Neuerscheinung 

Heinrich Mann

Essays und Publizistik

Kritische Gesamtausgabe in neun Bänden

Herausgegeben von Wolfgang Klein, Anne Flierl und Volker Riedel

Band 6: Februar 1933 – 1935

Herausgegeben von Wolfgang Klein


2009, ISBN 978-3-89528-724-4
2 Bde., zus. 1058 Seiten, Ln. EUR 198,-


Leseprobe: PDF-Datei, 1,1 Mb


Inhalt:

  • 1933
  • Der Konflikt in der „Akademie der Künste“
  • La Curée
  • Für Jakob Wassermann
  • Sie halten Wort
  • Seule, une union douanière franco-allemande peut sauver l’Europe
  • Cette espèce de Révolution allemande / Auch eine Revolution
  • La Haine / Der Hass
  • Sous le règne des ratés / Im Reich der Verkrachten
  • A quoi cela aboutit / Wohin es führt
  • L’Education morale / Sittliche Erziehung durch deutsche Erhebung
  • La Guerre qu’il faut craindre / Der sichere Krieg
  • Heinrich Mann an seine Tochter
  • L’Intelligence humiliée / Die erniedrigte Intelligenz
  • L’Appel au meurtre / Der Schrei nach dem Mord
  • [Beitrag zur Umfrage: La France est-elle menacée d’un fascisme générateur d’antisémitisme ?]
  • Ce qui reste / Was uns bleibt
  • Deutsche und Juden
  • Comment gagner un procès / Wie man einen Prozeß gewinnt
  • Ce grand Homme / Der grosse Mann
  • Gœring tremble et sue / Goering zittert und schwitzt
  • Leur méprisable antisémitisme / Ihr ordinärer Antisemitismus
  • Les traîtres déçus / Die enttäuschten Verräter
  • Scènes de la vie naziste
  • Dans la rue
  • Au camp de concentration
  • Les disparus
  • Les débrouillards
  • Hindenburg reçoit Hitler
  • Le témoin
  • Szenen aus dem Nazileben
  • Auf der Straße
  • Im Konzentrationslager
  • Die Vermißten
  • Man muß sich zu helfen wissen
  • Hitler bei Hindenburg
  • Der Zeuge
  • Die Erpresser / Un Régime coercitif
  • Nos patries
  • [Brief an Mondadori]

  • 1934
  • Ein Emigrant an Frankreich / Aspects de l’émigration
  • Les Dictateurs / Die Diktatoren
  • Soit dit en toute modestie
  • Retour in den Urwald
  • Heinrich Mann an Gerhart Seger [später: Möchten Sie vorher zurückkehren?]
  • Das überstandene Jahr
  • Revolution und Einigkeit
  • La pensée libre / Denken nach Vorschrift
  • Changement de régime / Was dahinter steckt
  • Schule der Emigration
  • Fehler ablegen
  • Gemeinsam das Gute wollen
  • Einander schützen
  • Nach aussen sich behaupten
  • Innere Zucht lernen
  • Racistes / Triumph der Spiesser
  • Die Deutsche Freiheits-Bibliothek
  • [Beitrag zu: Freunde in aller Welt schreiben dem Gegen-Angriff]
  • Jeunesse / Hereingefallene Jugend
  • [Für die Deutsche Freiheits-Bibliothek]
  • [Glückwunsch für Max Brod]
  • L’Autorité sous la dictature / Das Führerprinzip
  • [Über Karl Kraus]
  • Revolutionäre Demokratie
  • [Beitrag zur Umfrage: Quelles seraient votre position et votre attitude devant une révolution fasciste ?]
  • Propagande / Propaganda
  • Antwort für den „Gegen-Angriff“, über Justizmorde
  • [Brief an Henri Barbusse] / Für Thälmann
  • Lion Feuchtwanger fünfzig Jahre
  • Heinrich Mann an den Kongreß der Sowjetschriftsteller]
  • Das Gesicht des dritten Reiches
  • Dynamisme / Dynamismus
  • Das weiss eigentlich jeder
  • L’Eternel comique / Das ewig Komische
  • Sammlung der Kräfte
  • [Beitrag zu: Für die Einheit gegen Hitler]
  • [Beitrag zu: Die Büchergilde als Wegbahner]
  • Une Nation tragique
  • Die Dummheit regiert
  • Liberté et Nation
  • Nation und Freiheit. Zur Ehrung Schillers, geb. 10. November 1759
  • [Einführung zur Lesung aus Die Jugend des Königs Henri Quatre]
  • L’Exemple de la France / Das Beispiel Frankreichs
  • Verfall einer geistigen Welt
  • Menschen statt Fronten
  • Vorwort [zu Deutschland vom Feinde besetzt]
  • Aussichten für 1935

