Jost Schneider (Hg.)

Herder im "Dritten Reich"


1994, ISBN 3-89528-106-9,
178 Seiten, kart. EUR 24,50
 

Die in diesem Band versammelten Studien untersuchen die Herder-Rezeption im 'Dritten Reich', in deren Verlauf der "Bruder Humanus" (Goethe) erst zum deutschen Patrioten, dann zum Mitbegründer der deutschen Nation, zum Propheten einer nationalistischen Volksgemeinschaftsideologie und schließlich sogar zum Begründer der Rassenkunde umgedeutet wurde.

Obwohl sich zeigt, daß Herder mit Erfolg gegen das nationalsozialistische Herder-Bild verteidigt werden kann, rückt hierbei doch auch die Frage ins Bewußtsein, welche Bedeutung seine Werke in einer durch das 'Dritte Reich' und den Zweiten Weltkrieg veränderten Welt haben können.

Inhalt:

  • Jost Schneider: Was bleibt von Herder? Eine Einleitung

  • Regine Otto: Herder-Editionen 1933-1945

  • Tadeusz Namowicz: Herder-Gedenkstätten und Herder-Nachlaß im 'Dritten Reich'

  • Birgit Nübel / Beate Tröger: Herder in der Erziehung der NS-Zeit

  • Britta Scheideler: Kontinuitäten und Wandlungen in der Herderrezeption am Beispiel des Herder-Preises von 1936 und 1963

  • Jost Schneider: Ein 'entfallener' Gedenktag? Herders 200. Geburtstag am 25. August 1944

  • Reinhard Junghans: Herderrezeption im Protestantismus der NS-Zeit

  • Wulf Köpke: Herder als Deutscher? Zur Herder-Rezeption im 20. Jahrhundert vor 1933

  • Bernhard Becker: Herder in der nationalsozialistischen Germanistik

  • Heinrich Clairmont: Nie "des Gegensatzes seines deutschen Fühlens und der werdenden Humanitätsidee ganz Herr geworden" - Zur Herder-Rezeption zwischen 1945 und 1960

Jost Schneider, geb. 1962, studierte Germanistik und Philosophie an den Universitäten Düsseldorf, Essen und Bochum. 1989 Promotion. Seit 1987 Lehrtätigkeit am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum. Publikationen über Herder, Novalis, Charlotte von Schadow, Fontane und Hofmannsthal.