Neuerscheinung 

Alexandra Strohmaier (Hg.)

Buchstabendelirien

Zur Literatur Friederike Mayröckers


2009, ISBN 978-3-89528-765-7,
227 Seiten, kart. EUR 24,80
 

Leseprobe: PDF-Datei, 800 Kb

Der vorliegende Band präsentiert aktuelle Lesarten der Literatur Friederike Mayröckers, der diese Publikation als Festschrift gewidmet ist. In der Vielstimmigkeit der hier verfolgten Lektüren und Analysen spiegelt sich die Polyphonie des umfangreichen Werkes der Autorin wider. In einem breiten Spektrum an theoretischen und methodischen Zugängen werden spezifische Themen, Motive und Verfahren, intertextuelle Beziehungen, werkgenetische, poetologische und ästhetische Aspekte ihres Werkes in den Blick genommen. Neben textübergreifenden Studien werden auch minutiöse Lektüren von Einzeltexten vorgelegt. Den jüngeren und jüngsten Texten der Autorin wird dabei besondere Aufmerksamkeit zuteil. Der vorliegende Band enthält neben einem Beitrag zum 2008 publizierten Prosabuch Paloma auch eine erste Lektüre des 2009 erschienenen Gedichtzyklus Scardanelli sowie eines Gedichts aus Mayröckers jüngstem Lyrikband dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif.

Inhalt:

  • Vorwort
  • Walter Hinderer: Ohren-Blicke der Erinnerung. Ein Geburtstagsbrief für Friederike Mayröcker
  • Klaus Kastberger: Auf der Bleistiftspitze des Schreibens. Friederike Mayröckers Gesammelte Prosa/Gesammelte Lyrik
  • Elisabeth von Samsonow: „Dies Ganze muß selig werden“: Zu Friederike Mayröckers Bedeutung in der Gegenwart .
  • Daniela Strigl: Vom Rasen (Furor). Ein Versuch zu Friederike Mayröckers Affektpoetik
  • Valérie Baumann: „Mein Ding liegt zutage wie 1 Skelett“. 2 Gedichte von Friederike Mayröcker für Fritzi gelesen von Valérie B.
  • Marcel Beyer: Wenn ich im Scardanelli lese
  • Inge Arteel: Nach dem Bilder- und Berührungsverbot. Kunst und Erotik in die Umarmung, nach Picasso
  • Alexandra Strohmaier: Prosa und/als Performanz. Zur performativen Ästhetik Friederike Mayröckers
  • Sabine Kyora: „ob es nicht mühsam sei am Rand der Straße zu wandern“: Wandern, Pilgerschaft und Vagabundieren in Friederike Mayröckers Prosa
  • Thomas Eder: Das Selbst als narrative Konstruktion? Anmerkungen zu Friederike Mayröckers mein Herz mein Zimmer mein Name aus der Perspektive der kognitiven Literaturwissenschaft
  • Barbara Thums: Schreiben im „Ausnahmezustand“: Friederike Mayröckers Und ich schüttelte einen Liebling
  • Erika Tunner: Schreibarbeit und ‚Menschen Verhältnisse‘ in Paloma
  • Beth Bjorklund: Wie hört man auf? Schlüsse in Mayröckers Prosa
  • Hinweise zu den Autorinnen und Autoren

Alexandra Strohmaier, geb. 1975, Dr. phil., Literatur- und Kulturwissenschaftlerin. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Kulturwissenschaften und Lehrbeauftragte für Neure deutsche Literatur am Institut für Germanistik der Universität Graz. Arbeitsschwerpunkte: Literatur des 19., 20. und 21. Jahrhunderts, Literatur- und Kulturtheorie, Narratologie. Ausgewählte Veröffentlichungen: (Hg. mit Ingrid Spörk) Leopold von Sacher-Masoch. Graz, Wien: Droschl 2002; (Hg. mit Ingrid Spörk) Veza Canetti. Graz, Wien: Droschl 2005; Logos, Leib und Tod. Studien zur Prosa Friederike Mayröckers. München: Fink 2008.


Aus der Kritik:


[...] Zu ihrem [Friederike Mayröckers] 85. Geburtstag am 20. Dezember 2009 gratulieren wir herzlich und weisen gerne auf eine Festschrift hin, die Alexandra Strohmaier zu diesem Anlass unter dem Titel „Buchstabendelirien“ herausgegeben hat. Sie enthält viele lesenswerte Beiträge: von Klaus Kastberger, Elisabeth von Samsonow, Daniela Strigl, Valérie Baumann, Marcel Beyer, Inge Arteel, Alexandra Strohmaier, Sabine Kyora, Thomas Eder, Barbara Thums, Erika Thunner und Beth Bjorklund. Eröffnet wird der Band mit einem Geburtstagsbrief von Walter Hinderer, der am Ende seiner „Ohren-Blicke der Erinnerung“ die Autorin selbst sprechen lässt – mit ihrer „Botschaft für 2099“. Auf dass sich die frohe Botschaft erfülle:

2099 bin ich 174 Jahre alt.
Die Medizin hat es bis dahin möglich gemacht, mindestens
200 Jahre alt zu werden.
Jeder der jetzt geboren wird, wird 2099 99 Jahre sein, also
die Hälfte des Lebens noch vor sich haben.
Ich wünsche mir, daß es 2099 einen neuen Hölderlin geben
möge, daß es keine Kriege, keine Hungersnöte, keine Über-
schwemmungen, keine Erdbeben, keine Feuersbrünste
mehr gibt, daß die Wissenschaften human sein mögen.
[...]
Redaktion literaturkritik.de in „literaturkritik.de“ (Dezember 2009)
Der vollständige Artikel: http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=13807