Neuerscheinung 

JUNI

Magazin für Literatur und Politik



Heft 39/40 und 41/42:

Deutsches Lied

Vol. I und II

Herausgegeben von Gregor Ackermann, Walter Delabar und Carsten Würmann


2007, ISBN 978-3-89528-625-4,
ISSN 0931-2854,
2 Bde, 288 und 256 Seiten, kart. EUR 68,-,
im Abonnement EUR 50,-
 





Im Grenzgebiet zwischen Lyrik und Lied

„Lyrische Dichtung ist seit den frühen Kulturen zur Musik vorgetragene, also meist gesungene Dichtung“: Lakonischer als Dieter Burdorf kann man das, was Lyrik gewesen ist, kaum formulieren, und damit zugleich den Finger darauf legen, als was Lyrik heute definitiv nicht mehr gilt: als singbar. Dabei wird gesungen und geträllert, was das Zeug hält, gerade von den so genannten großen Themen: von Liebe, Hoffnung, Erinnerung, Vertrauen, Leid, Trauer, Schmerz, Empörung. Und alle möglichen Leute wollen es hören – nur als Lyrik gilt es nicht. Die Literaturwissenschaft hat sich jedenfalls von diesem Thema abgewandt. Das Gefälle zu den zeitgenössischen Lyrikern seit Gottfried Benn und Paul Celan bis hin zu Durs Grünbein könnte kaum größer sein. Herbert Grönemeyer ein Lyriker? TonSteineScherben-Songs als große Gedichte? Heino als lyrischer Gemütssensor? Die Söhne Mannheims als gereimter Ausdruck neuer deutscher Befindlichkeit? Ja - aber Kunst? Hohe Kunst? Gelegentlich schafft es dann doch jemand – nach Brecht -, diese Hürde zu überspringen: Aber um welchen Preis?

Worum also geht es in diesen JUNI Heften? Ums deutsche Lied in seinen Varianten und Abwegen, in seinen Untiefen und Höhen. Also um alles was Gedicht ist und brauchbar.


Inhalt:

Volume I (Heft 39/40): Von den Hymnen bis zum Baum der Schmerzen

  • Gregor Ackermann, Walter Delabar, Carsten Würmann: Editorial
  • Hermann Kurzke: Drei deutsche Hymnen
  • Winfried Jung, Bodo Plachta: Die Königin singt Koloratur. Elisabeth I. und Belcanto-Opera
  • Volker Mertens: „Elektrische Grammophonmusik“. Fundstellen zu einer Leidenschaft Hans Castorps im Zauberberg Thomas Manns
  • Andrea Neuhaus: Meerstern, ich dich grüße. Die geistlichen Lieder der Wandervogel-Bewegung
  • Peter Panter: Lebensgeschichte eines Walzers
  • Antje Bonitz: Kokain oder Morphium? Anmerkungen zu einem neu entdeckten Text Kurt Tucholskys
  • Michaela Wirtz: „Meine Herren, da wird wohl Ihr Lachen aufhörn .“ Die Geschichte von Brechts Seeräuber-Jenny und das Motiv der (verfehlten) weiblichen Rache
  • Anonym: Helene Weigel festgenommen. Wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten / Nach einigen Stunden Polizeihaft wieder freigelassen
  • Gregor Ackermann und Walter Delabar: Vor der Flucht. Helene Weigels Inhaftierung im Februar 1933
  • Alan Lareau: Blandine Ebingers „Lieder eines armen Mädchens“ (von Friedrich Hollaender)
  • Christiane Nowak: „Das Wichtigste ist aber wohl das Erfassen der Aktualität, der Witz des Tages.“ Karl Schnog (1897 bis 1964) und die Berliner Zerstreuungskultur der zwanziger Jahre
  • Karl Schnog: Die Wannseeinsulanerin und andere Gedichte
  • Karl Schnog: Wie ich wurde … Conférencier, Vortragskünstler, Schriftsteller
  • Carlo Sowa: Karl Schnog. Ein deutscher Satiriker in Luxemburg
  • Gregor Ackermann, Walter Delabar und Christiane Nowak: Karl Schnog-Auswahlbibliographie
  • Karl Schnog: Olga Irén Fröhlich, konzentriertes Kabarett. Versuch einer Studie
  • Johannes Roskothen: Who is carnevalizing whom? Willi Ostermanns Karnevalslieder im diskursiven Raum des Kölner Fastelovend
  • Entwicklungsgeschichte des deutschen Professors