  • 1935
  • Aufbau einer geistigen Welt
  • Le Danger suprême
  • Wir brauchen begeisterte Lehrer
  • Das Trampeltier
  • Geheime Schulen
  • [ Brief an den Schutzverband deutscher Schriftsteller]
  • Remerciements
  • [Beitrag zum Memorandum Rettet Carl von Ossietzky!]
  • Die Führung
  • Der Geheimstaat
  • Ehre
  • Thomas G. Masaryk
  • Les dessous d’une dictature / Bereicherung
  • Die Macht des Wortes
  • Gewalt
  • Der Fall Deutschland
  • La conscription
  • Die Schmiere
  • Die Hochzeit
  • Vergewaltigtes Europa
  • Der Pimpf
  • Etatisme nazi
  • Die Veralteten
  • Ein Jahr Deutsche Freiheitsbibliothek
  • L’exemple / Das grosse Beispiel. Zum fünfzigsten Todestag Victor Hugos
  • Une Contrefaçon / Massenbetrug
  • Der Sechzigjährige
  • Wird Heinrich Mann Reichenberger Bürger?
  • La Dignité de l’esprit / Die Verteidigung der Kultur
  • Wir sind da
  • An das „Prager Tagblatt“. „Heinrich Mann und Reichenberg“
  • Die Sowjetunion ist der fortgeschrittenste Staat der Welt
  • Gesandte Deutschlands
  • Wackeln
  • Le Caractère / Das Gewissen
  • Dank [später: Nur das Proletariat verteidigt Kultur und Menschlichkeit]
  • R. R.
  • Herr General!
  • [Brief an Het Belang van Limburg]
  • Studenten!
  • Une Nouveauté / Eine grosse Neuheit
  • Henri Barbusse [I]
  • Un hommage
  • Henri Barbusse [II]
  • Die tiefste Stufe
  • Deutschland – ein Volksstaat
  • Geöffnete Tresors
  • Die Rede
  • Die Spaten von Nürnberg
  • [Brief an Sergej Dinamow]
  • Kastendeutschland
  • Les Embarras de la Dictature
  • Dank an Alfred Polgar
  • Georg Bernhard – schon sechzig?
  • Stalin-Barbusse
  • Der Mann, der alles glaubte
  • Die Krise der Diktatur
  • Der einzige Trost
  • L’ancien monde
  • Die Wiederansiedlung in der alten Heimat
  • Die Deutschen und ihr Reich
  • Rede an französische Schriftsteller
  • Devoirs sacrées. L’assistance internationale aux réfugiés / Rede vor dem Völkerbund
  • Wahrhaftigkeit
  • Die Deutschen und ihre Juden
  • Antwort an Hamsun
  • Violence ou Liberté
  • Die Deutschen wiederholen sich
  • Ein denkwürdiger Sommer

  • Unveröffentlichte Texte
  • Das gleichgeschaltete Berliner Haus
  • [Beitrag zur Umfrage: Que pensez-vous de Hitler ?]
  • [Beitrag zur Umfrage: How durable peace could be established]
  • [Beitrag zu einer Umfrage]
  • [Brief an Roy Temple House]
  • Wie kommt eine Nation auf solche „Führer“ herunter?
  • Er schliesst die Augen
  • Die Juden
  • Aber Göbbels!
  • Die Bühne

