Beate Greisler

Charlotte Corday - die Mörderin des Jean Paul Marat

Ein literarischer Diskurs über die Furcht


1992, ISBN 3-925670-75-0,
118 Seiten, kart. EUR 10,-
 

Eine junge Frau aus Caen erdolcht am 13. Juli 1793 den französischen Revolutionär Marat im Bade. Dieses als die "Ermordung Marats" in Historiographie, bildende Kunst und Literatur eingegangene Ereignis löst in der damaligen deutschen Öffentlichkeit heftige Kontroversen über die Legitimität des Attentats aus.

Die Corday gilt den einen als Meuchelmörderin und Bacchantin, den anderen als zweite Jeanne d'Arc. In Marat sehen nur wenige einen 'großen Mann', die meisten aber ein skrupelloses, machtbesessenes Ungeheuer.

Die Darstellungen Cordays und Marats in Texten von Jean Paul, Wieland, Klopstock, Zschokke, Oelsner u.a. zielen bei aller Verschiedenheit auf das, was zugleich ein Hauptanliegen der Aufklärung ist: die Überwindung der Furcht.

Inhalt:

  • 1. Einleitung

  • 2. Die Ermordung Marats in den deutschsprachigen Zeitschriften des Jahres 1793
  • 2.1. "Argos"
  • 2.2. "Politische Annalen"
  • 2.3. "Journal des Luxus und der Moden"
  • 2.4. "Der Neue Teusche Merkur"
  • 2.5. "Minerva"
  • 2.6. Resümee: Das Kaleidoskop der Meinungen

  • 3. Revolution und Religion: Charlotte Corday als politische Heilige
  • 3.1. Säkularisationsphänomene während der Französischen Revolution
  • 3.2. Charlotte Corday als girondistische Heldin bei K.E. Oelsner; Charlotte Corday als hoher Mensch bei Jean Paul
  • 3.4. Charlotte Corday als Zeichen der göttlichen Freiheit in Klopstocks Revolutionsoden

  • 4. Familie und Vaterland: Charlotte Corday im bürgerlichen Drama
  • 4.1. Heinrich Zschokkes "Charlotte Corday oder die Rebellion von Calvados": Reflexion versus Naivität
  • 4.2. Engel Christine Westphalens "Charlotte Corday": Mut und Mitleid

  • 5. Die Ermordung Jean Paul Marats durch Charlotte Corday als Thema in der deutschen Öffentlichkeit: Strategien der Furchtbewältigung
  • 5.1. Die domestizierte Amazone
  • 5.2. Der kastrierte Teufel
  • 5.3. Die Apotheose der Vernunft

  • Anhang:
  • Dokumente
  • Literatur

Beate Greisler, geb. 1965, studierte Germanistik, Romanistik und Geschichte in Heidelberg, Aix-en-Provence und Frankfurt am Main. Sie arbeitet als freie Publizistin in Frankfurt.