Werner Bohleber/John S. Kafka (Hgg.)

Antisemitismus


1992, ISBN 3-925670-45-9,
208 Seiten, kart. EUR 15,50
 

Antisemitismus ist aus dem öffentlichen Diskurs zwar verbannt, aber er ist 1945, wie erschreckende Ereignisse der jüngsten Zeit zeigen, nicht einfach aus Deutschland verschwunden. Untergründige Kontinuitäten sind Historikern, Soziologen und Psychoanalytikern aus je unterschiedlichen Perspektiven vertraut. Es ist zu fragen, wie weit die Barrieren gegen das Ausbrechen antisemitischer Affekte in der Gesellschaft und im Einzelnen reichen.

Zur Erforschung dieses komplexen Phänomens bedarf es der interdisziplinären Zusammenarbeit, um historische, soziale, politische, ökonomische und psychische Faktoren systematisch bestimmen zu können. Dazu leistet dieser Band einen wesentlichen Beitrag.

Inhalt:

  • Helga Breuninger: Geleitwort
  • Vorwort
  • Werner Bohleber: Antisemitismus als Gegenstand interdisziplinärer Erforschung
  • John S. Kafka: Einleitende Bemerkungen
  • Dan Diner: Deutschland am Golf - Kollektive Erinnerung und ein aktueller Konflikt
  • Diskussion
  • Peter Loewenberg: Die "Reichskristallnacht" vom 9. zum 10. November 1938 als öffentliches Erniedrigungsritual
  • Diskussion
  • Eberhard Jäckel: Der Mord an den europäischen Juden und die Judenfeindschaft
  • Diskussion
  • Elisabeth Brainin/Samy Teicher: Vom Gedanken zur Tat. Psychoanalytische Überlegungen zu Überich, Verantwortung und Aggressionsbarrieren
  • Diskussion
  • Hermann Beland: Psychoanalytische Antisemitismustheorien im Vergleich
  • Diskussion
  • Peter Neubauer: Die Reaktion auf Fremde und deren Beziehung zur Schuld
  • Diskussion
  • Gunnar Heinsohn: Was ist Judentum?
  • Diskussion
  • Detlev Claussen: Die antisemitische Alltagsreligion. Hinweise für eine psychoanalytisch aufgeklärte Gesellschaftskritik
  • Diskussion
  • Frank Stern: Antisemitismus in der Bundesrepublik: Zwischen Friedhofsschändungen -"jüdischer Weltinterpretation" und "Kontingent-Juden"
  • Diskussion
  • Arnost Lustig: Persönliche Anmerkungen zum Thema Antisemitismus
  • Referenten und Diskussionsteilnehmer

Werner Bohleber, geb. 1942, arbeitet als Psychoanalytiker in Frankfurt am Main.
John S. Kafka, geb. 1921, ist Psychoanalytiker und Clinical Professor for Psychiatry and Behaviorial Sciences an der George-Washington-University in Washington.

Von W. Bohleber ist bei AISTHESIS erschienen: "'Gift, das du unbewußt eintrinkst...'. Der Nationalsozialismus und die deutsche Sprache" (Hrsg. mit Jörg Drews, 1991).