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Dagmar Just
Auf der Suche nach der Täuschung
Für blaue Interpretation
2005, ISBN 3-89528-515-3,
208 Seiten, kart. EUR 29,80
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Wozu dienen Täuschungen? Wieso werden sie geliebt, besungen, gesponsort und zugleich gefürchtet, totgeschwiegen, gejagt? Ist Täuschen Kunst oder Delikt? Phantasie oder Biologie? Entertainment oder Aggression? Warum unterscheidet die Sprache zwischen Fälschung, Irrtum, Fiktion, Irreführung, Illusion, List, Blendwerk, Bluff, Mimikry, Halluzination, Simulation, Ammenmärchen, Räuberpistolen, Seemannsgarn, Schwindeln, Verleumden, Anschwärzen und Aufschneiden, bis der Mond rot wird und einem Hören und Sehen vergeht? Sind Schriftsteller Lügner? Wieso? Was ist blaue Interpretation? Und wie hängt der diebische Pavian, der seiner Sippe Freßfeinde vortäuscht, um der Bestrafung zu entgehen, mit Hugo von Hofmannsthals Chandosbrief zusammen?
Dieses Buch ist ein Essay über die Täuschung, ein Manifest für deren transdisziplinäre Erforschung und eine Polemik gleichermaßen gegen Totalitarismus wie postmodernes laissez-faire in der Literaturwissenschaft.
Aus literarischen Filettexten der Genesis und der Iphigenien von Goethe und Euripides wird die Geschichte der Täuschungsaustreibung rekonstruiert und ein Szenario für einen dringend nötigen Rezeptionsschub entworfen, in dem Literatur das Leitmedium, blaue Interpretation den Königsweg und Literaturwissenschaft die Kerndisziplin bilden.
Inhalt:
- A Spekulationen
- Vorwort
- 1. die Schattensprache
- 1.1. die große Erzählung
- 1.1.1. Täuschung, -/en.w.
- 1.1.2 die Teile
- 1.1.3. Aber
- 1.1.4. das Ganze
- 2. Gen 3,1-24
- 2.1. Gott lügt
- 2.1.1. der nackte Mensch
- 2.1.2. die Schlange
- 2.1.2.1. listig
- 3. Iphigenieprogramm
- 3.1. Euripides Tantalisierung
- 3.1.1. die ersten Iphigenien
- 3.2. Platos Endlösung
- 3.3. Goethes Biedermeierisierung
- 3.3.1. die gute Iphigenie
- 3.3.1.1. das Moralmesser
- 3.3.2. verteufelt human
- 4. Brasil
- 4.1. Signatur Täuschung
- 4.2. Von den Wölfen und den Schafen
- 4.2.1. Brasil
- 5. Sciencefiction
- 5.1. Literatur und Täuschung
- 5.1.1. die schöne Täuschung
- 5.1.2. Botticellis Wiese
- 5.2. Sciencefiction
- 5.2.1. Für blaue Interpretation!
- Einwände
- 5.2.3. ein Anfang
- B Täuschungen
- Chandosbrief
- 1. Namen und Daten
- Detektive, in Klammern
- 1.1. Textstrategie Hofmannsthal
- 2. Ein Brief
- 3. Moralen
- 3.1. Paratext
- 3.1.1. zwei Unbekannte
- 3.1.2. drei Daten
- 3.2. das Rätsel der Maske
- 3.3. Wer spricht?
- 3.3.1. das Peerage
- 3.3.2. ein Chandos
- 3.3.3. Philipp
- 3.3.4. Enkel des Herzogs, Sohn des Earl
- 3.3.5. Umkehrfiguren
- 3.3.6. Dieser Sprechton
- 3.3.7. der Basilisk
- 3.3.8. A Serious Satire, or a treatise on the inner nature of things
- 3.3.8.1. Fußangeln und Untertexte. Eine Paraphrase
- 3.4. die Zwei
- 4. Selbstmörder?
- self-fulfilling prophecy?
- Anmerkungen
- Literatur
Dagmar Just lebt und arbeitet seit ihrem Studium der Germanistik und der Literaturwissenschaft als Autorin und Literaturwissenschaftlerin in Berlin.
Aus der Kritik:
Der Wert der Studie dürfte v.a. in ihrem unkonventionellen Zugriff liegen, der manche verfestigte Lesart in Frage stellt und neue Verknüpfungen vornimmt.
Gunter E. Grimm in „Germanistik. Internationales Referateorgan mit bibliographischen Hinweisen“ (48/2007, H. 1-2, S. 142)
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