Neuerscheinung 

Bernd Füllner / Karin Füllner (Hgg.)

Von Sommerträumen und Wintermärchen

Versepen im Vormärz

Vormärz-Studien Bd. XII


2007, ISBN 978-3-89528-593-6,
250 Seiten, kart. EUR 29,80
 

1844 veröffentlichte Heine sein politisches Versepos „Deutschland. Ein Wintermärchen“, das sogleich „furore“ machte. Ein Jahr zuvor war sein „letztes freyes Waldlied der Romantik“, das Versepos „Atta Troll. Ein Sommernachtstraum“, erschienen. Beide Texte konnten ihrer inhaltlichen Konzeption wie auch ihrer öffentlichen Wirkung nach unterschiedlicher kaum sein und dennoch entstanden sie parallel und bedienten sich derselben Gattung.

Die Beiträge gehen den Gründen für die erstaunliche Beliebtheit des Versepos im Vormärz, einer allgemein als Umbruchszeit eingeschätzten Epoche, nach und diskutieren die Aktualität ästhetischer Debatten in politischen Kontexten.

Inhalt:

  • Einleitung
  • Olaf Briese: Weltuntergang mit anschließender Diskussion. Endzeit im Vormärzepos
  • Norbert Otto Eke: Grausame Spiegel. Lenaus Blick zurück nach vorn: Die Albigenser. Freie Dichtungen
  • Madleen Podewski: Geister, Helden und Pyrker. Zur Integration von Gattungsnormen und Herrscherhistoriographie in Tunisias
  • Wulf Wülfing: „Deutschunübertreffliche Gutmüthigkeit“. Zur Rhetorik von Karl Immermanns Tulifäntchen
  • Alexandra Böhm: Groteske Transgressionen im Medium der Verserzählung am Ende der Romantik: Byron, Heine, Puschkin
  • Alfred Opitz: Reisemythen und selbstreflexive Fremderfahrung bei L.A. Frankl (Cristoforo Colombo, 1836) und H. Heine (Bimini, 1852)
  • Robert Steegers: „Wie weiland Ritter Hüon von Bordeaux“. Christoph Martin Wielands Oberon und Heinrich Heines erzählende Versdichtungen
  • Michael Perraudin: „Denn Nazionalerinnerungen liegen tiefer in der Menschen Brust […]“. Deutschland. Ein Wintermährchen, Atta Troll und Heines frühe Überlegungen zum Epos
  • Gerhard Höhn: Ein „ganz neues Genre“. Tradition und Innovation in Heines Wintermährchen

Bernd Füllner, Dr.phil., und Karin Füllner, Dr.phil., sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf.


Aus der Kritik:


[...Der] gut redigierte Sammelband [leistet...] einen neuen Blick auf die bislang in der Vormärz-Forschung vernachlässigte Gattung. Darüber hinaus beweisen die methodologisch und theoretisch unterschiedlichen Zugriffe, dass die Vormärz-Forschung die ideologischen Scheuklappen abgelegt hat und nunmehr unbelastet ihren Gegenstand neu konturiert. Der Sammelband ist in diesem Sinne ein ermunterndes Beispiel für weitere Forschungen. [...]
Claude D. Conter in „Heine-Jahrbuch 2008“