Neuerscheinung 

Oliver Sill

Sitte – Sex – Skandal

Die Liebe in der Literatur seit Goethe


2009, ISBN 978-3-89528-755-8,
213 Seiten, kart. EUR 24,-
 

Leseprobe: PDF-Datei, 900 Kb



E-Book: EUR 16,80 bei Paper'C

Goethes literarisches Werk ist in vielerlei Hinsicht stilbildend für die Folgezeit gewesen – so auch sein großer Ehe- oder besser: Ehebruchsroman Die Wahlverwandtschaften von 1809. Wie immer die dargestellten Ehe- und Beziehungskrisen gelöst werden, das Thema beschäftigt die Literatur bis heute. Der Essay spannt einen weiten Bogen vom frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Am Beispiel einer Reihe höchst unterschiedlicher Prosatexte wird deutlich, wie jede Zeit ihre eigenen Antworten findet auf die alte Frage nach der Liebe zwischen Mann und Frau.

Inhalt:

  • Einleitung

  • Erstes Kapitel
  • Von der Unerbittlichkeit zur Gleichgültigkeit
  • Johann Wolfgang von Goethe: „Die Wahlverwandtschaften“ (1809)
  • Katharina Hacker: „Die Habenichtse“ (2006)

  • Intermezzo: Wahlverwandtschaften II
  • Theodor Fontane: „Effi Briest“ (1895)

  • Zweites Kapitel
  • Versteinerte Verhältnisse
  • Theodor Fontane: „Irrungen, Wirrungen“ (1888)
  • Eduard von Keyserling: „Wellen“ (1911)
  • Marie Wegrainer: „Der Lebensroman einer Arbeiterfrau“ (1913)

  • Intermezzo: Wahlverwandtschaften III
  • Alfred Döblin: „Berlin Alexanderplatz“ (1929)

  • Drittes Kapitel
  • Der große Schrecken
  • Hans Fallada: „Kleiner Mann – was nun?“ (1932)
  • Irmgard Keun: „Das kunstseidene Mädchen“ (1932)
  • Erich Kästner: „Fabian“ (1931)

  • Viertes Kapitel
  • Orientierungsversuche
  • Heinrich Böll: „Das Brot der frühen Jahre“ (1955)
  • Alfred Andersch: „Die Rote“ (1960/1972)

  • Intermezzo: Wahlverwandtschaften IV
  • Martin Walser: „Ein fliehendes Pferd“ (1978)

  • Fünftes Kapitel
  • Liebe West – Liebe Ost
  • Wilhelm Genazino: „Fremde Kämpfe“ (1986)
  • Christoph Hein: „Drachenblut“ (1982)

  • Intermezzo: Wahlverwandtschaften V
  • Dieter Wellershoff: „Der Liebeswunsch“ (2000)

  • Sechstes Kapitel
  • Konzeptionen der Liebe
  • Markus Werner: „Am Hang“ (2004)
  • Undine Gruenter: „Der verschlossene Garten“ (2004)

  • Siebtes Kapitel
  • Geschlechterkämpfe
  • Hera Lind: „Das Superweib“ (1994)
  • E. Marlitt: „Im Hause des Kommerzienrates“ (1877)

  • Ausblick

Oliver Sill, Jahrgang 1957, studierte Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften in Münster. Promotion 1990, Habilitation 2000. Veröffentlichungen u.a.: Zerbrochene Spiegel. Studien zur Theorie und Praxis modernen autobiographischen Erzählens (1999); Literatur in der funktional differenzierten Gesellschaft. Systemtheoretische Perspektiven auf ein komplexes Phänomen (2001); Der Kreis des Lesens. Eine Wanderung durch die europäische Moderne (2001); Kein Ende und ein Anfang. Germanistische Literaturwissenschaft der sechziger und siebziger Jahre (2003).


Aus der Kritik:


Sills Essay zielt auf einen größeren Leserkreis und ist dafür durch das Konzept des anschaulichen Vergleichs, durch die hilfreichen Inhaltsangaben der analysierten Werke und die lebendige Prägnanz seiner Sprache bestens geeignet.
Paul Mog in „Germanistik“ (Bd. 50/H. 3-4)

[…] Das andere Werk, von Oliver Sill, ist ein großer Essay, der unter dem Thema Liebe und Skandal den Bogen spannt von Goethes Wahlverwandtschaften bis zu neueren Romanen wie Walsers Ein fliehendes Pferd und Dieter Wellershoffs Liebeswunsch. Auch Werke etwa von Döblin, Böll, Christoph Hein, Hera Lind erscheinen, insgesamt zwanzig an der Zahl. Immer geht es um die Kluft von Sex und Sittlichkeit. Der Ehebruch und ähnliche Gebaren des Rebellierens, die bei Goethe nur phantasiert werden, erobern intensiv die Literatur. Dem Essay-Charakter des Buches entsprechend kommt Sill ganz ohne Fußnoten aus. […] Sehr gut beobachtet Sill, wenn er Fontanes Kreieren als ein „Ausleuchten“ der Realität kennzeichnet. Sill hat für alle seine besprochenen Werke Inhaltsangaben beigefügt, so dass sich das Buch im Rahmen seines Liebes-Themas auch als ein Romanführer lesen läßt.“
Martin Lowsky in „Mitteilungen der Theodor Fontane Gesellschaft“ (39/Dez. 2010)

Siehe auch die Webseite von Oliver Sill: www.oliversill.de