Schmidt, Siegfried J.: an den windstillen vorbei


Schmidt, Siegfried J.: an den windstillen vorbei

Artikel-Nr.: 978-3-89528-802-9

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bilder also fragen fragen also bilder? aber weil wir uns so schwer damit tun zu sagen dies ist das und damit basta
weil wir ja sehr wohl wissen es könnte auch anders sein
und anderes könnte sein wie…retten wir uns in fragen ohne antworterwartung in fragen die uns wie bilder dünken
was sollte eine antwort ihnen hinzufügen oder nehmen?
tag für tag der weg durch die hierarchien der bilder
sieh alle als gleichwertig an
jedes bild ist gleichgültig gegen sein abgebildetes
können wir uns denn anders gegen die gewalt der bilder wehren als durch anästhesie des herzens?
(du weißt: du magst schreiben was du willst gegen die bilder bist du machtlos)
die zeiten der bilder sind im zeitalter der bilder vergangen
du sollst dir kein bild vom bild machen
zu bildern geschichten erfinden & zu geschichten bilder
so schlagen wir uns durchs medienleben also durch die unvermeidlichkeit
wir könnten auch innehalten – aber wohin?
dass aber die bilder genau der ort sind der zwischen den dingen und dem erleben oder der welt und dem ich liegt
also nirgendwohin gehört
das bild ist die gegenstand gewordene art des sehens
die bildgewordenen gegenstände überdauern
jedes bild könnte auch anders sein
bilder haben kein geheimnis. entweder sie bringen dich zum erzählen oder nicht. wer sollte dir dann klug reinreden wollen. hüte dich vor den erklärern und deutern. ein bild ist ein bild und eine rede ist eine rede. wer nur ist auf die idee gekommen, die beiden hätten etwas miteinander zu tun?
wir können bildgläubig sein oder bildungläubig aber wir können sie nicht über sehen
augen bilder augen fallen
jedes bild segelt an den windstillen vorbei

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