Neuerscheinung 

Jörg Drews / Gabi Pahnke (Hgg.)

"Weimar ist ja unser Athen."

Mit Seume in Weimar

Vorträge des Colloquiums zu Johann Gottfried Seume in Oßmannstedt 2007


2010, ISBN 978-3-89528-740-4,
213 Seiten, kart. EUR 29,80
 

Leseprobe: PDF-Datei, 1 Mb



E-Book: EUR 19,80 bei Paper'C

Als das deutsche Athen sah um 1800 nicht nur der weitgereiste Schriftsteller Johann Gottfried Seume die Stadt Weimar. Wohl nicht ganz frei von Ironie bestätigt er damit die Einschätzung vieler Zeitgenossen, ohne die Gewissheit in Frage zu stellen, dass Weimar eben die kulturelle Hauptstadt – zumindest des protestantischen Teils – des alten Reiches war. Dass die Haltung eines ‚poeta minor‘, eines zudem politischen Autors wie Seume gegenüber diesem alles beherrschenden Zentrum der Genies und der Debatten zum Ästhetizismus nicht frei von Ambivalenzen war, tat aber seinen durchaus auch guten Beziehungen zu einzelnen Weimarer Persönlichkeiten keinen Abbruch. Der vorliegende Sammelband, der aus der Tagung Seume und Weimar auf dem Wieland-Gut Oßmannstedt im Jahr 2007 hervorgegangen ist, versammelt die dort gehaltenen Vorträge zu Seumes Weimarer Kontakten, die an die aktuelle Forschung zu Seumes spezifischer Autorschaft zwischen Fiktionalität und Authentizität anknüpfen und neue Ergebnisse vorlegen.

Inhalt:

  • Gabi Pahnke: Vorwort

  • Jörg Drews: Einleitung. Johann Gottfried Seume und das ‚klassische‘ Weimar

  • Georg Meyer-Thurow: Über Dichtung und Wahrheit in Seumes Lebensbericht. An Beispielen aus Seumes hessischer Rekrutenzeit. Nebst einem Anhang

  • Henner Löffler: Unzuverlässige und psychopathische Icherzähler

  • Egon Freitag: Der „lebendige Keim“ einer „Freundschaft“. Seume und Wieland

  • Gabi Pahnke: „Es ist wohltätig, wenn sich verwandte Menschen treffen [.]“ – Johann Gottfried Seume und Carl Ludwig Fernow zwischen Rom und Weimar

  • Stefanie Stockhorst: Gelehrte Geselligkeit und europäischer Kulturtransfer. Zur Deutung des produktiven Zusammentreffens von Henry Crabb Robinson und Germaine de Staël in Weimar

  • Jakob Starzinger: Literarisch-militärische Zugänge zur Welt im Jahre 1805: Rußland in Schillers Demetrius und Seumes Mein Sommer 1805

  • Lois Musmann: Seumes Observations on music. Reflections of an Enlightened Poet

  • Klaus Musmann: Überlegungen anläßlich meiner Übersetzung von Seumes Mein Leben ins Englische

  • Zu den Autorinnen und Autoren

Jörg Drews (1938-2009), bis 2003 Professor für Literaturkritik und Literatur des 20. Jahrhunderts an der Universität Bielefeld. Gründer der Johann-Gottfried-Seume-Gesellschaft zu Leipzig, e.V. und bis zu seinem Tod Hg. der Obolen. Mitteilungen der J.-G.-Seume-Gesellschaft. Zusammen mit Sabine Kyora Herausgeber der Werke und zusammen mit Dirk Sangmeister der Briefe von J.G. Seume (Deutscher Klassiker Verlag 1993 und 2002). Zahlreiche weitere Publikationen zu Seume, zuletzt: In Polen, Palermo und St. Petersburg. Vorträge der Colloquien zu Johann Gottfried Seume in Grimma, Riga und Tartu 2003 und 2005 (2008). Arbeitete bis zum Schluß an einer Neuausgabe von Mein Leben nach der Handschrift und an einer Ausgabe sämtlicher Gedichte Seumes.

Gabi Pahnke, geboren 1978 in Herzberg/ Harz. Studium der Geschichte, Kunstgeschichte und Soziologie an den Universitäten Göttingen und Augsburg. Seit 2000 im Museumswesen und seit 2008 im Kunsthandel tätig. Arbeit an einer von der DFG geförderten Dissertation über
Johann Gottfried Seumes Netze – eine Rekonstruktion in kommunikationsgeschichtlicher Perspektive. Vorstandsmitglied der Johann-Gottfried-Seume-Gesellschaft zu Leipzig e.V. Letzte Publikation: Ein „Mädchen“ wie die Hebe und „Doctor Elisa“. J. G. Seume und die Frauen in der Sammlung des Museums Schloß Lützen. (Frauen im 18. Jahrhundert. Hg. v. Thomas Weiß. Unter Mitarbeit v. Katrin Dziekan und Ingo Pfeifer, 2009).