  • Interviews
  • [Interview mit Paris-soir]
  • [Interview mit Le Petit Parisien]
  • Für eine „Freiheitsbibliothek“ in Prag. Eine Anregung Heinrich Manns
  • Der faschistische Untertan
  • La culture menacée ?
  • [Interview mit Le Peuple]

  • Mitunterzeichnete Texte
  • Deutsche sprechen zu Euch!
  • Begruessung des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller an den Internationalen Schriftsteller Kongress Paris Juni 1935
  • Um die Olympiade
  • Deutschland verletzt die Saarabkommen. Feststellungen aus einer Eingabe an den Völkerbund
  • Fonds universel pour la paix (Fonds Henri Barbusse)
  • Appel au monde pour la défense de la paix en danger
  • An den Deutschen Volksbund für christlich-soziale Gemeinschaft an der Saar

  • Anhang
  • Zu dieser Ausgabe
  • Zum vorliegenden Band
  • Apparat zu den Texten
  • 1933
  • 1934
  • 1935
  • Unveröffentlichte Texte
  • Interviews
  • Mitunterzeichnete Texte
  • Inhaltsübersicht La Haine | Der Haß
  • Siglenverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis
  • Register der Werke Heinrich Manns
  • Personenregister
  • Register der Periodika
  • Register der Verlage

Am 15.11.2009 wurden im Plenarsaal der Akademie der Künste in Berlin die ersten Bände der Kritischen Ausgabe der Essays und Publizistik Heinrich Manns vorgestellt.


Aus der Kritik:


Mit dem Erscheinen der ersten Bände einer kritischen Gesamtausgabe der Essayistik und Publizistik Heinrich Manns wird eine Lücke geschlossen, die von der Exilforschung bereits seit Langem als skandalös und ärgerlich empfunden wurde. [...] Im Kommentarteil bzw. -band werden ausführlich die Textgrundlagen, die Entstehungs- und Textgeschichte, die Überlieferung und die Textkonstitution, dazu Abweichungen und Varianten verzeichnet. Historische bzw. politische Anspielungen werden akribisch erläutert. Speziell der kommentierende und erläuternde Apparat zeichnet sich durch beeindruckenden Kenntnisreichtum aus. [...]
Frithjoff Trapp in „Exil“ (H. 2, 2009)

[...] Beim Umgang mit den beiden Bänden fällt vor allem auf, dass es den Herausgebern trotz der Komplexität von Heinrich Manns essayistischem und publizistischem Werk gelungen ist, den Überblick zu behalten und die beiden Bände nutzertauglich zu strukturieren. So wurden etwa die zahlreichen von Heinrich Mann selbst veröffentlichten Sammelbände aufgelöst und chronologisch nach dem Datum der Erstveröffentlichung in die übrigen Texte eingegliedert. Ist ein Text von Heinrich Mann „in fremder und deutscher Sprache verfasst worden, erscheinen beide Fassungen gleichberechtigt unter dem Datum der Erstpublikation. Ausführliche Anhänge geben Auskünfte zu den vorliegenden Bänden, hier werden insbesondere Lebensorte und -umstände, literarisches Schaffen, Textgruppen, Zusammenarbeit mit bestimmten Kreisen, Personen oder Publikationsorganen“ im Zeitraum, der die einzelnen Bände betrifft, berücksichtigt. [...]
Frauke Schlickau in „literaturkritik.de“ (März 2010)
Hier die komplette Rezension: http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=14187

