Neuerscheinung
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Jens Birkmeyer (Hg.)
„Blumenworte welkten“.
Identität und Fremdheit in Rose Ausländers Lyrik
2008, ISBN 978-3-89528-603-2,
255 Seiten, kart. EUR 34,80
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Rose Ausländer (1901-1988) gehört zu den bedeutendsten deutsch-jüdischen Lyrikerinnen des vergangenen Jahrhunderts. Thematischer Schwerpunkt dieses Bandes ist ihr lyrisches Werk nach ihrem Stilwechsel in den 50er Jahren. Die ambivalenten Orientierungsbegriffe Identität und Fremdheit sollen die sublimen Zusammenhänge zwischen Werk und Biographie erhellen sowie deren Bedeutungshorizonte und Strukturierungen rekonstruieren.
Es geht insbesondere um die vielfältigen Schnittstellen und Wechselwirkungen zwischen lyrischer Selbstverortung und den Repräsentationen von Erinnerung, Identität und Alteritätserfahrung. Das lebenslange Bemühen Rose Ausländers, im Erschütterungsraum des 20. Jahrhunderts gegen die fatalen Prozesse des Abtrennens und des Verlustes eine eigene Sprache zu entwerfen, steht im Mittelpunkt der Beiträge. Wo die Pathologien der Epoche auf die poetische Suchbewegung der Lyrikerin treffen, müssen die Gedichte in einer doppelten Perspektive gelesen werden: als Teil ästhetischer Selbstverständigung in der Moderne und als intimer Imaginationsraum der Dichtung.
Inhalt:
- Jens Birkmeyer: Einleitung
- Christoph Gellner: Gedichte zwischen Gebet und Gegengebet. Religion und Religionskritik im Werk Rose Ausländers
- Hans Otto Horch: Rose Ausländers 36 Gerechte (1967) als Gedichtzyklus. Eine Annäherung. Mit abschließenden Bemerkungen zum Kontext der deutsch-jüdischen Literaturgeschichte
- Helmut Braun: „Gedichteschreiben / ein Handwerk“. Strukturen im Werk der Lyrikerin Rose Ausländer
- Leslie Morris: Poesie und Verlust. Zur Ästhetik in Rose Ausländers Lyrik
- Mathias Götte: Prästabilierte Harmonie? Fragen und Aspekte zur Einheit des Ausländer’schen Werks
- Jens Birkmeyer: Melancholie der Verknappung. Sehnsucht und Erinnerung in Rose Ausländers Lyrik
- Martin A. Hainz: „Mala causa silenda est“? Von Trauer, Kritik und Engagement bei Rose Ausländer und Paul Celan
- Maria Ivanytska: „Ich war eine Schwalbe…“. Naturaspekte bei der Identitätssuche im Werk Rose Ausländers
- Mireille Tabah: Geschichte und Mythos in Rose Ausländers Weiblichkeitsentwürfen
- Francesca Melini: „Fliegend / auf einer Luftschaukel / Europa Amerika Europa“. Marianne Moore und Rose Ausländer: Chronik einer Freundschaft
- Matthias Bauer: Trauma oder Rettung. Rose Ausländer und die englische Sprache
- Boy Hinrichs: „Das Eine in sich selber unterschiedne“. Die ikonologische Prosa Rose Ausländers
- Rolfrafael Schröer: Erinnerungen an Rose Ausländer
- Autorinnen und Autoren
Jens Birkmeyer, Dr. phil., geb. 1957, OStR. i. H. für Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik am Germanistischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.
Aus der Kritik:
[...] The analyses remain close to the poetic texts and present a refreshing portrait of Rose Ausländer. [...]
Jennifer M. Hoyer in „Modern Austrian Literature“ (42.3, 2009)
[...] an interesting volume consisting of contributions from a 2004 conference held in Münster on the topic of identity and „Fremdheit“ in Ausländer's works [...]. This volume [...] elaborates well on existing ideas of Ausländer's poetry and provides an interesting and worthwile read for all Ausländer scholars.
Joseph W. Moser in „German Studies Review“ (33/1, 2010)
[an] important collection [...]. In his programmatic introduction [...] Jens Birkmeyer calls emphatically for a new approach to Ausländer's work, one that overcomes what he sees as the „naive Lesehaltungen“ of biography-based interpretations. [...]
Jefford Vahlbusch in „Monatshefte“ (No. 4, 2010)
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