Neuerscheinung 

Volker C. Dörr / Helmut J. Schneider (Hgg.)

Die deutsche Tragödie

Neue Lektüren einer Gattung im europäischen Kontext


2006, ISBN 3-89528-547-1,
256 Seiten, kart. EUR 29,80
 

Lange Zeit hat die deutsche Tragödie im Brennpunkt germanistisch-literaturwissenschaftlicher Forschung gestanden. In den letzten Jahrzehnten ist sie aber, besonders verglichen mit der Komödie, aus dem Blickfeld gerückt. Die Beiträge dieses Bandes stellen Fragen, die mit der Konstitution und Entwicklung der Gattung zusammenhängen, im Licht neuerer Theorie-Paradigmata neu; dabei rücken sie die einzelnen Texte, deren historische Spannbreite vom barocken Trauerspiel über die Aufklärung und die Weimarer Klassik bis zu Heiner Müller reicht, in den Kontext der europäischen Literaturgeschichte, beginnend in der griechischen Antike.

Inhalt:

  • Volker C. Dörr/Helmut J. Schneider: Vorwort
  • Markus Winkler: Von Iphigenie zu Medea: Zur Semantik des Barbarischen bei Racine, Goethe und Grillparzer
  • Wolfgang Matzat: Racines Liebestragödie
  • Harald Steinhagen: Geschichte als Mythos. Zu den Trauerspielen des Andreas Gryphius
  • Kurt Wölfel: Aufgeklärte Tragödie
  • Peter-André Alt: Aufgeklärte Teufel. Modellierungen des Bösen im Trauerspiel des 18. Jahrhunderts
  • Helmut J. Schneider: Tragödie und Guillotine. „Dantons Tod“: Büchners Schnitt durch den klassischen Bühnenkörper
  • Eva Geulen: Das Geheimnis der Mischung: Grillparzers „Jüdin von Toledo“
  • Jürgen Söring: „Heilige Lüge“ und „Wille zur Macht“. Über den Zusammenhang von Kult, Kultur und Gewalt in Hebbels „Moloch“-Fragment
  • Bernhard Greiner: Der ‚Fall‘ der Tragödie als Gegenstand des deutsch-jüdischen Dialogs (Walter Benjamin, Franz Rosenzweig, Carl Schmitt)
  • Volker C. Dörr: Die „Geburt des Sinnes inmitten der Sinnlosigkeit“. Benno von Wieses Pantragismus
  • Norbert Otto Eke: Furcht und Schrecken im Theater der Erinnerung oder „Man sollte Komödien schreiben / Leben in diesem trüben Men-schenbrei“. Heiner Müllers Tragödie
  • Die Autoren der Beiträge

Volker C. Dörr, geb. 1966. Oberassistent am Germanistischen Seminar der Universität Bonn. Forschungsschwerpunkte: Literatur und Mythos, Intertextualität, Literatur nach 1945.

Helmut J. Schneider, geb. 1943. Professor am Germanistischen Seminar der Universität Bonn. Forschungsschwerpunkte: Idylle, Landschaftsdichtung und Utopie, Literatur des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Als Mitherausgeber: Helmut J. Schneider/Ralf Simon/ Thomas Wirtz (Hgg.): Bildersturm und Bilderflut um 1800.