[...] die ersten beiden Bände eines großen Unternehmens: In insgesamt neun Bänden werden als kritische Gesamtausgabe sämtliche erreichbaren Essays und publizistischen Äußerungen Heinrich Manns veröffentlicht werden. [...] Die neue Ausgabe löst zum ersten Mal die Zusammenstellungen früherer Zeiten auf und verfährt strikt chronologisch und vor allem umfassend, somit auch ein umfassendes Bild des streitlustig engagierten Publizisten ermöglichend und vor allem ein Staunen befördernd über die Produktivität und die nicht nachlassende Verflochtenheit in die Zeitumstände der gegenüber die Stellungnahmen des Bruders - bei allem Respekt - eher partikular und zurückhaltend wirken. [...] Die nun vorliegenden Bände sind als Edition eine respektgebietende Leistung, vortrefflich dokumentiert und üppig, aber durchgehend lesbar kommentiert, sie sind eine große Tat. [...]
Jens Malte Fischer in „Süddeutsche Zeitung“ (17.06.2010)

[...] Die Gesamtausgabe von Heinrich Manns Essays - das sind Abenteuer des Geistes. [...] Und während sein gegenwärtiger Hausverlag [...] all seine Kraft in die spektakuläre Kritische Thomas-Mann-Ausgabe steckt, unternimmt jetzt der kleine Bielefelder Aisthesis Verlag eine beeindruckende Kritische Gesamtausgabe von Heinrich Manns Essays. Die ersten beiden Bände sind vor kurzem erschienen, sie umfassen die Jahre 1930 bis 1935, sind beinahe 2000 Seiten stark und können sich in Sorgfalt, Umfang und Präzision der Kommentierung mit der Frankfurter Bruder-Ausgabe absolut messen. Das Lesen darin ist ein Abenteuer [...], ein Abenteuer der politischen Kämpfe jener Jahre [...].
Volker Weidemann in „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (08.08.2010)

Mit dem Erscheinen der ersten Bände einer kritischen Gesamtausgabe der Essayistik und Publizistik Heinrich Manns wird eine Lücke geschlossen, die von er Exilforschung seit langem als skandalös und ärgerlich empfunden wurde. […] Die Texte werden nach den Erstdrucken dargeboten. Das hat die überraschende – und dem Sachverhalt angemessene – Tatsache zur Folge, dass der Leser speziell des Exilbandes (Bd. 6) zuerst mit den französischsprachigen Texten konfrontiert wird, die M. für die in Toulouse erscheinende Dépêche verfaßte und erst anschließend mit den deutschsprachigen Zweitdrucken bzw., sofern ein deutschsprachiger Nachdruck nicht existiert, mit einer Übersetzung. Damit tritt dem Leser ein Tatbestand ins Bewusstesein, der an sich zwar bekannt ist, aber bislang kaum entsprechend gewürdigt wurde: das Faktum, dass M. im Exil einen wichtigen Teil seiner Publizistiknicht allein in franz. Sprache formuliert hat, sondern diese Texte in Hinblick auf französischsprachige Rezipienten auch bereits konzipiert hat. Die Vermutung liegt nahe, dass dies in Hinblick auf die Beurteilung von M.s Argumentation und Stil von Relevanz ist.
Frithjof Trapp in „Germanistik“ (Bd. 50/H. 3-4)

