Neuerscheinung 

Anna Maja Misiak

Judit – Gestalt ohne Grenzen


2010, ISBN 978-3-89528-757-2,
356 Seiten, 140 z.T. farb. Abb., kart. EUR 38,-
 

Leseprobe: PDF-Datei, 1 Mb

Das Buch zeigt vielfältige Umdeutungen und Umkehrungen in der Wahrnehmung der biblischen Judit-Figur in der Literatur und den bildenden Künsten. Galt sie im Mittelalter als körperloses Sinnbild der Tugend, so wurde sie in späteren Jahrhunderten zu einer in ihrer eigenen Körperlichkeit zerrissenen Frau. Das ausgehende 19. Jahrhundert machte sie zur femme fatale; im 20. Jahrhundert wurde sie Teil des feministischen Diskurses sowie mit politischen Machtfragen verbunden. In Judit spiegeln sich also die wichtigsten Ideen und Ideologien wechselnder Epochen.

Inhalt:

  • Vorbemerkungen

  • Erstes Kapitel
  • Tochter und Hoffnung ihres Volkes
  • Das Buch Judit: als außerkanonisch deklassiert?
  • Die Simeonitin
  • Die unabhängige Witwe
  • Die gefährliche Frau
  • Schönheit und Macht des Geistes
  • Schönheit und Macht des Körpers
  • Tugend als Waffe
  • „Nur Mut, Frau, fürchte dich nicht!“

  • Zweites Kapitel
  • Speculum sine macula
  • Die ideale Heldin Israels
  • Poeme und Mysterienspiele zu Judit
  • Der Strahl der Gerechtigkeit
  • Im Schattenbereich

  • Drittes Kapitel
  • Machtsymbol oder Todeszeichen?
  • „Ey warumb ist sy nit ain man?“
  • Judit nackt
  • Judit bekleidet

  • Viertes Kapitel
  • Inszenierungen der Gewalt
  • Autobiographie verklärt im Bild?
  • „Ihr Wänglein rodt, ihr Euglein klar“
  • Im Theater der Blicke

  • Fünftes Kapitel
  • Betulia liberata
  • Judits Triumph

  • Sechstes Kapitel
  • Darstellungen der Seelenzustände
  • Zwischen Wollen und Nicht-Können
  • Text und Bild im Dialog

  • Siebtes Kapitel
  • Femme fatale
  • Venus armata
  • Das Streben nach körperlicher Erfüllung
  • Nacktheit als Kommentar

  • Achtes Kapitel
  • Körper und Macht
  • Feministische Interpretationen
  • Die Versöhnungsutopie

  • Nachbemerkungen

  • Anmerkungen

  • Illustrationsverzeichnis

  • Judit in den bildenden Künsten

  • Judit in der Literatur

  • Bibliographie

  • Personenregister

  • Sachregister

  • Bibelstellenregister

Anna Maja Misiak, geb. 1974 in Lódz. Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Wroclaw. Forschungsaufenthalte in Paris und Wien. Lebt seit 2003 in Bern.


Aus der Kritik:


[...] Die Germanistin und Kunsthistorikerin Anna Maja Misiak hat die Entwicklung der Figur Judit mit ihren Wendungen und Verfremdungen von den Ursprüngen der biblischen Gestalt bis in die Gegenwart gründlich untersucht. Ihre Ergebnisse hat sie kürzlich in einem über weite Strecken spannend zu lesenden Buch veröffentlicht. [...] Anna Maja Misiak führt mit leichter Feder und klar strukturiert durch diese wechselvolle Geschichte. In ihrer fundierten, detailreichen Studie bettet sie die Kunstwerke stets in den gesellschaftlichen und historischen Hintergrund ein. Der Prozess der Veränderung lässt sich dadurch leicht nachvollziehen und einprägen. Anhand zuweilen überraschender Verbindungen zwischen den Werken verschiedener Epochen führt die Autorin aber auch vor Augen, dass man die schwach ausgebildeten Kontinuitäten nicht übersehen darf. Ihre erhellenden und kurzweiligen Bildbeschreibungen zu lesen, bereitet Vergnügen [...]. Eine besondere Erwähnung verdient die konsequent geschlechtsneutrale Sprache, die Misiak geschickt zu verwenden weiß. Umfangreiche Verzeichnisse über Judit in den bildenden Künsten und der Literatur, eine 30-seitige Bibliografie und mehrere Register machen das Werk zu einem hilfreichen Arbeitsmittel. [...]
Dorothée Leidig in „literaturkritik.de“ (8/2010)
Die vollständige Rezension:
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=14598