Rhi, Shun-ye: Aporie des Schönen


Rhi, Shun-ye: Aporie des Schönen

Artikel-Nr.: 978-3-89528-353-6

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Nachdem sich die Autorin philosophisch-begrifflich mit Kants Kritik der Urteilskraft auseinandergesetzt hat, zeigt sie auf, wie die kulturelle Konstruktion des autonomen Individuums in der Entsprechung zwischen dem realen historischen Prozeß und der Entwicklung philosophischer Ästhetik entsteht. Schillers Werk Über naive und sentimentalsche Dichtung betrachtet sie in diesem Zusammenhang als Programmschrift der idealistischen Ästhetik, in der Harmonie gleichzeitig zum Prinzip und zum Ziel kultureller Anstrengung erklärt wird.
Nach einem Exkurs zu Adorno folgen Interpretationen von zwei Dramen Lessings, anhand derer die Anfänge der kulturellen Konstruktion autonomer Individualität beleuchtet werden: Minna von Barnhelm zeigt allegorisch die Unzulänglichkeit des Menschen für sein eigenes Glück, in Nathan der Weise hingegen werden die Unzulänglichkeiten der Figuren als Hürde dargestellt, die der Realisierung des Ideals im Weg steht. Glück, kumulierend in der mehrfachen Umarmung unter Schwester, Bruder, Onkel und Tante, kommt erst in dem Augenblick zustande, in dem alle Mitglieder der ,natürlichen‘ Familie – ausgenommen ist Nathan als Ziehvater und Nicht-Blutsverwandter – ihre sinnliche Begrenztheit, beruhend auf religiöser Zugehörigkeit, überwinden. Der reale historische Konflikt zwischen Jüdin, Christ und Moslem wird durch die Familienzusammenkunft aufgehoben und ins Ideale überführt.
Die deutsche Aufklärung im 18. Jahrhundert läuft somit auf die ideelle Norm einer harmonischen Vorstellung vom Leben hinaus. Harmonie als Ideal, die in der entzauberten Welt Versöhnung bewirken soll, kann sich nicht anders denn als transzendentales Prinzip geben. Aus diesem Prinzip heraus entsteht in Adornos Ästhetik die Kategorie des Schönen.

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