Wolfgang Bunzel / Norbert Otto Eke / Florian Vaßen (Hgg.)

Der nahe Spiegel
Vormärz und Aufklärung

Vormärz-Studien Bd. XIV


2008, ISBN 978-3-89528-675-9,
390 Seiten, geb. EUR 50,-
 



E-Book: EUR 30,- bei Paper'C


Inhalt:

  • Einführung
  • Wolfgang Bunzel/Norbert Otto Eke/Florian Vaßen: Geschichtsprojektionen. Rekurse auf das 18. Jahrhundert und die Konstruktion von ‘Aufklärung’ im deutschen Vormärz

  • Philosophische Geschichtskonstruktionen
  • Wolfgang Albrecht: Nachklänge und Neuansätze. Thesen zur vormärzlichen Phase der Aufklärungsdebatte
  • Olaf Briese: Vom Gottesgericht zum Weltgericht. Apokalyptische Motive in Aufklärung und Vormärz
  • Wolfgang Bunzel: Zurück in die Zukunft. Die Junghegelianer in ihrem Verhältnis zur Aufklärung
  • Christian Weber: Universalhistorie als Leitbild im Vormärz. Die Rezeption der Aufklärung in der Wissenschaftsgeschichte bei Karl von Rotteck
  • Dirk Oschmann: Mündlichkeit und Mündigkeit. Carl Gustav Jochmanns Reformulierung aufklärerischer Sprachtheorie

  • Gottesbilder – Menschenbilder
  • Rainer Rosenberg: Reformation – Aufklärung – Revolution. Zum Aufklärungsdiskurs in der konfessionellen Literaturgeschichtsschreibung des Vormärz
  • Bodo Morawe: Unglaubensgenosse Heine. Religionskritik, Immanenzdenken, radikale Aufklärung
  • Gerhard Höhn: „Écrasez l’infâme!“ Heinrich Heine und Voltaire
  • Klaus F. Gille: Weltriss und Theodizee. Zu Büchners Lenz
  • Lars Lambrecht: Zur Rezeption der Französischen Revolution bei den Junghegelianern
  • Wolfgang Beutin: Die ‘Aufhebung’ religionskritischer Positionen der Aufklärung in Ludwig Feuerbachs Kritik am Christentum

  • Ästhetische Modellierungen
  • Alexandra Böhm: „Abbildungen des wirklichen Lebens“ oder „Hirngeburten“? Kontinuität und Wandel der Karikatur in Aufklärung und Vormärz
  • Florian Vaßen: Die literarische Skizze. Anschaulichkeit und Offenheit als Weltsicht in Aufklärung und Vormärz
  • Günter Häntzschel: Aufklärerische Impulse und ihre Kritik im Medium der Lyrikanthologien des Vormärz (1840-1848)
  • Norbert Otto Eke: „Man muß die Deutschen mit der Novelle fangen“. Theodor Mundt, die Poesie des Lebens und die „Emancipation der Prosa“ im Vormärz
  • Sandra Kerschbaumer: Heinrich Heines Konstruktion von Aufklärung
  • Oliver Ruf: Georg Büchner: Poeta delens. Zur Modellierung und immanenten Demolierung aufklärerischer ‘Elemente’ im literarischen Vormärz
  • Johannes Endres: Von der Menschheitsfamilie zum Genom. Immermanns Epigonen zwischen Lessing und Mendel
  • Christian von Zimmermann: Jeremias Gotthelf und die Volksaufklärung. Bemerkungen zur Schweizer Literatur zur Zeit des Vormärz

  • Danksagung
  • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bandes

Wolfgang Bunzel, seit 2007 Leiter der Brentano-Redaktion im Freien deutschen Hochstift (Frankfurt a.M.); Studium der Neueren deutschen Literaturwissenschaft, Philosophie und Komparatistik in Regensburg und München; Promotion 1992; von 1993-1999 wissenschaftlicher Assistent an der TU Dresden; Habilitation 2003; Mitherausgeber des Internationalen Jahrbuchs der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft.

