Die Metropole als kultureller und ästhetischer Erfahrungsraum
Inhalt:
Christian Moser / Frauke Bolln / Susanne Elpers / Sabine Scheid / Rüdiger von Tiedemann (Hgg.)
Zwischen Zentrum und Peripherie
2005, ISBN 3-89528-512-9,
391 Seiten, kart. EUR 34,80

Die Metropole besitzt in der Moderne ein ambivalentes Ansehen. Einerseits figuriert sie als Zentrum: als Zentrum politischer und ökonomischer Macht, als Zentrum des kulturellen Lebens. Das urbane Zentrum entfaltet eine starke Sogkraft; es zieht alle diejenigen an, die nach Fortkommen streben, die Einfluß ausüben, am Ideenverkehr teilnehmen oder einfach nur ihren Lebensunterhalt sichern wollen. Zugleich hat die Metropole eine starke Ausstrahlung auf die Regionen und Provinzen: Sie ist nicht nur der Ort, von dem die Machtwirkungen der politischen Herrschaftsinstitutionen ihren Ausgang nehmen; sie markiert zudem den Schauplatz einer kulturellen Hegemonie.
Betrachtet man die Metropole jedoch von innen, so werden Tendenzen sichtbar, die ihrer zentralisierenden Kraft entgegenwirken: Innenstädte veröden, während die Peripherien ein wucherndes Eigenleben entfalten; ihre Bevölkerung ist inhomogen, ihr kulturelles Leben zeichnet sich durch eine unüberschaubare Vielfalt aus.
Die Beiträge des vorliegenden Bandes beschäftigen sich in den vier Teilen „Darstellbarkeit und Erzählbarkeit der Metropole“, „Zur Geschichte der literarischen Metropolendarstellung“, „Die Metropole als literarisch-politisches Zentrum“ und „Die Delokalisierung der Metropole“ mit diesen beiden gegenläufigen Tendenzen des metropolitanen Lebens.
Erkennbar wird so die Vielfalt ihrer künstlerischen und literarischen Repräsentationen, die unter sozial- und kulturgeschichtlichen wie auch unter gattungstheoretischen und poetologischen Gesichtspunkten beleuchtet werden.