Volume II (Heft 41/42): Vom Niedergang der Diseusenkultur bis zu Aggro Berlin
  • Dorothea Maßmann: Bei mir war alles Fügung. Das war die Lebensgeschichte der Olga Irén Frölich, aufgezeichnet von Dorothea Maßmann
  • Oliver Ruf: Soziale Verwendbarkeiten. Ganz Auge und ganz Ohr. Erich Kästners Lieder im Zirkel der Zeit
  • Ludwig Harig: Im Rausch der Südwörter. Erinnerungen an Gedichte von Gottfried Benn
  • Martin A. Hainz: Oder war vielmehr verboten. Zur Poesie Gottfried Benns und des Expressionismus sowie dem Fortleben der poetischen Möglichkeiten
  • Holger Böthling: „As I stumble on lost cigars of Bertolt Brecht …“ Bob Dylans The Lonesome Death of Hattie Carroll und Brechts Von der Kindesmörderin Marie Farrar
  • Dieter Hoffmann: Liedermacher und Gitarrenlyriker: Deutsch-russische Überlegungen zum engagierten Lied in den 60er und 70er Jahren
  • Ansgar Warner: „Unsere Heimat liegt heute vor Madrid .“? Die Lieder der internationalen Brigaden als gesamtdeutsche Projektionsfläche
  • Walter Delabar: Poesie und Politik (Revisited). Zur Neukonstituierung der Politlyrik in den sechziger Jahren
  • Thomas Homscheid: Da-da-da-ismus. Minimalistischer Sinnverzicht und parodistische Topik-Inversion in Liedtexten der Neuen Deutschen Welle
  • Dieter Wrobel: Zwischen Bürgerschreck und Spaßkultur: Die Ausweitung der Sprachzone in Liedern und lyrics/Lyrik der Neuen Deutschen Welle
  • Hans-Christian Stillmark: Von der neuen, alten Heimat: Babelsberch von Schabulke und dem Trio Ungefair
  • Stefan Neuhaus: Ganz schön dreist. Das gebrauchslyrische Programm der Jungs von Ganz Schön Feist im Kontext der Gattungsgeschichte
  • Martin Rehfeldt: „Wenn es nur noch um Musik geht, dann war alles nur ein Irrtum“. Politische deutschsprachige Rocksongtexte der 1970er bis 1990er Jahre und der Mythos Rock’n’Roll
  • Christian Schlösser: Neu in der Hamburger Schule? Schule, Archiv und Markt in deutschsprachiger Popmusik der 1990er Jahre
  • Sascha Verlan: Zwischen Mythos und Wirklichkeit. Die Sprachkultur des Rap
  • Schafott/Über den grünen Klee – Rezensionen und Hinweise
    Joachim Feldmann über Greil Marcus, Bob Dylan und rollende Steine. Walter Delabar über Agenten des Fortschritts, über brauchbare Überlegungen von Diedrich Diederichsen und übers große Lalulala. Nina Heidrich über Thomas Ernsts kleine Pop-Literatur-Studie. Karoline Riener liest Ute Paulokat, die Benjamin Stuckrad Barre gelesen hat und folgt der Neuen Rundschau bei ihren Pop-Song-Exkursen. Frauke Schlieckau über aufgemotzte Texte von Tocotronics
  • Abbildungsnachweise
  • Autorinnen und Autoren
  • Fichte


Aus der Kritik:


[…] Worum also geht es in diesen JUNI-Bänden? Ums deutsche Lied in seinen Varianten und Abwegen, in seinen Untiefen und Höhen. Also um alles, was als Gedicht gilt und brauchbar ist.
In „literaturkritik.de“ (Januar 2008)