunstwerk

  • Johannes Anderegg: Über Ironie und Musik in Goethes Faust. Fünf Skizzen

  • Fritz Egli: „E i n e  Manifestation des Urwesens“. Die Musik in Goethes Denken

  • Barbara Naumann: Stimmen vernünftiger Leute. Streichquartett und Gespräch

  • Robin Rehm: „Beweglichkeit der Farbe“. Goethes Foliotafel der Beyträge zur Optik und die harmonischen Farbkombinationen Philipp Otto Runges von 1810

  • Peter Schnyder: Grund-Fragen. Goethes Text Über den Granit als „Ur-Ei“ der Wissensrepräsentation

  • Sabine Mainberger: Hypothetische Landschaften. Zu geologischen Zeichnungen Goethes

  • Margrit Wyder: Zeit im Bild. Zur Entstehung geologischer Phasendarstellungen bei Goethe

  • Siglenverzeichnis

  • Die Autorinnen und Autoren des Bandes

Barbara Naumann ist Prof. für Neuere deutsche Literatur an der Universität Zürich. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die Literatur des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart sowie das Verhältnis von Literatur und anderen Künsten. Aktuelle Buchveröffentlichung: Bilderdämmerung. Bildkritik und Schriftkritik im Roman (2012).

Margrit Wyder, Dr. phil., ist Germanistin, Ausstellungskuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Medizinhistorischen Institut und Museum der Universität Zürich. Sie arbeitet vor allem über die Naturwissenschaften der Goethezeit, insbesondere im Hinblick auf Geologie und die Geschichte der wissenschaftlichen Illustration. Letzte Buchveröffentlichungen:
Von Stäfa in die große Welt. Goethes Kunschtmeyer berichtet (2010); div. Artikel in Goethe Handbuch, Supplemente 2: Naturwissenschaften (2012).