Vorbildlich ediert: Heinrich Manns Publizistik in einer kritischen Gesamtausgabe.
In den Essays und Aufsätzen der Jahre 1930 bis 1935, die wir jetzt lesen können, zum ersten Mal in dieser Fülle, dieser Vollständigkeit erfasst, spiegeln sich die umfangreichen Aktivitäten des Publizisten Heinrich Mann, und was man bisher allenfalls aus der Sekundärliteratur wusste, ist hier nun mustergültig dokumentiert: Kein deutscher Schriftsteller von Rang hat sich damals so intensiv, mit so viel Verstand und Herzblut in die politischen Kämpfe eingemischt wie er. Er hat die Republik verteidigt bis zur letzten Minute, und er attackierte die Nazidiktatur, kaum dass er in Sicherheit war. Man hat diesen Heinrich Mann so lange immer nur in Ausschnitten gesehen: zunächst in den Essaybänden der seit 1951 von Alfred Kantorowicz betreuten ersten Werkausgabe des Aufbau-Verlages, später, 1971, in Werner Herdens Sammlung »Verteidigung der Kultur«, zuletzt in den Bänden der Studienausgabe, die im Fischer-Taschenbuchverlag erschienen sind. Alle Hoffnungen, die gesamte Publizistik kennenzulernen, richteten sich lange auf die zweite, von Sigrid Anger bei Aufbau edierte Werksammlung. Sie ist, was die Darbietung der Prosa betrifft, in ihrer Vollständigkeit noch immer unübertroffen, aber sie blieb unvollendet. Die Ausgabe der Essays kam über Vorarbeiten nicht hinaus.
Jetzt aber, endlich, ist diese Edition, eine kritische Gesamtschau in neun Bänden, in Sicht. Sie erscheint nicht im Hause S. Fischer, wo heute die Rechte liegen und wo die 1994 so flott begonnene Werk-Reihe in Einzelbänden seit Jahren nicht mehr vorankommt, sondern im Bielefelder Aisthesis-Verlag, und sie ist, nach dem Auftakt zu urteilen, eine Glanztat, staunenswert in der Erfassung der weit verstreuten, oft schwer zugänglichen, auch unveröffentlichten Texte, ergänzt noch durch die Interviews und Umfrageantworten, und vorzüglich in der Kommentierung. Noch nie ist Heinrich Mann so gründlich, so erhellend vorgestellt und erläutert worden wie hier. Band 5 mit den Arbeiten der Jahre 1930 bis 1933, herausgegeben von Volker Riedel, bringt es auf einen Apparat von über 300 Seiten, Band 6, in dem Wolfgang Klein die Publizistik bis 1935 versammelt, benötigt für den Anmerkungsteil gar einen ganzen Halbband.
Es sind wichtige, fesselnde Bücher. Heinrich Mann, ungeheuer produktiv, gibt sich mitteilsam, streitlustig, kämpferisch. Er beteiligt sich an Umfragen übers Reisen, sein Schulerlebnis, über den Tonfilm, neue Literatur, Goethe-Feiern oder die Krise der Intellektuellen, schreibt seine Essays über Flaubert und Stendhal, schildert sein Gespräch mit dem französischen Politiker Aristide Briand oder eine nächtliche Theaterprobe in Berlin. Er schwärmt für Paris und wird nicht müde, für die deutsch-französische Verständigung zu werben, äußert sich über seinen Roman »Die große Sache« von 1930, über Schriftsteller und Krieg oder zur geistigen Lage. Er winkt auch nicht ab, als man ihn fragt, in welcher Kleidung die ideale Frau auf dem Presseball erscheinen sollte.
Aber im Zentrum steht hier der politische Kopf, der streitbare Demokrat und Nazigegner, der Schriftsteller, der sich immer wieder, furios und radikal, zum Zeitgeschehen äußert, ein geübter Polemiker, Kämpfer für eine »Diktatur der Vernunft«. Dem Urteil des Joachim Fest, er sei ein »Unpolitischer« gewesen, schwankend zwischen »humaner Vernunft, Verblendung und Gespensterglauben«, ein »unwissender Magier« wie sein Bruder Thomas, wird in diesen Bänden eindrucksvoll widersprochen. [...]
In den Essays und Arbeiten zum Tage, die hier vorliegen, entrissen dem Dunkel der Archive, kann man ihn finden. Es hat lange keine so gute Nachricht in seiner Sache gegeben.
Klaus Bellin in „Neues Deutschland“ (18.08.2010)

Der Bielefelder Aisthesis Verlag hat ein ambitioniertes Projekt gestartet: In neun Bänden werden als Kritische Gesamtausgabe die Essays und publizistischen Äußerungen Heinrich Manns vorgelegt... [mp3-Datei, 3,3 Mb]
Ralph Schock im Gespräch mit Peter König in der Sendung "BücherLese" am 18.09.2010 (SR 2 Kulturradio)