Norbert Otto Eke, seit 2006 Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Paderborn; Studium der Germanistik und Theologie u.a. in Berlin (FU); Promotion 1988; Habilitation 1995, ordentlicher Professor an der Universiteit van Amsterdam 2003; Mitglied im Beirat des Forum Vormärz Forschung; Mitherausgeber der
Zeitschrift für deutsche Philologie.

Florian Vaßen, seit 1982 Professor für Neuere deutsche Literatur an der Leibniz Universität Hannover; Studium der Germanistik, Romanistik, Geschichte und Philosophie in Frankfurt, Aix-en-Provence und Marburg; Promotion 1970; Habilitation 1978; Leiter der Arbeitsstelle Theater/Theaterpädagogik; Mitherausgeber der
Zeitschrift für Theaterpädagogik, Mitglied im Beirat des Forum Vormärz Forschung.


Aus der Kritik:


Im Jahr 2008 sind zwei neue Sammelbände zur Vormärz-Forschung beim Aisthesis Verlag erschienen. Während sich das von Kortländer und Siepe herausgegebene 13. Jahrbuch des Forum Vormärz Forschung: „Übersetzen im Vormärz“ einer klar umgrenzten Thematik widmet, eröffnet „Der nahe Spiegel“ ein deutlich umfangreicheres kulturgeschichtliches Feld [...]. Fast alle zehn erfreulich praxisnah und durchweg kenntnisreich am jeweiligen Autor orientierten Texte verknüpfen [bei „Übersetzen im Vormärz“] ihre Analysen mit umfangreichen Darstellungen gesellschaftlicher Zustände. [...] So erhält man einen informativen Einblick in das literarische und verlegerische Tagesgeschäft der 1830er und 40er Jahre. [...] Insgesamt überzeugt der Band [...] durch seine durchweg guten Arbeiten zu den einzelnen Themen [...].
Die insgesamt 19 Aufsätze [des Bandes „Der nahe Spiegel“] gehen der Frage nach Rezeption und Weiterführung der aufklärerischen Ideen, Methoden und Ausdrucksformen im deutschsprachigen Kulturraum der Jahre 1815-48 nach. [Die heterogenen Studien werden] über die drei großen Diskursformen Philosophie, Theologie und Literatur in deren spezifischen Rezeptionsbedingungen sinnreich zusammengestellt. [...] Es ist die Stärke dieses Bandes, den so vielfältigen Begriff 'Aufklärung' aus denkbar unterschiedlichen Perspektiven vorzuführen. [...] So überzeugt „Der nahe Spiegel“ wie schon „Übersetzen im Vormärz“ [...] durch die einzelnen Leistungen der Autoren. Beide Bände liefern eine Vielzahl neuer Erkenntnisse zu Spezialproblemen, die den heuristischen Begriff 'Vormärz' weiter mit Stoff auffüllen helfen.
Sebastian Böhmer in „Germanisch-Romanische Monatsschrift“ (Heft 2 / 2009)

Blickt man zurück auf die in der Einleitung geäußerte Hoffnung der Herausgeber, die Erforschung der „Renaissance der Aufklärung“ im Vormärz möge sich zu einem zeittypischen Gesamtbild verdichten, so hat sich diese Hoffnung weitgehend erfüllt. Die in drei thematische Gruppen gegliederten Aufsätze entfalten ein weites historiographisches, philosophisches und literarisches Panorama, in dem die Aktualität der Aufklärung im Vormärz ebenso deutlich wird wie die von der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen geprägte Epoche (‚Diskursformation’) des Vormärz selbst. Beinahe alle Beiträge lohnen die Lektüre und regen den Leser zur weiteren Beschäftigung mit der Vormärz-Literatur und ihrem Postulat der sozialen Verbindlichkeit an.
Martin Bollacher in „Heine-Jahrbuch“ 2009