Es scheint so, daß Heinrich Mann bis heute nicht nur im Schatten seines Bruders Thomas steht, sondern auch noch nicht einmal eine feste verlegerische Heimstatt gefunden hat. Die großangelegte Edition des Aufbau-Verlages mußte aus Rechtsgründen nach 1990 sistiert werden; dabei verblieben als empfindlichste Lücke die Essays und Pressebeiträge, für die vier Bände vorgesehen waren, d.h. ursprünglich eine – zweifellos ideologisch mitbedingte – Auswahl, die jedoch zumindest über eine frühere viel stärker selektive Ausgabe desselben Verlages hinausgegangen wäre. Innerhalb der Werkreihe des Fischer-Verlages liegen die Essays in den vom Autor selbst veranstalteten Sammelbänden vor, also ebenfalls nicht annähernd vollständig, zumal Heinrich Mann seine Publizistik nach 1933 nur noch ausnahmsweise in Einzelausgaben zusammenfassen konnte. Nun erscheint beim Aisthesis Verlag Bielefeld – in gediegener Ausstattung – die längst überfällige umfassende Sammlung, mit der, als einer kritischen Gesamtausgabe, der äußerst begrüßenswerte entscheidende Schritt sowohl über die beim Aufbau-Verlag einst geplante als auch über die bei Fischer vorliegende Lese-Studien-Ausgabe hinaus vollzogen wird. [...] Diese Ausgabe, so macht gleich ihr Beginn evident, ist eine großartige Leistung in den drei maßgeblichen editionswissenschaftlichen Grundabsichten: den Textbestand mit möglichster Vollständigkeit zusammenzubringen, ihn verläßlich darzubieten und kommentatorisch zu erschließen. Sie entspricht dem Rang des Publizisten Heinrich Mann und wird der Erforschung eines bislang doch ziemlich vernachlässigten Werkbereiches, dem sie eine bestmögliche Quellenbasis schafft, ohne Zweifel perspektivreiche Neuimpulse geben.
Wolfgang Albrecht in „IFB (Informationsmittel für Bibliotheken)“ (Oktober 2010)
Hier die komplette Rezension: http://ifb.bsz-bw.de/bsz303112972rez-1.pdf?id=3556

[...] Mit der jetzt zu vermeldenden editionsphilologischen Anstrengung des Herausgeberteams um WOLFGANG KLEIN wird dem Mann’schen Werk ohne jede Frage endlich jene Würdigung zuteil, die ihm, zumal mit Blick auf die deutsche Kulturgeschichte, gebührt. [...] [Heinrich Manns] Essayistik und Publizistik (1889–1950), mit deren Veröffentlichung die auf 9 Bände konzipierte Gesamtausgabe im Aisthesis Verlag nun eröffnet ist, sind durchdrungen vom Impetus eines Humanismus, der seinesgleichen sucht. [...] Mit der vorliegenden kritischen Gesamtausgabe wird der Mittelweg zwischen einer textkritischen Lese- und einer historisch-kritischen Ausgabe gewählt, eine durchaus vertretbare Entscheidung. Die Ausstattung (Leinen-Hartcover, gebunden und mit Lesezeichenbändchen, und gutes Papier) hebt das Lesevergnügen erheblich, wenngleich sie natürlich auch ihren Preis hat. [...]
Hermann Haarmann in „Zeitschrift für Germanistik“ (2/2011, S. 406-409)

[...] Noch nie ist Heinrich Mann so gründlich, so erhellend vorgestellt und erläutert worden. [...]
Klaus Bellin in „Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie“ (1, 2011)

[...] Die Edition ist ein Optimum dessen, was zu leisten war: Sie ist mustergültig, es gibt eigentlich keine vergleichbare Ausgabe vergleichbarer deutscher Schriftsteller, die sich auch nur halbwegs mit ihr messen könnte. [...] Hier ist wahrlich einzigartige Forschungsarbeit geleistet worden. [...] Bleibt noch zu erwähnen, daß der Aisthesis Verlag die Bände vorzüglich ausgestattet hat; auch dem ist zu verdanken, daß Heinrich Mann mit seiner gesamten Publizistik und Essayistik von 1930 bis 1935 jetzt endlich (wieder) präsent ist.
Helmut Koopmann in „Weimarer Beiträge“ (2/2011)